Hülkenberg

Formel 1: Nico Hülkenberg vor dem Heimrennen

— 17.07.2014

Geärgert über Perez-Podium

Vor dem Heim-Grand-Prix in Hockenheim spricht AUTO BILD MOTORSPORT mit allen vier deutschen Formel-1-Piloten. Heute: Force Indias Nico Hülkenberg.

Herr Hülkenberg, wie lautet Ihr Fazit der ersten Saisonhälfte?

Das ist durchweg positiv. Ich hatte in jedem Rennen Punkte. Nur das Highlight hat gefehlt, der Podiumsplatz. Es hat mich natürlich sehr geärgert, dass das ausgerechnet meinem Teamkollegen gelungen ist.

Wie geht es 2015 weiter?

Über die Zukunft mache ich mir noch keine großen Gedanken. Ich bin sehr zufrieden da, wo ich gerade bin.

Wie besonders ist das Heimrennen für Sie?

Etwas sehr Besonderes. Weil man vor heimischer Kulisse fährt. Weil man irgendwo ist, wo man schon sehr oft war. Weil man schon oft hier gewonnen hat und deshalb Erinnerungen wach werden. Und weil es mein Heimatland ist. Ich bin Deutscher. Und da ist man schon ein wenig patriotisch.

Spüren Sie einen Heimvorteil?

Vorfreude auf den Heim-Grand-Prix in Deutschland: Hülkenberg posiert mit der Nationalflagge

Das glaube ich jetzt eher nicht. Es gibt ja genug Training. Selbst die Jungs, die noch nicht so oft da gefahren sind, haben nach wenigen Runden die Strecke total im Griff. Deshalb gibt es dieses spezielle Gefühl nicht beim Fahren. Aber ansonsten schon, speziell in Hockenheim. Jedes Mal wenn ich über die Brücke fahre in Richtung Fahrerlager bekomme ich immer noch ein Gänsehautgefühl. Hockenheim hat eine ganz eigene Atmosphäre. Zum Beispiel durch das einzigartige Motodrom. Das ist, als würdest du in einem Fußballstadion fahren.

Fühlen Sie sich als deutsches Nationalteam?

Nein, das nicht. Wir sind alles Einzelkämpfer, jeder ist für sich selbst verantwortlich. Beim Fußball ist jeder für jeden da. Da reißt man sich den Hintern auf, um den Fehlern eines anderen wieder auszubügeln. Bei und freut man sich eher, wenn einer ausfällt.

Ist die Konkurrenz zwischen den Deutschen größer als zu anderen?

Das spielt keine große Rolle. Obwohl: Wenn ich Erster bin, kann gerne ein anderer Deutscher Zweiter werden. Weil ich ja dann der beste Deutsche bin.

Bewerten Sie bitte die aktuelle Leistung Ihrer drei deutschen Fahrerkollegen! Überrascht es Sie, dass Nico Rosberg Lewis Hamilton schlägt?

Nein, das überrascht mich nicht. Nico macht einen sehr guten Job. Besonders in Monaco, da ist Nico eine Bank. Er hat mit Lewis Hamilton einen der besten Fahrer der Welt als Teamkollegen. Da schlägt das Pendel mal für den einen, mal für den anderen aus. Die schenken sich nicht viel.

Vettel?

Er ist mehr am Strampeln. Mit viel Pech und technischen Problemen. Er hat mit Daniel Ricciardo zudem einen jungen Piloten, der richtig heiß auf Erfolg ist. Wobei ich nicht weiß, ob das bei Mark Webber noch so war. Ich schätze Daniel stärker ein. Es wird bei den beiden das ganze Jahr eine enge Kiste bleiben.

Und Adrian Sutil, mit dem sie quasi das Cockpit getauscht haben? Eigentlich müssen Sie darüber ja froh sein...

... wenn man die Ergebnisse bisher betrachtet, klar. Alles andere wäre gelogen. Es ist natürlich schwer seine Leistung zu bewerten, weil er ja in einem unterlegenen Auto sitzt. Grundsätzlich komme ich mit allen dreien gut klar. Wobei ich mit Nico und Adrian mehr Kontakt habe als mit Sebastian.

Was gefällt Ihnen an Deutschland und was nicht?

Hülkenberg findet: Deutschland hat viel zu bieten... neuerdings auch den Fußball-Weltmeister

Die landschaftliche Vielfalt zum Beispiel. Der Süden ist ganz anders als der Norden. Unsere Industrie ist speziell. Das Gütesiegel 'Made in Germany' ist etwas ganz Besonderes. Da gibt es richtig geile Produkte. Was nicht so gut ist? Das Warten auf den Berliner Flughafen zum Beispiel.

Können Sie die deutsche Hymne singen?

Nicht ganz, aber den Anfang.

Welche drei Eigenschaften sind typisch deutsch und treffen diese Tugenden auch auf Sie zu?

Pünktlichkeit, Gründlichkeit und Zuverlässigkeit. Pünktlich bin ich auch, gründlich nicht bei allem: Bei mir kann schon mal ein Koffer ein paar Tage unausgepackt herumstehen. Zuverlässig bin ich wieder.

Ihr Lieblingsort in Deutschland?

Außer meinem Heimatort Emmerich? Ich mag die Gegend um Frankfurt sehr. Zum Beispiel abends in Sachsenhausen zu sein, das genieße ich.

Ihr deutsches Lieblingsgericht?

Irgendwas mit süßem Pfannkuchen.

Schlager oder deutsche Welle?

Schlager geht normal gar nicht, obwohl ich Helene Fischer gut finde. Ich habe vor kurzem das erste Mal den Song 'Atemlos' gehört und ihn gleich heruntergeladen.

Die größte Errungenschaft Deutschlands?

Wie gesagt, die technischen Innovationen, die aus Deutschland kommen, die Automobilfirmen, aber auch High-Tech-Konzerne.

Und in der Formel 1?

Auf jeden Fall die Erfolge von Michael Schumacher.

Ihr Ziel für den Deutschland-Grand-Prix?

Was ganz Besonderes zu leisten. Sowas wie ein Podiumsplatz.

Wollen Sie auch mal ein Selfie mit Angela Merkel?

Ja, weil sie die Kanzlerin ist.

Mehr zu Nico Hülkenberg, ausführliche Interviews mit den deutschen F1-Stars und vieles mehr zum großen Heimrennen auf dem Hockenheimring am kommenden Wochenende lesen Sie in AUTO BILD MOTORSPORT - ab Freitag als Heft im Heft in AUTO BILD überall am Kiosk.

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Force India

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.