Die besten Bilder aus Austin

Die besten Bilder aus Austin Die besten Bilder aus Austin Die besten Bilder aus Austin

Formel 1: Neuer Mercedes-Rekord

— 25.10.2017

Deswegen ist Dominieren heute so einfach

Zum vierten Mal in Folge gewinnt Mercedes mehr als zehn Formel-1-Rennen pro Jahr – ein neuer Meilenstein. Es gibt immer öfter Serienmeister.

Mercedes-Formel-1-Oberaufseher Niki Lauda selbst fuhr in einer Zeit, als es keine Seriensieger gab. Von 1961 bis 1985 hat kein Fahrer seinen Titel erfolgreich verteidigen können. Lauda damals: „Formel-1-Weltmeister zu werden ist, wie wenn du als Bergsteiger von einem Achttausender herunterkommst und gleich auf den nächsten rauf musst – das schaffst nicht gleich wieder, das laugt dich aus.“

Heute ist das aber die Regel. Seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts vor 18 Jahren haben 13 Mal Teams den Weltmeister gestellt, die mehr als drei Titel in Folge holten: Von 2000 bis 2004 Ferrari mit Michael Schumacher, von 2010 bis 2013 Red Bull mit Sebastian Vettel, seit 2014 Mercedes mit Lewis Hamilton und Nico Rosberg.

Warum hat sich das Gesicht der Formel 1 so verändert? Es gibt mehrere Gründe dafür.

Erstens: Die Formel-1-Saisons werden immer länger. Mehr Rennen heißt: Höhere Chancen für mehr Siege, wenn das Auto funktioniert. In Laudas drei WM-Jahren 1976, 1977 und 1984 umfasste die WM zwischen 14 und 16 Rennen. Heute sind es rund 20. Zweitens: Der Faktor Zufall hat abgenommen. Technische Defekte sind heute extrem selten. Selbst Sebastian Vettel mit seinen zwei Ausfällen kann sich glücklich schätzen: Als Lauda 1984 zum letzten Mal Champion wurde, schied er in sechs der ersten neun Rennen aus! Auch Fahrfehler, die zum Rennende oder zu größeren Zeitverlusten führen, sind heute aufgrund asphaltierter Auslaufzonen, gutmütiger Rennautos und austrainierter Piloten nicht mehr die Regel. Defekte und Fehler waren im 20. Jahrhundert aber meistens WM-entscheidend.

Mit der Michael-Schumacher-Ära begann die Epoche der Dominanzen

Drittens: Die Kosten sind heute etwa zehn Mal so hoch wie in den 80er Jahren. Das heißt: Nur wenige Teams können sich das Wettrüsten in der Formel 1 überhaupt leisten. Seit 2000 haben sechs Mannschaften den Weltmeister stellen können. Zum Vergleich: Allein 1982 haben acht verschiedene Rennställe einen Grand Prix gewonnen!

Viertens: Nur noch Regeländerungen führen zu größeren Verschiebungen im Kräfteverhältnis. Die Red-Bull-Dominanz endete 2013 nur, weil 2014 das neue Motorreglement griff. Mercedes hat mit Ferrari 2017 nur einen ernsthaften Gegner gefunden, weil die Aerodynamik-Regeln stark geändert wurden. Ansonsten sind nur minimale Verschiebungen zu beobachten, weil das Reglement so eng gefasst ist, dass geniale Ideen einzelner pfiffiger Ingenieure nicht mehr entscheidend sind. Stattdessen kommt es auf sündhaft teure Entwicklungen im Detail an. Das hat auch damit zu tun, dass die Formel-1-Teams viel professioneller arbeiten, die Qualitäts- und Entwicklungsprozesse verbessert und die Simulationen am Computer immer wichtiger werden. Auch das Motorkonzept ist anders als im 20. Jahrhundert für alle gleich – streckenspezifische Unterschiede fallen also weg. Vorteil: Das gesamte Feld rückt etwas enger zusammen.

Fünftens: Die Zeiten, als mit Avon, Pirelli, Michelin und Goodyear bis zu vier Reifenfirmen parallel engagiert waren, sind längst vorbei. Heute gibt es einen Einheitsreifen für alle. Weil es zwischen den Reifenherstellern immer wieder zu Verschiebungen kam, haben sich auch Teams an der Spitze der Formel 1 immer wieder abgewechselt.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Hersteller

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Gebrauchtwagen