Formel 1: Nico Rosberg

Formel 1: Nico Rosberg über Hamilton

"Der Kampf hat mich ausgesaugt"

Nico Rosberg gibt sein erstes Exklusiv-Interview nach dem Rücktritt: In SPORT BILD spricht er über Lewis Hamilton und Michael Schumacher.
Nico Rosbergs erstes Exklusivinterview nach dem Rücktritt! "Gegen Lewis im gleichen Auto zu kämpfen und zweimal zu verlieren, war schrecklich, ekelhaft“, gibt der Weltmeister gegenüber SPORT BILD zu. "Ich musste mich immer wieder antreiben, neu betanken, zurück kämpfen. Lewis ist so ein starker Fahrer. Ihn zu schlagen ist einfach nur anstrengend. Das saugt einen aus – körperlich aber vor allem mental. Jetzt habe ich mein Ziel erreicht.“
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Es sei einfach "immer mehr, mehr, mehr zu wollen“, so der Deutsche. "Aber man muss dabei auch vorsichtig sein und darf sich selbst als Mensch nicht verlieren. Für mich gibt es nicht mehr als diesen Titel. Ich wollte ihn und ich habe ihn. Ich fühle mich, als hätte ich den Mount Everest bestiegen, stehe nun da oben und blicke in die Ferne. Kein Gipfel ist höher. Was soll da noch kommen?“

Dieses Bild wird es nicht mehr geben

Auf dem Weg zum Titel ging es für Rosberg "darum, dieses eine fehlende Prozent zu finden. Ich habe viel getüftelt. Zum Beispiel meine Handschuhe umnähen lassen für bessere Starts. Ich habe Mental-Training gemacht, angefangen zu meditieren. In Japan hab ich vor dem Rennen einen Zen-Meister getroffen. Das hat alles noch mal aufs nächste Level gehoben. Im letzten Winter habe ich mir außerdem zwei Gokarts gekauft und bin gefahren, gefahren, gefahren – so viel wie damals, als ich 14 Jahre alt war und um die Kart-WM gekämpft habe. Und ich habe ganz nüchtern analysiert, warum Lewis mich in Zweikämpfen so oft geschlagen hat. Die Analyse hat ergeben: Ich muss risikoreicher fahren. Und das hat dann auch funktioniert.“
Insgesamt hätten ihn Hamilton und auch Michael Schumacher zu einem perfekten Rennfahrer gemacht. Rosberg: "So kann man das sagen, ja. 2016 gab es den besten Nico Rosberg aller Zeiten. Mit seinem ständigen Siegeswillen hat Lewis mich zu Höchstleistungen getrieben."
Auch mit Schumacher „war es nicht leicht, aber auch er hat mich genau wie Lewis zu dem gemacht, was ich heute bin. Teamkollege von Michael zu sein, war eine tolle Erfahrung. Wenn man ihm bei der Arbeit zuschaute, merkte man, warum er sieben Mal Weltmeister geworden ist. Er machte alles sehr professionell, war immer voll motiviert und extrem diszipliniert. Ich fand es inspirierend, wie er mit dem Team arbeitete und wie kompromisslos und fokussiert er agierte. Und er war auch sehr wichtig für meine Karriere – denn wenn ich ihn nicht geschlagen hätte, wäre ich sicher nicht mehr lange bei Mercedes gefahren.“
Ob Rosberg die Formel 1 vermissen wird? "Vermissen ja, zurückkommen nein“, so Rosberg. "Dieses Kapitel ist definitiv vorbei für mich. Vielleicht übernehme ich ja irgendwann mal eine andere Rolle in der Formel 1. Das ist für mich der schönste Sport der Welt. Aber jetzt bin ich erst einmal Vater und Ehemann. Wir machen einen langen Urlaub. Ohne Rückflug-Ticket."
In der Bildergalerie haben wir Rosbergs schönste Kinderfotos bis zu seinem ersten Formel-1-Test zusammengestellt.

Formel 1: Nico Rosberg


Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance

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