Formel 1 2017

Formel 1: Neues Auto für 2017

— 02.02.2016

Der Streit geht weiter

In der dritten Februar-Woche soll eine Entscheidung über die Zukunft der Formel 1 fallen: Teams sind weiter uneins, Kompromiss scheint aber möglich.

Noch sind die neuen Aerodynamikregeln nicht vom Tisch, die ab 2017 die Formel-1-Autos deutlich schneller und optisch attraktiver machen sollen. Beim letzten Treffen der Techniker konnten sich die Teams zwar nicht auf ein Konzept festlegen (diverse Medien berichteten). ABMS aber erfuhr: In der Zeit während des ersten Formel-1-Tests in Barcelona (22. - 25. Februar) soll es eine endgültige Entscheidung geben.

Bei Red Bull ist man zuversichtlich, dass die neuen Autos, für die sich besonders der ehemalige Rennstall von Sebastian Vettel stark gemacht hat, schon nächste Saison kommen werden. Hintergrund: Rechteinhaber CVC ist für Red Bulls Pläne und will sie unterstützen.

Die größte Hürde liegt noch bei Mercedes und Ferrari. Beide sind weiter gegen das aggressive Konzept – und das, obwohl es im Bereich der Seitenkästen bereits wieder kastriert worden war und statt fünf nur noch drei Sekunden schneller sein sollte.

Reden Mercedes' Wolff und Ferraris Arrivabene hier etwa über den gemeinsamen Gegner Red Bull?

"Mercedes redet Ferrari ein, dass Red Bull sie überholt, wenn sie zustimmen", heißt es aus der Red-Bull-Ecke. ABMS erfuhr aber auch: Offenbar haben die Teams Bedenken angemeldet, weil das vorgeschlagene Konzept die Autos zwar schneller, Überholmanöver aber noch schwerer machen würde. Dazu kommt: Die Renner würden durch die um etwa 15 Prozent verbesserte Aerodynamik und breitere Reifen stabiler und weniger anfällig für Fehler der Piloten.

Ein neutraler Formel-1-Teamchef geht deshalb von einem Kompromiss aus: "Ich glaube, die neuen Autos werden erst ab 2018 kommen, weil die Zeit zu knapp wird, die Regeln schon für 2017 einzuführen!"

Der italienische Formel-1-Zeichner Paolo Filisetti hat den letzten, bislang gescheiterten Entwurf zu Papier gebracht, der die Autos um rund drei Sekunden schneller machen soll. ABMS erklärt die Details:

Frontflügel: Der neue Frontspoiler soll in einer Delta-Form gebaut sein. Das heißt: Seine Spitze soll 20 cm über das vordere Ende der Endplatten herausragen. Dadurch, wie auch durch die neue Breite von 1,80 Metern (statt 1,65 Meter), dürfte ein aggressiverer Look entstehen. Das Problem: Je breiter der Frontflügel, desto anfälliger wird er auch für Verwirbelungen eines vorausfahrenden Fahrzeuges sein. Das wiederum erschwert Überholmanöver.

Problemzone Überholen: Hier wird nachgebessert

Luftleitbleche und Seitenkästen:
Die seitlichen Luftleitbleche feiern womöglich ein Comeback, um den Luftfluss entlang der Seitenkästen zu verbessern. Die Seitenkästen selbst wirken schlanker aufgeräumter. Das verbessert die Aerodynamik. Die Gesamtbreite der Karosserie soll indes bei 1,40 Meter bleiben. Allein der Unterboden würde auf 1,80 Meter erweitert und ragt damit jeweils 20 Zentimeter über die Seitenkästen hinaus. Das kommt dem Topspeed zugute.

Reifen und Fahrzeugbreite: Die maximale Fahrzeugbreite wird von 1,80 auf zwei Meter ansteigen. Schuld daran sind breitere Reifen. Vorn wächst die Auflagefläche von 270 mm auf 320 mm. Die Folge: Das Handling des Autos soll sich dramatisch verbessern. In Kurven wird es stabiler liegen als bisher. Dadurch kann der Fahrer mehr attackieren und schneller durch die Kurven fahren.

Hinterreifen: Wie vorne werden die Pneus auch hinten breiter. Die Lauffläche wächst von 325 auf 405 mm. Die größere Auflagefläche soll dem höheren Drehmoment, das der Hybridmotor mit sich gebracht hat, Rechnung tragen. Gleichzeitig bauen die Gummis mehr mechanischen Grip auf und erhöhen so auch in langsameren Kurven die Haftung.

Diffusor: Der soll weiter unterhalb des Autos in Höhe der Achse beginnen – dadurch ist der Diffusorkanal länger. Auf welcher Höhe er endet, darüber streitet man noch. Je höher, desto mehr Grip. Aber auch umso mehr schlechte Luft für den Angreifer dahinter.

Im Fokus: Am Heckflügel soll sich einiges ändern

Beam-Wing:
Wieder erlaubt wäre der sogenannte Beam-Wing, ein zweites Heckflügelelement, das Stabilität und Effizienz des Hecks vergrößert. Der Abtrieb würde steigen. Das ist nicht gut für Hinterherfahrende.

Heckflügel: Der Heckspoiler soll wieder niedriger werden. Seine maximale Höhe sinkt von 94 auf 80 cm. Das allein würde die Effizienz des Heckflügels verringern. Deshalb rückt er weiter nach hinten und wird auch wieder breiter. Insgesamt wächst er nach den letzten Plänen von 80 auf 95 Zentimeter Breite. Dadurch würde das Heck angriffslustiger wirken, ohne etwas von seiner aerodynamischen Effizienz zu verlieren.

Autor: Ralf Bach

Fotos: Paolo Filisetti / Picture-Alliance

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