Formel 1: Galerie - Monaco GP

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Formel 1: Monaco GP - Tagebuch

— 24.05.2015

Monte Carlo im Splitter: Sonntag

Die Formel 1 gastierte in Monaco. AUTO BILD MOTORSPORT schildert die Eindrücke aus dem Fahrerlager von Monte Carlo. Alle News jetzt im Überblick:

Sonntag

Indy 500 am Monaco-Wochenende: Der Monaco GP war am Sonntag nicht das einzige Motorsport-Highlight auf der Welt. Jenseits des großen Teichs fand am Abend europäischer Zeit auch noch das legendäre Indy 500 statt. Sieger dabei war ein alter Bekannter aus der Formel 1: Juan-Pablo Montoya gewann die 99. Auflage des Klassikers. Der 39 Jahre alte Kolumbianer vom Team Penske setzte sich nach 500 Meilen auf dem Indianapolis Motor Speedway vor Teamkollege Will Power aus Australien und dem Amerikaner Charlie Kimball vom Ganassi-Rennstall durch. „Es war großartig”, sagte Montoya, der im Ziel lediglich 0,105 Sekunden Vorsprung hatte. Für ihn war es der zweite Sieg in Indy nach 2000. In der Gesamtwertung der Indy-Car-Serie baute Montoya (272 Punkte) seinen Vorsprung an der Spitze vor Power (247) weiter aus.

Auch wenn es Ecclestone nicht gefiel: Nico Rosberg (l.) gewann am Sonntag trotzdem in Monaco

Ecclestone kein Deutschen-Freund:
Nachdem er sich bereits über Nico Rosbergs mangelendes Selbstvertrauen beschwert hatte (s. Samstag), hat Bernie Ecclestone in Monaco einmal mehr seine Sympathien für Lewis Hamilton zum Ausdruck gebracht. „Innerhalb der F1 bin ich ein Lewis-Bewunderer, weil er meinen Sport fantastisch promotet. Auf der Business-Ebene bist du, Nico, leider nicht so gut für mein Geschäft”, sagte der 84-Jährige in einem Doppel-Interview mit Hamiltons Mercedes-Teamkollege.

Die Aussage gegen den Deutschen klinge aber härter, als sie „gemeint ist. Du hast halt etwas Pech, dass du die deutschen Fans auf deiner Seite hast. Denn wie wir an der Absage des Deutschland-Rennens gesehen haben, ist Deutschland ein furchtbarer Markt für die Formel 1”, erläuterte Ecclestone weiter. Hamilton sei „in England ein Held und die Briten lieben die F1.” Sebastian Vettel mache zum Beispiel auch nicht viel für die Formel 1. „Ihn erkennt man in anderen Ländern auch nicht auf der Straße”, so Ecclestone. Ob der Groll des F1-Zampanos gegen die Deutschen etwas mit der hohen Strafzahlung im Schmiergeldprozess mit der Bayern LB vergangenes Jahr in München zu tun hat, ist nicht überliefert.

Samstag

Teams wollen führende Hand: In der Diskussion um die Zukunft der Formel 1 wünschen sich einige Rennställe ein stärkeres Eingreifen von Chefvermarkter Bernie Ecclestone und Automobilweltverbandschef Jean Todt. „Ich denke, dass Bernie und Jean zusammenkommen müssen und sagen müssen: 'So soll das Produkt aussehen und so soll es gesteuert werden'. Dann gebt uns die Anmeldeformulare und wir werden sehen, ob wir mitmachen oder nicht”, sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Force Indias Vize-Teamchef Robert Fernley meinte dazu: „Ich denke nicht, dass die Rennställe die Entscheidungen über die Ausrichtung der Formel 1 treffen sollten. Die Rennställe sollten gesagt bekommen, wohin die F1 lenkt.” Toro Rossos Teamchef Franz Tost pflichtete seinen Kollegen bei. Ecclestone und Todt sollten entscheiden, „was wir zu tun haben”, sagte er.

Mit dem aktuellen Weltmeister Lewis Hamilton (r.) versteht sich F1-Zampano Bernie Ecclestone (l.) gut

Ecclestone über Mercedes-Duell:
Nico Rosberg muss nach Ansicht von F1-Boss Bernie Ecclestone im Titelkampf mit Teamkollege Lewis Hamilton „wieder mehr an sich glauben”. Rosberg habe so oft auf der Strecke gegen den britischen Weltmeister und aktuellen WM-Spitzenreiter verloren - „und damit auch an Selbstvertrauen”, sagte Ecclestone der Bild-Zeitung. Laut dem Geschäftsführer der Königsklasse nimmt Hamilton „sehr viel Platz” in dem deutschen Werksrennstall ein. „Lewis ist sehr dominant.” In Zukunft wohl noch mehr, da der Brite jüngst seinen Vertrag bei den Silberpfeilen verlängert hat: Vor dem Klassiker an diesem Sonntag in Monte Carlo einigten sich Mercedes und der zweimalige Titelträger auf einen neuen Kontrakt bis Ende 2018.

Ausschreibung für neue Reifen: Das Rennen um die Rolle als Reifenlieferant der Formel 1 ist offiziell eröffnet. Der Internationale Automobilverband FIA verkündete am Freitag die Ausschreibung für drei Jahre ab 2017. Angebote müssen demnach bis zum 17. Juni eingereicht werden. Ab 2017 sind breitere Reifen angedacht. Auch dadurch sollen die Rennwagen künftig fünf bis sechs Sekunden pro Runde schneller werden. Ausrüster ist derzeit Pirelli, die die Formel 1 seit Beginn der Saison 2011 exklusiv beliefern. Die Italiener hatten damals Bridgestone abgelöst. Der aktuelle Vertrag von Pirelli läuft Ende 2016 aus.

Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene weiß, wo es langgeht - auch in finanziellen Fragen

Arrivabene mahnt zu Demut:
In der Debatte um die Zukunft der Formel 1 hat Sebastian Vettels Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene eine Reduzierung der Kosten angemahnt. „Du kannst natürlich eine Menge Geld ausgeben, wenn sich die Show auszahlt. Aber wenn die Show verbessert werden muss, darf man nicht das Geld aus dem Fenster werfen”, sagte der 58-Jährige vor dem Großen Preis von Monaco am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Sky). Angesichts der immensen Ausgaben in der Formel 1 hält Arrivabene eine Kostenbremse für nötig: „Irgendwann musst du eine Budgetgrenze setzen, über die man nicht hinausgehen darf.” Außerdem fügte er hinzu: „Geld ist ein Luxusgut. Wir müssen Respekt davor haben, denn genug Menschen haben damit jeden Tag zu kämpfen.”

Pole Position bedeutet Rennsieg: Diese Gleichung geht beim Formel-1-Klassiker in Monte Carlo schon seit Jahren auf. Seit 2004 startete der spätere Triumphator nur einmal nicht von Platz eins in den Grand Prix. Weltmeister Lewis Hamilton raste 2008 von Position drei an Polesetter Felipe Massa vorbei noch zum Sieg. Der Grund für die hohe Erfolgsquote bei Startplatz eins sind die ganz raren Überholmöglichkeiten. Auf dem engen Stadtkurs ist die Qualifikation am Samstag daher noch wichtiger als auf fast allen anderen Formel-1-Rennstrecken.

Donnerstag

Heim-Grand-Prix weckt Erinnerungen: Einige Abschnitte des Grand Prix von Monaco waren früher ganz gewöhnlicher Bestandteil von Nico Rosbergs Schulweg. Seine Mutter fuhr den Buben regelmäßig über die Hafenschikane zum Unterricht. Wenn der F1-Zirkus in der Stadt war, hatte Rosberg nur Augen für die Rennwagen. „Im Unterricht habe ich dann nicht aufgepasst, ich habe nur auf die Autos geschaut”, erinnerte sich der Mercedes-Mann schmunzelnd, dessen Schule direkt neben dem Fahrerlager im Fürstentum lag. In der WM-Wertung liegt Rosberg derzeit hinter Teamkollege Lewis Hamilton. Sein erster Saisonerfolg in Spanien hat dem Wahl-Monegassen, der die beiden letzten Jahre im Fürstentum gewinnen konnte, aber Auftrieb gegeben und auch der Vorsprung auf Sebastian Vettel und Ferrari wurde somit wieder ausgebaut. „Es ist gut möglich, dass Ferrari hier ein gigantisches Auto haben wird”, räumte Rosberg ein. „Die Chancen stehen aber gut, dass wir hier dominant sein werden.”

Die schnellste Schulklasse der Welt: Wenn es um die Zukunft geht, stehen die F1-Piloten zusammen

Fahrer wollen auf Fans hören:
In der Diskussion um die Zukunft der F1 sollen nun auch die Fans Gehör finden. Die Fahrervereinigung GPDA startete am Donnerstag am Rande des Großen Preises von Monaco eine weltweite Umfrage. Dabei werden nach offiziellen Angaben alle Facetten der Formel 1 einbezogen: Vom Sport an sich über die Show bis zu den Regeln. Mit der Umfrage soll auch Fannähe bewiesen werden. „Es hilft zunächst zu verstehen, was die Leute überhaupt wollen”, sagte Ferrari-Pilot Vettel, der einer der GPDA-Direktoren ist. „Am Ende hilft es uns allen, das Gesamtbild zu verstehen.” Die Auswertung soll dann als Diskussionsgrundlage dienen, um mit dem Formel-1-Rechteinhaber, Chefvermarkter Bernie Ecclestone und Automobil-Weltverbandschef Jean Todt in einen Dialog über mögliche Änderungen an der Rennserie zu treten.

Hamilton weiter auf Rekordjagd: Lewis Hamilton fühlt sich auf den Formel-1-Podien richtig wohl. Seit seinem Crash mit Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg beim Grand Prix von Belgien im vergangenen Sommer raste der Brite zwölfmal in Serie aufs Treppchen. Neun Rennen konnte Hamilton dabei für sich entscheiden. Mit seiner Serie ist der Brite Fernando Alonso auf den Fersen. Der Spanier landete noch in Diensten von Renault zwischen 2005 und 2006 ganze 15 Mal auf dem Podium. Spitzenreiter in dieser Kategorie ist Rekordweltmeister Michael Schumacher. 19 Mal schaffte es der damalige Ferrari-Pilot zwischen 2001 und 2002 aufs Podest.

Mit seinem neunten Platz sorgte Bianchi im Vorjahr für Marussias erste Punkte überhaupt

In Gedanken bei Bianchi:
Rund sieben Monate nach dem folgenschweren Unfall von Jules Bianchi beim Japan GP hofft seine Familie unvermindert auf seine Genesung. „Die Tatsache, dass er kämpft, gibt uns viel Kraft”, sagte Vater Philippe Bianchi im französischen TV. „Das Wichtigste ist, dass Jules am Leben ist.” Nach Angaben des Vaters liegt der 25-Jährige weiter in seiner Heimatstadt Nizza im Koma. Die Situation für die Familie sei allerdings nicht leicht. „Heute sind wir in einer Situation, die stagniert. Denn die neurologische Entwicklung von Jules ist nicht so, wie wir sie uns wünschen würden.” Bianchi hatte vor einem Jahr in Monaco mit Rang neun die ersten Punkte überhaupt für das Hinterbänkler-Team Marussia eingefahren. Während der diesjährigen Auflage erinnert das Nachfolgeteam Manor an den Franzosen und seinen Coup mit Armbändern. Darauf sind Bianchis Initialen und die Daten des denkwürdigen Tages vermerkt. (dpa)

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance / Twitter

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