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Formel 1: Nico Rosberg soll "Sack zumachen!"

— 12.11.2016

Rosbergs Feinde: Regen und Verstappen

Nico Rosberg kann am Sonntag Weltmeister werden: Nicht nur Lewis Hamilton und die Red Bulls stehen ihm dabei im Weg - nun kommt auch noch Regen hinzu.

Nico Rosberg startet am Sonntag von Platz zwei in den Großen Preis von Brasilien (17.00 Uhr MEZ/Sky und RTL). Mit einem Sieg wäre er Weltmeister. Das Problem: Sein Mercedes-Teamkollege Lewis Hamilton fährt von der Pole-Position los. Trotzdem soll Rosberg, dessen Mercedes auch in Brasilieln stärker ist als der Ferrari oder der Red Bull, voll auf Angriff fahren. "Nico muss schon in Brasilien versuchen, den Sack zumachen", sagt sein Vertrauter und Ex-Ferrari-Star Gerhard Berger zu AUTO BILD MOTORSPORT. "Das heißt, aggressiv gegen Hamilton fahren, der ab jetzt mehr zu verlieren hat, und etwas vorsichtiger im Zweikampf mit anderen Fahrern sein." Das gilt besonders für den Start.

Rosberg startet hinter Rivale Hamilton in das Rennen

Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve rät entsprechend: "Nico muss jetzt den Start gewinnen. Er muss Hamiltons Statistik in Brasilien nutzen. Auf dieser Strecke konnte Lewis noch nie gewinnen. Das heißt, dass er dort warum auch immer weniger klar kommt als woanders." Obwohl er nun die Pole holte...

Allein: Der Regen und Max Verstappen könnten dem Deutschen noch einen Strich durch die Rechnung machen. Hintergrund: Rosberg gilt als zu vorsichtiger Regenfahrer. Beim letzten Regenrennen in Monaco musste er Hamilton sogar passieren lassen. Noch hat er kein Rennen bei Nässe gewonnen. Berger: "Nico geht bei Regen einfach weniger Risiko als Lewis." Und als Red Bulls Shootingstar Max Verstappen, der von Platz vier startet.
So lief das Qualifying in Sao Paulo: Hamilton zeigt sich selbstbewusst

Um die Fahrweise des Holländers zofften sich am Wochenende in Brasilien sogar Mercedes-Teamchef Toto Wolff und Red-Bull-Berater Helmut Marko. Hintergrund: Wolff hatte Verstappens Vater Jos angerufen und ihn gebeten, dass Max sich nach der zweifachen Fast-Kollision mit Rosberg in Mexiko aus dem WM-Kampf raushalten möge. Für Red Bull ein No-go. Marko beteuert zwar, das Problem sei ausgeräumt, hält aber auch fest: "Ich habe Niki (Lauda; d. Red.) gesagt, er soll Toto vorschlagen: Um 11 Uhr  fahren die Mercedes ihr Rennen, um 14 Uhr alle anderen." Markos Kampfansage: "Klar fahren wir weiter voll auf Angriff. Max kann machen, was er will." Auch Verstappen selbst betont: "Ich fahre so, wie ich das immer gemacht habe. Auf meinen Dad höre ich bei Renn-Sachen, auf meine Mum, wenn es um Möbel oder gutes Essen geht."

Mercedes vs. Red Bull: Zuletzt in Mexiko knallte es fast

Marko sieht auch im möglichen Regen eine Chance für Red Bull. "Sollte es regnen, teile ich den Optimismus von Rosberg keineswegs. Dann fahren wir um den Sieg mit, denn in Sachen Set-up sind wir einen Kompromiss in diese Richtung eingegangen."

Rosberg hofft indes auf einen Nichtangriffspakt mit Verstappen und Co. "Es ist normal für andere Fahrer, nicht anders zu fahren, nur weil andere im Titelkampf sind", räumt er ein. "Ist ja nicht ihr Problem. Aber. Alle müssen versuchen dabei im Limit zu bleiben. Zuletzt gab es viele Strafen, vielleicht ist es deshalb besser darauf hinzuweisen, dass ein halber Gang zurück vielleicht die richtige Richtung sein könnte."
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Wolff glaubt indes an Rosberg: "Es liegt alleine in Nicos Händen. Das macht die Situation einfacher für ihn und nimmt Druck von seinen Schultern, weil er um eine zweite Chance in Abu Dhabi weiß."

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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