Haas

Formel 1: Perfektes Timing

— 20.10.2016

Jubiläum beim Haas-Heimspiel

Das neue Haas-Team hat sein erstes Heimspiel. Dazu passend feiert Romain Grosjean ein Jubiläum: 100. Start bei einem Formel-1-Rennen. Grund für Optimismus?

In der NASCAR hat das Haas-Team noch zwei Piloten im Titelrennen: Kevin Harvick und Kurt Busch. In der Formel 1 liegt der US-Rennstall vor dem Heimspiel in Austin nur auf Rang acht in der Tabelle.

Trotzdem ist der Chef zufrieden. Gene Haas: „Selbst wenn wir die meisten Punkte zu Beginn des Jahres geholt haben, ist das erste Jahr supererfolgreich.“ Was er anspricht: Seit acht Rennen ist Haas ohne Zähler geblieben, in den neun Rennen davor kamen dagegen 28 Zähler aufs Konto.

Die Neueinsteiger mussten Lehrgeld zahlen: Die Reifen ins richtige Arbeitsfenster zu bringen ist mit dem Haas-Ferrari, der in intensiver Zusammenarbeit mit Ferrari und dem italienischen Chassisbauer Dallara in Italien entstand, extrem schwierig. Auch das ein Grund, wieso zuletzt in Japan ein starkes Quali-Resultat (beide Fahrer in den Top-10) nicht in Punkte umgemünzt werden konnte.

Gene Haas ist seit 2016 Formel-1-Teambesitzer

Romain Grosjean schimpfte hinterher: „Ich war nach einem Rennen noch nie so frustriert. Einfach, weil viel mehr drin war.“ Der Franzose fährt in Austin seinen 100. Grand Prix. Bisher stand er zehn Mal auf dem Podest und sammelte 315 WM-Punkte. Rang sieben im Gesamtklassement 2013 im Lotus-Renault ist sein bisher bestes Resultat. Damit bleibt sein Opa Fernand Grosjean der erfolgreichere Sportler in der Familie: Er wurde 1950 im Riesenslalom Vize-Weltmeister.

Grosjean will das noch ändern. Der 30-Jährige ist auch deswegen zu Haas gegangen, weil er das Team als Sprungbrett zu Ferrari sieht. Doch die Scuderia beißt bisher nicht an. Zu wechselhaft ist der Ruf des Franzosen. Unvergessen ist seine Crashserie 2012, nach der er sogar für ein Rennen gesperrt wurde.

Inzwischen hat er sich dank eines Sportpsychologen vom Crashpiloten zum Routinier entwickelt. Er schätzt die Situation bei Haas so ein: „Es gibt noch Dinge, die wir verbessern müssen und die immer noch nicht nach Plan laufen. Wir sind sehr optimistisch aufgrund des neuen Frontflügels und des Verhaltens des Autos bei freier Fahrt."

Grosjean ist für das Team auch eine wichtige Stütze, erklärt Teamchef Günther Steiner: „Er ist für uns ganz wichtig. Wir haben als Team so gut wie keine Referenzpunkte. Romain sagt uns genau, wo wir mit dem Wagen stehen. Es mag stimmen, dass er ab und an mächtig über den Wagen schimpft, aber er weiß, was zu tun ist."

Deswegen gilt es als sehr wahrscheinlich, dass Grosjean 2017 an Bord bleibt. Gleiches gilt für Stallgefährte Esteban Gutiérrez.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: picture-alliance

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