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Formel 1: Offener Brief der Fahrer

— 23.03.2016

F1-Piloten proben den Aufstand

Kritik am eigenen Sport: Die Fahrer-Vertreter der Formel 1 haben einen offenen Brief verfasst und greifen darin die aktuellen Entscheidungsstrukturen an.

Auch wenn die Aktion seit geraumer Zeit geplant war und es sich nicht um eine "spontane Reaktion" handele, wie Alex Wurz, seines Zeichens Präsident der Fahrervereinigung GPDA, umgehend mitteilte: Letzten Endes war es wohl die schaurige Posse um das neue Qualifying-Format, die das Fass zum Überlaufen brachte. Nach nur einem gescheiterten Versuch beim Saisonauftakt in Australien ist der kontroverse Modus bereits wieder abgeschafft. Was bleibt, ist der zugefügte Imageschaden. Eben diesen wollen die Formel-1-Fahrer nicht länger tolerieren und tatenlos zusehen, wie ihr Sport ins Lächerliche gezogen wird. Deshalb haben sie sich am Mittwochabend in einem offenen Brief zu Wort gemeldet.
Fahrerlager-Experte Eddie Jordan exklusiv: Ecclestone ist angeschlagen

Wortführer unter den aktuellen Piloten: Vettel & Button

Neben den offensichtlichen Misständen der Königsklasse, die der Formel 1 in jüngster Vergangenheit immer wieder Kritik eingebracht haben, prangert das Schriftstück vor allem die verrostete Entscheidungsstruktur in der höchsten Motorsportklasse an - und darf damit auch als Meuterei gegen F1-Zampano Bernie Ecclestone verstanden werden. Unterzeichnet ist es von Jenson Button, Sebastian Vettel und Alex Wurz, jedoch im Namen aller Grand-Prix-Piloten! Welche Reformen die Fahrer in ihrem Apell fordern, weshalb sie sich mehr Gehör wünschen und warum sie sich gerade jetzt an die Öffentlichkeit wenden, lesen Sie hier:

Der offene Brief im Wortlaut

Liebe Formel-1-Verantwortlichen, -Zuschauer und -Fans, die Grand-Prix-Piloten möchten folgende Stellungnahme abgeben:

Wir als Fahrer lieben unseren Sport! Von Kindertagen an haben wir davon geträumt, in den schnellsten Rennwagen der besten Teams auf den coolsten Rennstrecken gegen die besten Fahrer der Welt zu fahren. Wie suchen den Wettbewerb und lieben die Formel 1 nahezu bedingungslos. Daher haben wir, abgesehen von unseren Fans, vielleicht das aufrichtigste Interesse an der Formel 1.

Die Formel 1 wird derzeit durch ein weltweit schwieriges wirtschaftliches Umfeld, ein verändertes Verhalten von Fans und Konsumenten sowie durch grundsätzliche Veränderungen in der TV- und Medienlandschaft herausgefordert. Daher ist es entscheidend, dass die Führungskräfte des Sports kluge und wohl durchdachte Anpassungen vornehmen.

Pressestimmen Australien GP

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Wir haben das Gefühl, dass einige Regeländerungen, seien sie sportlicher oder technischer Art oder geschäftlich begründet, zerstörerisch sind, die wirklich großen Probleme unseres Sports nicht angehen und daher seinen zukünftigen Erfolg aufs Spiel setzen. Wir wissen, dass von den Führungskräften des Sports, seien es nun die Inhaber, ihre Vertreter, die Regelhüter, Teams oder anderen Verantwortlichen, jeder Einzelne in gutem Willen handelt.

Daher sind der Fahrer zu dem Schluss gekommen, dass der Prozess der Entscheidungsfindung in diesem Sport überholt und schlecht strukturiert ist und damit Fortschritte verhindert. Er kann vielmehr manchmal im Gegenteil zu Stillstand führen. Das rückt unseren Sport in ein schlechtes Licht, verhindert, dass er auf die nächste Generation der Fans vorbereitet ist und schränkt sein globales Wachstum ein.

Fahrer- und Teamnoten Australien GP

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Wir drängen darauf und bitten die Inhaber und alle Verantwortlichen der Formel 1, ihre Führungsstruktur zu überdenken. Die zukünftige Ausrichtung der Formel 1 und alle Entscheidungen, seien sie lang- oder kurzfristig, seien sie sportlicher, technischer oder geschäftlicher Natur, sollten einem klaren Gesamtkonzept folgen. Ein solches Konzept sollte die Grundsätze und Werte der Formel 1 berücksichtigen.

Wir müssen sicherstellen, dass die Formel 1 ein Sport bleibt, bei dem die besten Fahrer in den außergewöhnlichsten Maschinen auf den coolsten Rennstrecken eng gegeneinander kämpfen. Die Formel 1 sollte den besten Fahrern, Teams und Rennstrecken vorbehalten sein, und Partner und Zulieferer sollten zu einer solchen Elite-Meisterschaft passen.

Girls beim Australien GP 2016

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Die Formel 1 ist zweifelsfrei die Spitze des Motorsports und gehört zu den populärsten und meistgesehenen Sportarten der Welt. Wir Fahrer stehen zusammen und bieten unsere Hilfe und Unterstützung an, damit die Formel 1 als solches erhalten beleibt, sie fit für die Zukunft ist und auch zukünftigen Generationen noch viele Jahre lang Spaß macht.

Wir möchten noch einmal betonen, dass wir mit diesem offenen Brief nur die besten Absichten verfolgen, und dass er nicht als blinder oder respektloser Angriff gesehen werden sollte. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und die Freiheit, unsere Gedanken in Worte zu fassen.

Mit besten Grüßen,

im Namen der Grand-Prix-Fahrer: Jenson Button, Sebastian Vettel und Alex Wurz.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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