Neuer F1-Kurs in Baku

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Formel 1: Neuer Kurs in Baku

— 15.06.2016

Ein Tiefpunkt für die Königsklasse

Zwischen Burgmauern, Uferpromenade und Regierungsgebäuden: Die Formel 1 gibt am Wochenende erstmals in Baku Gas. ABMS stellt die neue Strecke vor.

Wie eine Mischung zwischen den alten Straßenkursen in den USA Ende der Achtziger, dem Bentonmauern-Kanal in den Straßen von Valencia, wo die Königsklasse bis vor wenigen Jahren fuhr, und dem Sotschi-Autodrom beim Russland GP kommt sie daher: Die neue Formel-1-Strecke in Baku, der Hauptstadt von Aserbaidschan, wo die Formel 1 am Wochenende erstmals gastiert. Um 15.00 Uhr deutscher Zeit sind Rosberg, Vettel und Co. am Sonntag gefordert, dann machen sie den Sieger beim Europa GP aus.

Wie in der Formel E: In Baku gibt es ganz enge Stellen

Anders als noch vor einer Woche im kalten Kanada erwartet die Teams am Kaspischen Meer zwar eine ähnliche Kurscharakteristik, mit langen Geraden und vielen harten Bremspunkten, jedoch ganz andere äußere Bedingungen. Bis zu 30 Grad heiß werden soll es am Wochenende dank des sommerlichen Kontinentalklimas. Besonders die Problematik, die Reifen in Sachen Temperatur zum Arbeiten zu bringen, die vielen Piloten bei den letzten beiden Grand Prix in Monte Carlo und Montreal das Leben schwer machte, dürfte es dann nicht geben. Dafür müssen sich die 22 schnellsten Autofahrer der Welt erst einmal auf der völlig neue Strecke eingewöhnen.
Exakt sechs Kilometer geht es mitten durchs Stadtzentrum von Baku: Für die Königsklasse ein neuer Tiefpunkt. Dabei ist jedoch nicht die Rede von den viel kritisierten Menschrechtsverstößen, die Aktivisten der Landesregierung um Präsident Ilham Alijew vorwerfen, sondern vom Meeresspiegel. Fast 30 Meter unter diesem liegt die Stadt Baku nämlich – ein krasser Gegensatz zum 'höchsten' Rennen des Jahres auf 2340 Metern in Mexiko City. Beansprucht werden die Motoren beim Europa GP aber trotzdem ordentlich: Mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 340 Stundenkilometern wird am Ende der längsten Geraden gerechnet.

Wenige Zuschauerplätze vor Ort

Diffizil wird bei der richtigen Abstimmung dann der Kontrast zu den engen und langsamen Ecken: Immerhin acht Rechts- und zwölf Linkskurven müssen die Piloten durchfahren – und das am Sonntag ganze 51 Mal. „Ich denke, das ist eine coole Strecke. Es gibt einige Hochgeschwindigkeits-Abschnitte, etwas Besonderes für einen Stadtkurs, und viele Möglichkeiten zum Überholen“, sagt Renault-Pilot Jolyon Palmer. Williams' Felipe Massa fügt hinzu: „Für mich sieht die Strecke aus wie eine Mischung aus Monaco und Singapur.“
Die Fahrer freuen sich also auf die neuste Herausforderung aus der Feder des bekannten Aachener Streckenarchitekten Hermann Tilke, der auf Vorgabe der Regierung möglichst viele Sehenswürdigkeiten Bakus in den Kurs integriert hat. Im Fernsehen will man so Touristen anlocken – vor Ort allerdings sorgt diese Begebenheit mit gerade einmal 30.000 Plätzen an der Strecke, der geringsten Kapazität aller aktuellen Austragungsorte, für ein ungewohntes Bild. Immerhin: Ein volles Haus ist so wohl garantiert...

Schöne Aussicht: Optisch macht Baku einiges her

Ob sich die Formel 1 in Sachen Stimmung damit einen Gefallen getan hat, bleibt abzuwarten – zumindest bei den TV-Zuschauern dürfte die Premiere aber gute Karten haben: Die Fußball-EM steigt mit den abschließenden Spielen in Gruppe A am Sonntag erst in den Abendstunden. An der Ballsport-Konkurrenz aus Frankreich hatten sich RTL und Co. beim Kanada GP noch die Zähne ausgebissen: Mit im Schnitt nur 3,81 Millionen Zuschauern erzielte der Kölner Privatsender den schlechtesten Marktanteil (10,3 Prozent) bei einer Grand-Prix-Übertragung in den Nachmittags- oder Abendstunden seit vergangenen Oktober.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Baku City Circuit

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