Formel 1

Formel 1: Neue Regeln ab 2017

— 29.09.2016

Kein Safety-Car-Start mehr im Regen

Nicht nur bei den Autos, auch beim sportlichen Regelwerk gibt es für die F1-Saison 2017 einige Neuerungen: AUTO BILD MOTORSPORT fasst sie zusammen.

Immerhin: Die Formel 1 lernt aus ihren Fehlern. Der Motorsport-Weltrat der FIA hat am Mittwoch die Regeländerungen für die kommende Saison verkündet. Wichtigste Neuerung dabei: Ab 2017 wird es keinen Start mehr hinter dem Safety-Car geben! Sollte zu starker Regen das Sicherheitsfahrzeug in den ersten Runden notwendig machen, bleiben die Piloten nach der SC-Phase auf ihren Startplätzen stehen und fahren aus dem Stand los. Hintergrund: 2016 hatte die Königsklasse die Fans mit fliegenden Starts bei nassen Bedingungen in Monaco und Silverstone enttäuscht.

Ein Safety-Car-Start kostet das Rennen viel Spannung

Außerdem unterbindet die FIA ab der kommenden Saison das Horten von Antriebseinheiten. Grund: Mercedes-Star Lewis Hamilton hatte in Spa so viele neue Motoren eingesetzt, dass er genug Antriebseinheiten zurückgestellt hat, um den Rest des Jahres – trotz einer Überschreitung des Motorenkontingents – straffrei auszugehen. Trotzdem ist er nur beim Belgien GP dafür in der Startaufstellung zurückversetzt worden. Das geht bald nicht mehr. Die Lösung der FIA: Ab 2017 darf nur das jeweils letzte neue Element, für das es eine Strafe gibt, ohne Zusatzstrafe bei den nächsten Rennen benutzt werden.

Dazu kommt: Die normale Reifenwahl-Prozedur wurde für die ersten sieben Rennen außer Kraft gesetzt. Weil Pirelli neu entwickelte Konstruktionen, Größen und Mischungen zum Einsatz bringt, behält sich der Gummilieferant die Wahl der Mischungen fürs erste Saisondrittel vor. Dabei nominieren die Italiener für alle Piloten jeweils zwei Sätze der härtesten Mischung, vier Sätze der mittleren Mischung sowie sieben Sätze der weichsten Mischung.

Sebastian Vettels Helme

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Und: Ab sofort darf der Fahrer sein Helmdesign einmal im Jahr ändern, um eine Speziallackierung zu tragen. Auch ein Teamwechsel ermöglicht eine neue Lackierung des Kopfschutzes.

Kommentar von ABMS-Redakteur Michael Zeitler

Machen wir uns nichts vor: Der stehende Start ist der spektakulärste Moment eines Formel-1-Rennens. In der Regel zumindest. Auf den ersten Blick gilt daher: Applaus dafür, dass jetzt auch wirklich bei jedem Grand Prix stehend losgefahren wird. Bei Regenrennen wurde ja oftmals nur fliegend gestartet – nach einer Safety-Car-Phase.

Doch auf den zweiten Blick ist die Regel wieder nur Mist. Die eigentliche Kritik der Fans richtete sich ja nicht daran, dass die Formel-1-Fahrer nicht im Regen starten. Sondern, dass sie nicht im Regen fahren!

In Silverstone kam dieses Jahr schon die Sonne raus...

Die 22 weltbesten Fahrer sollen es sein. Aber anders als jeder normale Autofahrer können oder dürfen sie nicht Gas geben, wenn es etwas stärker regnet. Die Rede ist nicht von Monsunregenfällen. Die Rede ist von Rennen wie in England, als bei Sonnenschein, aber eben noch nasser Strecke hinter dem Safety-Car losgefahren wurde! Und das Safety-Car solange auf der Piste blieb, bis die ersten Fahrer bereits an die Box kamen, um sich die Regenreifen abmontieren zu lassen.

Dass bei Regen erst einmal ein paar Runden hinter dem Safety-Car gefahren wird, das wird sich auch jetzt nicht ändern. Es wird dann nur nicht mehr fliegend gestartet, sondern stehend. Und genau das wird in der Praxis zu völlig unfairen Szenarien führen.

Das Safety-Car fährt in der Regel auf der Ideallinie – und die wird bei jedem Überfahren trockener, während die restliche Strecke noch nass bleibt. Beim Start haben die Fahrer, die auf der Ideallinie losfahren dürfen dann einen extremen Vorteil, weil auf trockenem Unterboden die Traktion logischerweise viel besser ist als auf nassem. Wetten, dass darüber schon nach dem ersten Mal mächtig geschimpft wird?

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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