Formel 1: Galerie - Monaco GP

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Formel 1: Monaco - Tagebuch

— 25.05.2014

Monte Carlo im Splitter: Sonntag

Die Formel 1 gastiert im Fürstentum und unsere Reporter schildern auf AUTO BILD MOTORSPORT ihre Eindrücke aus dem Fahrerlager. Alle News jetzt im Überblick:

Sonntag:

Sutil nach Crash wohlauf: Sauber-Pilot Adrian Sutil sorgte in Monaco am Sonntag für den härtesten Abflug des Tages. Am Ausgang des Tunnels erwischte ihn die berühmt-berüchtigte Bodenwelle beim Anbremsen zur Hafenschikane - anschließend schlug der Deutsche heftig in die Leitplanken ein. Das Wichtigste: "Mir geht es gut, alles ist in Ordnung", so Sutil nach dem Crash. Der Deutsche ehrlich: "Es war ein Fahrfehler." Sein Rennen sei bereits davor nicht wie erhofft verlaufen. "Der Start war ganz gut, aber Perez hat sich in Kurve fünf gedreht, dadurch war Stau und ich bin auf jemanden aufgefahren, weil alle Autos standen." Danach musste er den Frontspoiler wechseln. "Vielleicht wäre trotzdem noch was dringewesen, aber am Ende habe ich leider den Fehler gemacht und damit war mein Rennen beendet."

Hielt beide McLarens in Schach: Nico Hülkenberg sicherte sich in Monaco am Sonntag den fünften Platz vor Jenson Button (hinten)

Satte Punkteausbeute im Fürstentum:
Force Indias Nico Hülkenberg kam nach dem Monaco GP kaum noch aus dem Strahlen raus: P5 bedeutete „zehn Punkte und breites Grinsen auf meinem Gesicht“, frohlockte der Emmericher. „Wir waren hier wieder erstes Mercedes-Kundenteam und konnten heute McLaren hinter uns halten.“ Einfach sei das aber nicht gewesen. „Es war am Ende mit den superweichen Reifen ein brutal langer Weg. Ich hatte zeitweise das Gefühl hinten nur noch auf Stahl zu fahren und war ein paar Mal schon fast in der Leitplanke. Zum Glück konnte ich es aber jedes Mal retten.“ Hülkenberg, der von seinem bisher besten Monaco GP sprach, zufrieden: „Es war ein schwieriges Rennen, aber am Ende sind belohnt worden!“

Will Hamilton Rosberg abschießen? Die kontroverse Pole-Fahrt von Nico Rosberg: Nach einem Verbremser hatte der Deutsche seinen Mercedes in einem Notausgang geparkt. Gelbe Flaggen verhinderten anschließend, dass Teamkollege Lewis Hamilton Rosbergs Bestzeit noch einmal attackieren konnte. Hamilton war danach stinksauer, verweigerte Rosberg die Gratulation und rempelte auf dem Weg zur Pressekonferenz fast einen Fotografen um. Danach kündigte er in der britischen BBC an: „Ich weiß nicht, wie Senna und Prost das damals geregelt haben, aber ich mochte, wie Senna damit umgegangen ist.“ Was Hamilton meint: Prost hatte Senna 1989 in Suzuka abgeräumt und so den Titel geholt. Ein Jahr später ging der Kleinkrieg beim WM-Showdown weiter. Der Brasilianer rächte sich und schoss den Franzosen ab.

Wie lange geht das Mercedes-Duell noch gut? Lauda hat mit seinen Piloten Hamilton und Rosberg alle Hände voll zu tun

Nun steht der Formel 1 mit dem 'Krieg der Sterne' 2014 wohl ein ähnliches Szenario bevor. Zwischen Hamilton und Rosberg herrscht seit Samstag offenbar komplette Funkstille, beide gehen sich extrem aus dem Weg und beachten sich nicht. Mercedes-F1-Aufsichtsrat Niki Lauda ermahnte seine beiden Piloten daher noch einmal: "Ich habe mit beiden gesprochen und ihnen klar gemacht, dass einer von beiden bei einem Crash auch der Dumme sein kann, wenn der andere weiterfährt." Bereits vor dem Vorfall am Samstag hatte der Österreicher schon gewarnt: „Wenn die beiden weiter vorneweg fahren, wird es irgendwann krachen.“

Samstag

Pirelli-Kritik: Mit Platz elf war Nico Hülkenberg im Monaco-Qualifying nicht zufrieden – vor allem weil Teamkollege Sergio Perez eine Position besser war. Hülkenberg nach dem Zeittraining: „Es war heute ein Ritt auf der Rasierklinge, denn mir hat nur ein Zehntelchen (zum Einzug in Q3; d. Red.) gefehlt. Das ist enttäuschend!“ Trotzdem sei P11 aber „eine gute Ausgangsposition für Punkte.“ Kritik gab es vom Deutschen an den Reifen: „Pirelli ist hier mit einer sehr konservativen Reifenwahl hergekommen. Deshalb wird es leider ein ödes Einstopp-Rennen und Überholen ist hier sowieso immer schwierig.“ Hülkenbergs Hoffnung: „Wir brauchen einen guten Start und eine gute erste Runde!“

Bei Mercedes ist man mit seinen Fahrern zufrieden: Kein Wunder - Hamilton (Bild) & Rosberg führen die WM überlegen an!

Zetsche relativiert Alonso-Lob:
Aus Höflichkeit können ganze Gerüchte entstehen... so zuletzt beim Spanien GP geschehen. Dort hatte Daimler-Chef Dr. Dieter Zetsche Fernando Alonso als „wohl besten Fahrer im Feld“ bezeichnet und damit eine Welle an Spekulationen losgetreten, Mercedes plane ein Engagement des Ferrari-Stars. Nun ruderte der oberste Silberpfeil-Boss etwas zurück und stellte klar: „Ein Grund für diese Aussage war sicher auch, dass ich in Spanien gewesen bin und König Juan Carlos ebenfalls anwesend war. Ich bin nunmal ein höflicher Mann“, erklärte Zetsche sein überschwängliches Lob für Spanien-Held Alonso. Die Mercedes-Piloten Hamilton & Rosberg müssen sich um ihre Cockpits also keine Sorgen machen. Zetsche: „Wir haben selbst ein fantastisches Team und sind sehr glücklich mit ihnen."

Donnerstag

Das richtige Set-Up: 15 Jahre musste Ex-Jordan-Cheftechniker Gary Anderson die richtige Fahrzeugabstimmung für seine Autos finden. Der Brite weiß deshalb, worauf es in Monaco ankommt. Anderson zu ABMS: „Monaco ist brutal. Du hast fast nur enge Kurven und einen rutschigen, zum Teil unebenen Belag. Die Autos dürfen hier auf keinen Fall zum Untersteuern neigen. Das ist für den Fahrer das Schlimmste.“ Warum? Anderson: „Die Kurven werden aus Fahrersicht dann noch enger als sie eh schon sind. Der Fahrer muss praktisch in jeder Ecke lange vom Gas gehen, damit das Auto sich wieder in die richtige Richtung einrollt.“ Optimal sei ein Auto, das leicht übersteuert. Grund, so der Brite: „Dann fühlt sich der Fahrer am wohlsten bei den schnellen Richtungswechseln, die du in Monaco brauchst. Das wichtigste ist nämlich in Monaco, dass der Pilot seinem Auto absolut vertraut“ Grundsätzlich gilt deshalb im Fürstentum in Sachen Set-Up: „Viel Flügel vorne und weniger hinten.“

Fernando Alonso erhält dieser Tage viel Lob. Erst von Mercedes, nun auch von Arbeitgeber Ferrari - das half: Trainingsbestzeit in Monaco!

Ferrari unter Druck:
Immer dann, wenn Teams unplanmäßige Pressemitteilungen mit Aussagen der Führungsebene rausschicken, stimmt was nicht. So wohl auch bei der Scuderia aus Maranello. Die informierte heute Vormittag darüber, dass Präsident Luca di Montezemolo einem australischen Journalisten gegenüber folgendes Statement gemacht habe: „Fernando ist der beste Fahrer der Welt, der immer 200 Prozent gibt. Er weiß, dass ich auf ihn zähle. Es ist unglaublich, dass es immer noch sogenannte Experten gibt, die das nicht verstehen wollen und nach polemischen Situationen suchen, wo gar keine nicht existieren.“

Montezemolo meint offenbar italienische Journalisten, die glauben, Kimi Räikkönen werde gegenüber Alonso benachteiligt. Dabei berufen sie sich auf die Strategien in Barcelona. Der Spanier war spontan von einer Zwei- auf eine Dreistopptaktik gewechselt und hatte den Finnen so überholen können. Fakt ist: Alonso selbst hatte sich gestern darüber beschwert, dass Außenstehende seine Leistung stärker honorieren würden als die eigenen Leute. Hintergrund: Daimler-Vorstand Dieter Zetsche hatte Alonso bei einem Besuch in Spanien ausdrücklich gelobt. Mercedes spielte das Quote indes als Geste der Höflichkeit herunter. Schon beim Rennen in Spanien wurde Alonso gerüchtehalber in den Silberpfeil geredet, was Niki Lauda umgehend dementierte.

Lauda zu AUTO BILD MOTORSPORT: Beide Fahrer haben Vertrag

Mittwoch

Sebastian Vettel (li.) & Stefano Domenicali (re.) sorgen auch für Gerüchte, wenn der Italiener gar nicht mehr im Fahrerlager ist...

Fake-Interview sorgt für Unruhe: Vettel zu Ferrari -
das Thema ist ein Dauerbrenner. Öl ins Feuer goss nun angeblich Ex-Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali. Der italienische Journalist Leo Turrini zitiert den Italiener auf seinem Blog mit den Worten, er habe nach seinem Rücktritt im April zunächst Fernando Alonso sowie Kimi Räikkönen und dann auch Sebastian Vettel angerufen. Hintergründig habe Domenicali gesagt: „Wieso Vettel? Das müssen Sie sich schon selbst zusammenreimen.“ Die Spekulationen über einen Vorvertrag oder private Absprachen ließen nicht lange auf sich warten.

ABMS ging der Sache nach und erreichte Domenicali am Telefon. Ergebnis: Er habe den Journalisten zwar am Rande eines Events in Modena getroffen, allerdings keine seiner Fragen zur Formel 1 beantwortet. Er habe ihm lediglich mitgeteilt, dass er bislang kein Jobangebot vom italienischen Basketballverband angenommen habe. Alle anderen Aussagen entstammten offenbar der Phantasie des Reporters. Auch jene, dass Michael Schumacher, wäre er bei Ferrari geblieben, mindestens einen weiteren WM-Titel geholt hätte. Domenicali betonte, dass er es derzeit vorziehe nicht in der Öffentlichkeit aufzutreten und deshalb auch keine offiziellen Interviews oder Statements abgebe.

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach, Frederik Hackbarth

Fotos: Getty Images

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