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Formel 1: Perfekter Rosberg erhöht den Druck

— 09.11.2014

Hamilton in Fehler getrieben

Nico Rosberg liefert in Brasilien ein perfektes Wochenende ab. Das zeigt bei Titelrivale Lewis Hamilton Wirkung: Der Brite patzt in Interlagos.

Er kann es noch! Erstmals seit seinem Heimsieg in Hockenheim am 20. Juli hat Nico Rosberg wieder ein Formel-1-Rennen gewonnen. In der Hitze von Brasilien benötigte Rosberg dazu jedoch einen wahren Husarenritt – und ein lupenreines Rennwochenende. Nachdem er alle drei Trainingssitzungen und das Qualifying für sich entschieden hatte, gab sich der Wiesbadener auch im Rennen keine Blöße und fuhr vor Teamkollege Lewis Hamilton seinen fünften Saisonerfolg ein. „Es war ein tolles Wochenende. Ich habe mich im Cockpit die ganze Zeit über sehr wohlgefühlt und das Auto war gut ausbalanciert. Damit macht es natürlich umso mehr Spaß zu fahren“, so Rosberg nach der Zieldurchfahrt.

Verbesserung seit Austin

Hamilton (hinten) folgte Rosberg (vorne) wie ein Schatten - nur vorbei kam der Brite in Sao Paulo nicht

„Ich konnte voll attackieren und den Abstand zu Lewis im Rennen so auch immer kontrollieren. Ich bin sehr glücklich, dass das geklappt hat.“ Doch nicht nur von außen betrachtet war der Schlagabtausch der Silberpfeile einmal mehr äußerst eng. „Mein Start war super, danach wurde es aber schwer, weil die weichen Reifen ungewöhnlich schnell abgebaut haben“, erklärte Rosberg. Was den WM-Zweiten besonders freute: „Ich habe mich seit Austin verbessert. Dort habe ich versäumt, im entscheidenden Moment den Druck auf Lewis so zu erhöhen, dass er nicht vorbeikommt.“ In Interlagos gelang Rosberg das – und wie: Runde 29, erstarrte Gesichter in der Mercedes-Box. Hamilton kreiselt in Kurve vier durch die Auslaufzone!

Hamilton geht zu viel Risiko

Was war passiert? Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff erklärt: „Nico war bereits an der Box und Lewis bekam seinen Code ‚Hammertime’. Er wusste, er muss jetzt voll draufhalten, um Nico zu schnappen und ist Sektorbestzeiten gefahren. Dann hat er auf den alten Reifen aber einen Tick zu viel Risiko genommen und das Auto verloren.“ Hamilton hat Glück, die asphaltierte Auslaufzone rettet ihn. Zeit kostet der Mega-Quersteher trotzdem. Mercedes-F1-Aufsichtsratsboss Niki Lauda nach dem Rennen: „Lewis wird sich richtig ärgern. Es war sein Fehler und ohne den wäre er am Schluss vielleicht eine Position weiter vorne gewesen. Aber Nico hat ihn in diesen Fehler getrieben, er war heute der Bessere.“

Piquet nervt Hamilton

Während Rosberg sich vom Publikum feiern ließ, wurde Hamilton von Piquet aufs Korn genommen

Auch Wolff glaubt: „Der Fehler hat Lewis vermutlich den Sieg gekostet, denn seine Zwischenzeiten hätten sonst wohl für die Führung gereicht.“ Entsprechend bedröppelt die Miene des Briten bei der Siegerehrung. Als dann auch noch Ex-Weltmeister Nelson Piquet für die Interviews aufs Podium kommt, erst Rosberg zu dessen Leistung auf der Strecke und Hamilton anschließend lieber zu seiner Freundin Nicole Scherzinger gratuliert, wird es dem 29-Jährigen zu blöd. Während die anderen feiern, schnappt Hamilton sich seinen Pokal für Rang zwei, stürmt vom Podium. Vor dem Finale in Abu Dhabi hat Hamilton nun 17 Punkte Vorsprung. Trotz der doppelten Punkte reicht dem Weltmeister von 2008 ein zweiter Rang zum erneuten Titelgewinn.

Knisternde Spannung vor dem Finale

Doch Hamilton weiß, dass er sich keine Fehler erlauben darf. „Ich muss mich in Abu Dhabi im Vergleich zu heute ein bisschen verbessern. Jetzt entscheidet sich alles im letzten Rennen“, so der WM-Spitzenreiter. Sein Momentum nach zuletzt fünf Siegen in Folge ist Hamilton durch den Rosberg-Erfolg aber auf jeden Fall los. Lauda: „Nach heute ist Nico natürlich umso mehr motiviert.“ Denn der Deutsche hat gesehen, dass unter Druck auch Hamilton in die Knie geht. Deswegen grinst Rosberg verschmitzt: „So wie heute kann es in Abu Dhabi gerne weitergehen.“ Und Toto Wolff fügt mit Blick auf seine beiden WM-Rivalen an: „Die Atmosphäre bei uns im Team ist nun noch intensiver. Jetzt knistert es richtig!“

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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