Formel 1

Formel 1: Pro und Kontra

— 31.03.2011

Formel 1 – fad oder faszinierend?

Die Formel 1 gibt wieder Gas – endlich, meint so mancher Freund des Spektakels. Doch der größte Rennzirkus der Welt hat bei weitem nicht nur Freunde. Über Sinn und Gänsehaut lässt sich trefflich streiten.

"Die Formel 1 ist längst ein langweiliger Circus Maximus",
glaubt Redakteur Tomas Hirschberger.

Jetzt fahren sie wieder im Kreis herum, die Herren Multimillionäre – und halb Deutschland schläft dabei ein. Nichts gegen Vettel, ein begnadetes Talent. Doch für mich ist die Formel 1 längst ein grottenlangweiliger, dekadenter Circus Maximus. Ein ultrahocherhitzter Kommerz-Kirmes, bei der Renn-Napoleon Bernie Ecclestone gottgleich die Spielregeln diktiert und sich dumm und dämlich verdient.

Langweiliger Zirkus

Redakteur Tomas Hirschberger.

Bei der zu viele Milchbubis mit Daddys Geld und überschaubarem Talent anderen in die Karre fahren dürfen oder die Ideallinie vermasseln. Sorry, aber mit Rennsport hat das wenig zu tun. Atemberaubende Drifts, tollkühne Fahrmanöver und elegante Renn-Boliden haben wir doch das letzte Mal gesehen, als die Fahrer noch Caracciola, Graf Berghe von Trips oder Jochen Rindt hießen. Was wurde nicht alles getan, um die Formel 1 spektakulärer zu machen. Effekt: gleich null. Kers-System und verstellbare Heckflügel haben in Melbourne nachweislich nicht zu einem Überholvorgang beigetragen. Zudem sieht längst eine Windkanal-Flunder aus wie die andere. Über Sieg und Niederlage entscheiden die Herren am Kommandostand, nicht die im Cockpit. Regeln werden regelmäßig gebrochen, die Technik der Autos dreist manipuliert, dass sich der Asphalt wellt. Strafen gibt's selten. Geld regiert, Geld gewinnt Rennen. Alles nur Show. Wer dafür früh aufsteht, bitte. Ich dreh mich noch mal um und schlaf' noch 'ne schnelle Runde.

Redakteur Sebastian Renz.

"Die beste Show der Welt, wenn in Monaco die Leitplanken zittern", sagt Redakteur Sebastian Renz.

Schon aus Selbstschutz verteidige ich die Formel 1 – ich habe ihr so viel meiner Jugend geschenkt. 2011 ist meine 20. Grand-Prix-Saison: Das heißt 323 Trainings, 323 Qualifikationen, 323 Warm-ups und 323 Rennen. Das sind Monate vor dem Fernseher, seit dem 1. März 1992, als Nigel Mansell den GP von Südafrika in Kyalami gewann. Doch ich bereue nichts, wenn ich mich an Nachmittage erinnere, als in Monaco die Häuser zitterten, während die besten Rennfahrer der Welt am Casino vorbeidonnerten, sich in Monza Windschattenduelle zwischen Variante Ascari und Parabolica lieferten oder mit ihren 780 PS starken Autos im Regen in Spa die Eau Rouge hinaufdrifteten. Ich habe gejubelt, als Mansell, Hill und Villeneuve Weltmeister wurden, mich über Schummel-Schumi aufgeregt. Dabei bin ich keiner dieser bierseligen Fans, die schon zwei Wochen vor dem deutschen GP im Hardtwald kampieren, immer Klappstühle herumtragen und überall grillen.

Nicht nur für Nerds

Kein Nerd, der ständig jemanden belehren will, wer beim GP Brasilien 1999 die viertschnellste Runde fuhr (nur der Vollständigkeit halber: Es war Jean Alesi auf Sauber Petronas), keiner, der jammert, dass die Rennen früher besser waren. Stimmt nicht, denkt mal an die dröge 95er Saison. Ich war nie bei Rennen und weiß, dass es Quatsch ist, zu behaupten, Rennsport fördere die Entwicklung neuer Techniken für Serienautos. Formel 1 ist nicht mal richtiger Sport, sie ist eine Milliarden Dollar schwere Sport-Show – aber die beste der Welt.

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