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Formel 1: Pech bleibt Ricciardo treu

— 13.06.2016

Verstappen ignoriert Teamorder

Tristesse bei Red Bull in Kanada: Mercedes und Ferrari außer Reichweite, erneut Boxenpanne bei Ricciardo. Verstappen immerhin Vierter - aber ungehorsam.

Zuletzt in Monaco hatte Daniel Ricciardo noch um den Sieg gekämpft und war nur auf Grund einer Panne beim Boxenstopp Lewis Hamilton unterlegen. Am Sonntag in Montreal musste er aus weiter Ferne zusehen, wie sich der Brite mit Ferraris Sebastian Vettel um den ersten Platz beim Kanada GP duellierte. Red Bull war zu den beiden anderen Top-Teams nicht in Schlagdistanz. Lediglich eine Begebenheit aus Monaco wiederholte sich bei Ricciardos Team – sehr zum Leidwesen des Australiers: Der verunglückte Boxenstopp.
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Teamchef Christian Horner hatte kein Problem mit dem eigenmächtigen Handeln von Max Verstappen

Doch diesmal konnte Ricciardo seinem Team dafür nicht die Alleinschuld geben. Ob Ricciardo ohne den Fehler beim zweiten Stopp – der Mechaniker vorne rechts brachte das Rad nicht richtig drauf. Zeitverlust: Mindestens anderthalb Sekunden – weiter vorne als auf Platz sieben hätte landen können, lautete nach Rennende die Frage eines Reporters an Teamchef Christian Horner. Die Antwort des Briten: „Ohne den schleichenden Plattfuß, den er sich eingefahren hat, hätte Daniel weiter vorne landen können...“ Hintergrund: Nach dem Monaco GP hatte Ricciardo sein Team hart kritisiert, diesmal aber handelte er sich selbst den Zusatzstopp ein.

„Es war von uns beiden kein sauberes Rennen – nicht von mir und nicht vom Team“, urteilte Ricciardo selbst salomonisch. „Ich habe in Kurve 13 einen Fehler gemacht, mich verbremst und so den Reifen beschädigt. Das Team war dann wieder nicht sauber beim Stopp.“ Doch auch ohne den neuerlichen Fauxpas, fand Ricciardo: „Es war kein toller Sonntag. Ich hatte immer Verkehr, das war die Story meines Rennens.“ Brisant: Gerade in der Anfangsphase war dieser Verkehr sein eigener Teamkollege.

Verstappen verteidigt Platz vier

Obwohl das Team Youngster Max Verstappen anwies, Ricciardo durchzulassen, tat der Holländer dies nicht. Eine Gewohnheit, die er bei Stallordern auch schon bei seinem alten Team Toro Rosso an den Tag legte. Ricciardo, der die Position an Verstappen nur verloren hatte, weil im Startgetümmel der durch die Wiese rodelnde Nico Rosberg vor ihm zurück auf die Strecke kam: „Was soll ich dazu sagen? Ich war im ersten Stint auf den ultrasoften Reifen gut unterwegs und klar schneller als Max. Das habe ich am Funk auch gesagt.“ Das Team gab die Empfehlung an Verstappen weiter, allein die Reaktion blieb aus.
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Verstappen ließ den Red Bull nur teilweise fliegen

Der 18-Jährige verteidigte sich nach dem Rennen: „Ich habe von Beginn an meine Reifen geschont und Benzin gespart. Als der Call vom Team kam, habe ich mir gedacht: 'Ok, dann gebe ich halt wieder Gas.'“ Teamchef Horner nahm seinen Schützling  daher aus der Schusslinie. „Es sah zunächst so aus, als sei Daniel schneller. Dann aber waren Max' Reifen wieder besser, also haben wir sie so weitermachen lassen.“ Von der Performance des jüngsten Piloten im Feld war Horner indes beeindruckt: „Von Max war es ein sehr gutes Rennen. Wie er sich am Ende gegen Nico (Rosberg; d. Red.) verteidigt hat, war hervorragend.“
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„Ich war lange Zeit auf Platz vier und habe mir gedacht: 'Den gebe ich jetzt nicht so einfach her!'“, erklärte Verstappen sein Duell mit dem WM-Führenden in den Schlussrunden. „Ich wusste, dass es hart wird, aber ich habe gekämpft und es hat geklappt. Schade ist nur, dass es nicht für das Podium gereicht hat.“ Dafür aber war der Williams von Valtteri Bottas einfach zu schnell. Vor allem weil bei Red Bull die Reifen nicht hielten. Horner: „Die kalten Temperaturen haben uns getroffen. Mit den Bedingungen heute sind beim Reifenverschleiß manche Autos besser und manche schlechter umgegangen. Wir gehörten leider zur zweiten Gruppe.“

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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