Formel 1: Die Hinterbänkler

Formel 1: Neues Team aus China

Prost: "Perfekter Zeitpunkt"

Es gibt Gerüchte über ein neues Formel-1-Team aus China. Alain Prost, Ex-Teambesitzer, erklärt, warum der Zeitpunkt für einen Einstieg gut ist.
Dem Formel-Sport sterben die Teams weg. Nur noch zehn Formel-1-Rennställe – und der Blick auf andere Formel-Serien ist alarmierend. Vergleich 2007 und 2017: Die Formel 3.5 hatte damals noch 15 Teams, heute sechs, die Formel 2 hatte damals 13 Teams, heute zehn. Die Formel 3 kam auf zwölf und hat heute fünf. Die IndyCar kam auf 17 Vollzeitteams, heute sind es acht. Eine GP3 (mit sechs Teams) gab es noch nicht, dafür eine Euro Formel 3000 mit zehn Teams. Macht zusammengerechnet 67:35 Rennmannschaften. Oder: Fast die Hälfte aller Equipen ist in den letzten zehn Jahren gestorben.
Auch in der Formel 1 macht sich Besorgnis breit. Die Kosten sind für Privatteams längst viel zu hoch. Aber genau sie macht der Reiz aus, findet auch Alain Prost. Als viermaliger Weltmeister hat er nach seiner Karriere fünf Jahre ein eigenes Formel-1-Team besessen. Er sagt zu AUTO BILD MOTORSPORT: „Früher waren wir Rennteams, jetzt sieht alles mehr nach Business aus. Und das ist auch ein Grund, wieso wir Fans verlieren. Sie verstehen nicht ganz, wieso ein Getränkehersteller wie Red Bull Automobilmarken und richtige Rennteams besiegen kann.“

Der letzte Formel 1-Weltmeister mit eigenem Team: Alain Prost

Doch es keimt Hoffnung auf. Es gibt Gerüchte über ein neues Formel-1-Team aus China – mit Basis in England. Teammanager bestätigen, dass es Abwerbungsversuche ihrer Mitarbeiter für ein neues Projekt gab. Und der neue Formel-1-Sportchef Ross Brawn bestätigt mehr als zehn Anfragen neuer Teams. Das Problem: Die meisten erkundigten sich vor allem nach dem Preisgeld. Das gibt es jetzt im vollen Umfang erst nach ein paar Jahren – je nach Erfolg. Um Scharlatanen vorzubeugen.

Formel 1: Die Hinterbänkler

Trotzdem sieht Prost den idealen Zeitpunkt zum Einstieg in die Formel 1: „Ich kann sagen: Wer heute ein Privatteam aufmachen will, hat es einfacher als zu meiner Zeit (1997-2001, die Red.). Sie war wahrscheinlich die schlechteste überhaupt. Denn wir haben nie mehr als zehn Millionen Dollar aus dem Einnahmetopf bekommen, habe aber 28 Millionen Dollar im ersten Jahr für die Motoren bezahlt, 30 im zweiten – wie soll das funktionieren? Heute bekommt jedes Team mindestens 40 Millionen Dollar Preisgeld.“
Dazu kommt: Der neue Formel-1-Besitzer Liberty Media will den Sport auf eine gesunde Plattform stellen. Also auch die Einnahmen gerechter verteilen. Heute fangen die Topteams durch Bonuszahlungen einen Großteil des Preisgeldes ab. Für die kleinen Teams bleiben in Relation dazu nur Almosen. Bis 2020 ist dieser Verteilungsschlüssel noch festgeschrieben, dann könnten auch kleinere und neue Teams mehr Geld bekommen.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture Alliance / Getty Images

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