Niki Lauda

Formel 1: Niki Lauda zum Krisengipfel

— 28.08.2014

Unnötiges Risiko vermeiden

Bei Mercedes kracht es hinter den Kulissen nach dem Teamkollegencrash von Spa. Aufsichtsratschef Niki Lauda bezieht bei AUTO BILD MOTORSPORT Stellung.

Herr Lauda, morgen soll es in der Mercedes-Fabrik in Brackley zum Mercedes-Krisengipfel kommen. Mit welchen Erwartungen und Zielen gehen Sie dorthin?

Ich werde nicht dabei sein, sondern nur Toto, Paddy und die beiden Fahrer. Morgen wird in Brackley alles noch einmal aufgearbeitet, was in Spa passiert ist. So ist der Plan.

In BILD sagen Sie heute, Nico Rosberg und Lewis Hamilton müssen wieder mehr Verantwortung übernehmen. Wie macht man den beiden das am besten klar?

Unsere Fahrer haben die Verantwortung immer gehabt und übernommen, sie ist zuletzt aber etwas aus dem Ruder geraten. Das war zwar ein normaler Rennunfall, aber der darf im Mercedes-Team nicht in der zweiten Runde gegeneinander passieren.

Warum?

Wenn ein Rennunfall mit einem Konkurrenten passiert, ist das verständlich. Da geht’s um Millimeter oder Zentimeter. Intern geht das nicht. Das werden Toto (Wolff; d. Red.) und Paddy (Lowe; d. Red.) morgen den beiden erklären. Denn bei Mercedes geht es um die Gesamtverantwortung, die Weltmeisterschaft in beiden Kategorien zu gewinnen - auf dem schnellsten Weg, nicht auf dem Langsamsten!

Sie hatten Nico Rosberg direkt nach dem Rennen die Schuld am Crash gegeben. Sehen Sie das immer noch so?

Es war ein Rennunfall der passieren kann, aber zum falschen Zeitpunkt und am falschen Ort.

Daimler-Vorstand Dieter Zetsche hat sich in Interviews immer wieder gegen eine Stallorder ausgesprochen. Ändert sich das jetzt?

Da ändert sich nichts. Es kommt darauf an unnötiges Risiko zu vermeiden. Aber ich möchte dem Treffen morgen nicht vorgreifen. Abwarten, welche Entscheidungen morgen gefällt werden.

Auch der öffentlich gemachte Boxenfunk heizt eine Situation wie die in Ihrem Team weiter an. Finden Sie das gut oder schlecht?

Der Funk von den Fahrern an den Kommandostand ist gut. Die Zuschauer sollen die Emotionen ruhig mitbekommen. Auch Strategiehinweise oder -absprachen von der Box in Richtung Fahrer sind okay. Was mir nicht gefällt: Wenn den Fahrern gesagt wird, wie sie fahren sollen. Um es brutal und übertrieben auszudrücken: Mit welchem Gang durch welche Kurve. Das ist nicht gut für den Motorsport und untergräbt die Wichtigkeit und Würde der Fahrer. Das sollte man anders lösen.

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Getty Images

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