Formel 1: Die Hinterbänkler

Formel 1: Pleiten-Hersteller

— 14.03.2017

Honda mit vielen Pannen-Vorgängern

McLaren geht mit Motorhersteller Honda baden. Doch das ist nichts Neues in der Geschichte: Auch Subaru und Porsche leisteten sich peinliche F1-Auftritte.

Sechs Honda-Motoren für acht Testtage. Ab jetzt heißt es: Jeder McLaren-Fahrer muss mit vier Motoren alle 20 Saisonrennen bestreiten. Honda blamiert sich mit zu wenig PS und einer extrem hohen Pannen-Quote als Pleitenhersteller der Formel  1. Dabei begann die Beziehung zwischen Honda und McLaren so hoffnungsvoll: Mit den Japanern wollte McLaren aus den Reihen der Kundenteams austreten und stattdessen als Werksteam nach dem Titel greifen. Jetzt ist McLaren Schlusslicht. Fernando Alonso und Stoffel Vandoorne reisen quasi mit der an Sicherheit grenzenden Gewissheit zum Auftakt nach Melbourne (26. März), das Rennen nicht beenden zu können. 

Im Winter blieb der McLaren-Honda ständig stehen

Doch es geht noch schlimmer. Subaru verkündete 1987 den Einstieg in die Formel 1. Doch anstatt die Motoren selbst zu bauen wurde die italienische Motorschmiede Motori Moderni damit beauftragt, ein 3,5-Liter-V12-Triebwerk zu konstruieren. Das Resultat: zu schwer, zu schwach, zu spritfressend. Mit 567 PS brachte der Subaru-Motor mehr als 100 PS weniger auf den Asphalt als die Konkurrenz. Das Minardi-Team, das 1989 die Testfahrten durchführte, entschied sich daher gegen die Subaru-Power.

Für den Einstieg 1990 fand sich mit Coloni nur noch ein Team, das höchstens Formel-3-Niveau hatte. Der Rennstall hatte kaum mehr als ein Dutzend Mitarbeiter, war hochverschuldet, die Autos wurden von Ingenieuren der Universität Bologna konstruiert. Die Kombination war zum Scheitern verurteilt: Bei den acht Versuchen verfehlte der Coloni-Subaru mit Bertrand Gachot am Steuer jedes Mal schon die Vorqualifikation – mit Rundenzeiten, die zwischen zehn und 18 Sekunden langsamer waren als die Pole-Zeiten. Im Mai wurde Teamchef Enzo Coloni entlassen, Subaru versuchte das Team selbst zu führen, gab aber nach wenigen Wochen auf.

Porsche musste sogar Geld zurückzahlen

Selbst historisch erfolgreiche Marken sind vor Blamagen in der Formel 1 nicht gefeit. Für rund 25 Millionen Dollar bestellte der neue Arrows-Teambesitzer Wataru Ohashi 1991 bei Porsche einen Motor. Es war erst fünf Jahre her, als Porsche mit McLaren mehrmals Weltmeister wurde. Arrows-Mitbegründer Alan Rees prognostizierte voller Vorfreude: „Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass wir im nächsten Jahr von niemanden an PS übertroffen werden.“

McLarens Saison 1994 mit Peugeot endete mit 10 Motorschäden

Aber: Der 3,5-Liter-V12-Motor war extrem übergewichtig: Mit 213 Kilogramm war er mehr als 80 Kilo schwerer als etwa das Ferrari-Triebwerk. Und mit 670 PS war der Motor zwar keine lahme Schnecke, aber dennoch deutlich schwächer als die Konkurrenzmotoren von Honda und Renault. Bei sechs WM-Rennen konnte sich Michele Alboreto nur vier Mal qualifizieren. Und in diesen vier Rennen platzte der Motor. Zwischen Arrows und Porsche entbrannte ein riesiger Streit. Noch während der Saison wurde der Vierjahresvertrag gekündigt. Porsche verhandelte noch mit Jordan über eine Zusammenarbeit 1992, zog sich dann aber doch ganz aus der Formel 1 zurück und kam nie wieder. Die 25 Millionen Dollar musste man sogar an Ohashi zurückzahlen.

Auch McLaren griff bei der Partnerwahl schon daneben. 1994 buhlten mehrere Hersteller um den Erfolgsrennstalls, darunter Chrysler. Doch Teamchef Ron Dennis entschied sich für Peugeot. McLaren blieb in jenem Jahr 1994 ohne Sieg. Zehn Mal explodierte der Motor. Peinlich war vor allem der Platzer in Silverstone am Auto von Martin Brundle noch in der Startaufstellung!
Tapferer Kampf ganz hinten: Schlusslichter der letzten 30 F1-Jahre

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Getty Images; Picture-alliance

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