Formel 1

Die Formel 1 live in London

Formel 1: Neue Hersteller stehen Schlange

Neuer F1-Boss will Porsche und Co.

F1-Boss Chase Carey wünscht sich mehr Hersteller für die Formel 1. Schon jetzt sind viele Automobil-Konzerne an einen Einstieg interessiert.
Kommen bald noch mehr große Autokonzerne in die Formel 1? Fakt ist: Die neuen Eigentümer von Liberty Media buhlen um die Hersteller. Auch und besonders um die deutschen. Im Interview mit AUTO BILD MOTORSPORT und SPORT BILD sagt der neue Geschäftsführer Chase Carey auf die Frage, ob man sich Audi, Porsche und BMW in der Königsklasse wünsche: "Natürlich: Unser Ziel ist es, dass solche Firmen Rennteams in der Formel 1 besitzen wollen. Deshalb passen wir die technischen und ökonomischen Rahmenbedingungen an.“ Die Formel 1 lockt Porsche und Co.!
Aber womit genau will sie die Autobauer ködern? Carey: "Wir haben bereits einige Initiativen am Laufen. Eine ist ein neuer Motor. Hut ab vor Mercedes, die den aktuellen Abtrieb am besten gemeistert haben. Aber der Unterschied in der Performance ist dadurch zu groß geraten. Deshalb wollen wir es vereinfachen unter dem Motto: lauter und billiger = besser.“ Geplant ist ein 1,6-Liter-V6-Biturbo. Auf die Wärmemaschine MGU-H soll verzichtet werden. Die Hybrid-Energie soll allein aus den Bremsen kommen. Außerdem dürfte die Benzindurchflussmenge freigegeben werden. Bestimmte Komponenten wie Turbolader, Elektromotor, Batterie und Leistungselektronik könnten standardisiert werden. Doch darin herrscht zwischen Herstellern und FIA/Formel 1 noch Uneinigkeit.

Steigt Porsche 2020 in die Formel 1 ein?

Fest steht: Derzeit nehmen gleich mehrere Konzerne die neuen Regeln, die bei Einstimmigkeit schon ab 2020 umgesetzt werden können, unter die Lupe. Darunter auch Porsche. Nach Informationen von AUTO BILD MOTORSPORT soll bis September entschieden werden, wo die Zuffenhausener in Zukunft Rennen fahren. Zur Debatte stehen eine Fortsetzung des Engagements in der WEC, ein Wechsel in die Formel E oder eben die Formel 1. Porsche dementiert das noch nicht einmal mehr. "Eine Entscheidung über die künftige Ausrichtung der Motorsportstrategie von Porsche ist noch nicht getroffen“, sagt ein Sprecher auf Nachfrage von ABMS. "Porsche wird dazu in den nächsten Wochen informieren.“
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Doch auch so berühmte englische Namen wie Cosworth und Aston Martin zeigen ernsthaftes Interesse. Cosworth-Chef Hal Reisiger sagt zu Autosport: "Sollte sich das Motorenreglement ändern, wären wir für eine Rückkehr in die Formel 1 gut gerüstet.“ Aston Martin-Geschäftsführer Andy Palmer bestätigt gegenüber Motorsport Total: "Richtig interessant wird es für uns dann, wenn klar absehbar ist, dass die notwendigen Investitionen nicht allzu hoch werden. Es kann nicht sein, dass wir erst nach zehn Jahren überhaupt Aussicht auf Profit haben. Wir können es uns nicht leisten, erst einmal hunderte Millionen zu verpulvern."
Doch auch da wollen die neuen F1-Macher schnell einlenken. Carey zu ABMS: „Wir arbeiten auch an den Kosten. Es gibt Teams, die geben derzeit 500 Millionen Dollar pro Jahr aus – andere 100 Millionen. Das behindert und verzerrt den Wettbewerb.  Wir wollen kein Wettrüsten wie im Atomkrieg – weil es den Fans nichts bringt. Und auch den Teams nichts. Ziel muss sein, dass die Mannschaften mit dem Sport Geld verdienen können. Heutzutage macht kein Team Gewinn. Verstehen Sie mich nicht falsch: Wir wollen die Technologie nicht einbremsen. Die Formel 1 soll ein Labor für Hersteller bleiben – aber gleichzeitig auch ein Sport."

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance / Sean Bull

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