Die besten Bilder aus Abu Dhabi

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Formel 1: Nico Rosberg Weltmeister 2016

— 27.11.2016

Nico Rosberg im Weltmeister-Interview

Nico Rosberg hat es geschafft: Der Deutsche krönt sich in Abu Dhabi erstmals zum Formel-1-Weltmeister. Das sagt er zu seinem größten Triumph.

Am Ziel seiner Träume: Nico Rosberg hat sich in einem dramatischen Finale in Abu Dhabi seinen ersten Titel in der Formel 1 geschnappt. Schon auf dem Podium flossen die Tränen, als der frischgebackene Champion den Triumph seiner Frau Vivian und Töchterchen Alaia widmete. Anschließend wurde Rosberg mit Deutschlandflagge auf Schultern durch die Mercedes-Garage zum Teamfoto, bei dem auch sein geschlagener Rivale Lewis Hamilton anwesend war, getragen und mit Rosenwasser übergossen. Das sagt der dritte Deutsche F1-Champ nach Michael Schumacher und Sebastian Vettel zu seinem Erfolg.

Herr Rosberg, Glückwunsch zum ersten Titel in der Formel 1. Sie sind Weltmeister!

Den Titel widmete Rosberg seiner Frau Vivian

Nico Rosberg: Es ist unfassbar! Das ist ein Kindheitstraum, der jetzt hier in Erfüllung geht. Weltmeister zu werden unter solch harten Bedingungen heute und am Ende der längsten Saison in der Geschichte - gegen Lewis (Hamilton; d. Red.), der ein unglaublicher Gegner ist und einer der besten aller Zeiten. Ich danke allen, die mich dabei unterstützt haben - am Fernseher zu Hause, aber auch denen, die an die Strecke gekommen sind. Es ist wirklich sehr speziell. Ich danke auch allen bei Mercedes, das ist meine Rennfamilie, seit ich 2010 hierher gekommen bin. Das war ein sehr langer Weg.

Besonders, weil ihr Teamkollege es ihnen heute noch einmal richtig schwer gemacht hat und vorne absichtlich langsam gefahren ist. Er sagt, er hätte das Recht, an der Spitze das Tempo zu kontrollieren...

Das ist ein bisschen sehr einfach. Man kann aber sicher die Teamperspektive verstehen und auch die von Lewis. Trotzdem muss man auch ihm gratulieren. Er hatte eine tolle Saison und es war immer sehr schwer ihn zu schlagen. Das hat man auch heute gesehen. Lewis versucht immer alles. Deshalb ist er dreifacher Weltmeister. Es fühlt sich an, als sei ich mein ganzes Leben gegen ihn gefahren und jedes Mal hat er mir den Titel vor der Nase weggeschnappt. Diesmal nicht. Diesmal habe ich ihn geholt!

Wie spannend war das Rennen im Auto mit all dem Druck?

Hamilton machte es Rosberg so schwer wie möglich

Es war unglaublich schwierig und schrecklich intensiv. Erst mit Max (Verstappen; d. Red.), als mir das Team sagt, dass es jetzt kritisch wird für die WM - von allen Fahrern ausgerechnet gegen ihn! Und auch danach als Lewis versucht hat mich aufzuhalten. Das war seine Chance und wie er es versucht hat. Er hat es sehr gut gemacht, denn er hat in Sektor eins gepusht, ist mir also vor der Überholzone davongefahren. Auf dem Rest der Runde hat er mich dann aufgehalten. Ich steckte fest und von hinten kamen auch schon die anderen, vor allem Sebastian (Vettel; d. Red.) mit frischen Reifen. Es war definitiv nicht das angenehmste Rennen. Im Gegenteil: Es war das härteste meiner Karriere.

Welches Gefühl überwiegt nun?

In erster Linie einfach nur Erleichterung. Dass es vorbei ist. Ich kann es kaum erwarten, den Titel jetzt richtig zu feiern. Nach der Zieldurchfahrt war ich einfach nur leer und musste unter dem Helm erst mal eine Träne verdrücken.

Sex on Fire! Sehen Sie im Video: So ausgelassen feiert Rosberg selbst seinen Titel:




Ihre Eltern sind auch hier, haben sich extra in Dubai versteckt und sind nun für die Party rübergefahren...

Ruhe nach dem Sturm: Rosberg genießt den Triumph

Es ist wunderbar, dass sie hier sind. Meine Mutter habe ich schon gesehen, meinen Vater aber noch nicht. Ich hoffe er ist okay. Ich habe mir ein bisschen Sorgen gemacht ehrlich gesagt, denn das Rennen dürfte auch von außen sehr intensiv gewesen sein. Jedenfalls bin ich sehr stolz, denn jetzt gibt es zwei Rosbergs als Weltmeister! (lacht)
Noch einmal zum Rennende: Was ist ihnen in den letzten Runden durch den Kopf gegangen?

Es ist unmöglich, diese Intensität zu erklären. Aber es war ein furchtbares Gefühl da draußen: Zwei Autos direkt hinter mir und es geht um die WM. Ich durfte keinen Fehler machen, sonst wär's das gewesen. Puh!

Hätten Sie Hamilton nicht auch einfach angreifen können - oder andersrum: Vettel durchlassen, weil Platz drei auch genug gewesen wäre?

Siegerfoto: Auch Rivale Hamilton musste mitjubeln

Zum Angriff gab es keine Chance, obwohl ich es versucht habe. Lewis hat alle seine Fähigkeiten eingesetzt. Es gab absolut keinen Weg für mich an ihm vorbeizukommen. Und Sebastian durchzulassen war sowieso keine Option. Denn dahinter war der verrückte Max...

Das erste Duell mit Verstappen im Rennen konnten Sie für sich entscheiden. War das eines ihrer besten Überholmanöver in der Formel 1?

Mit Sicherheit, es war cool. Er war sehr aggressiv, hat nicht nachgegeben. Wir sind aber nicht kollidiert und bin vorbeigekommen. Es fühlte sich unglaublich gut an, das war wirklich ein unglaublich intensives Gefühl im Auto - so habe ich mich im Auto noch nie gefühlt.

Wie haben Sie es geschafft im Auto, aber auch das ganze Wochenende über cool zu bleiben? Haben Sie überhaupt geschlafen in der Nacht vor dem Rennen?

Ja, ein paar Stunden. Aber ich war nicht sonderlich transparent dieses Wochenende, musste mich selbst etwas schützen. Den Fokus zu behalten, war sicher ein Schlüsselelement, wieso ich jetzt hier stehe: Kontinuität. Es war nochmal ein hartes Wochenende für mich, aber jetzt genieße ich es einfach.

Hätten Sie sich vor einem Jahr nach der Titelniederlage beim USA GP und ihrem Kappenwurf mit Hamilton gedacht, dass sie das Ruder so rumreißen können?

Die Mechaniker trugen den Champion auf Schultern

Austin war der Wendepunkt. Nicht der Kappenwurf, aber das ganze Wochenende war damals sehr hart. Danach habe ich zwei Tage nur damit verbracht, darüber nachzudenken. Und ich bin zu dem Schluss gekommen: So etwas möchte ich nie wieder erleben. Das war auch ein großer Teil des Erfolgs in diesem Jahr.

Was ändert der nun in ihrem Leben?

Das kann ich noch nicht beantworten. Ich denke die nächsten Tage werden sehr speziell. Heute Abend wird atemberaubend!

Ändert sich denn ihre Startnummer für 2017 - also treten Sie mit der 1 an, die dem Weltmeister vorbehalten ist?

Auch das weiß ich noch nicht. Das werden wir dann sehen. Nun wird erstmal gefeiert. Ich will jetzt so richtig die Sau rausgelassen!

Autoren: Frederik Hackbarth, Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance

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