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Formel 1: Qualifying disqualifiziert

— 22.03.2016

Alle Formate der Geschichte

Die Formel 1 erlebte in ihrer Geschichte schon diverse verschiedene Qualifying-Formate. Der Versuch beim Australien GP war nicht der einzige gescheiterte.

Nach dem Qualifying-Desaster von Melbourne kehrt die Königsklasse in Bahrain aller Voraussicht nach zum ursprünglichen Modus des Vorjahres zurück. Über eine bessere Version des Eliminierungs-Systems wollen die Macher dennoch weiter nachdenken. Heute kaum vorstellbar: In den ersten Jahrzehnten des GP-Sports gab es gar kein Qualifying! Der einfache Grund: Die Autos gingen nicht gleichzeitig, sondern zeitversetzt nach einigen Sekunden auf die Bahn (Sekunden, die sie freilich wieder gutgeschrieben bekommen haben). Erst beim Großen Preis von Frankreich 1922 gab es den ersten Massenstart. Die Reihenfolge wurde aber noch per Los bestimmt.
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Premiere dann beim Monaco GP 1934: Die Zeiten des Trainings werden als Reihenfolge für die Startpositionen festgelegt. Die Idee eines Qualifyingtrainings war geboren. Doch die Abläufe und Regeln dieses Qualis wurden über die Jahre mehrfach geändert.

Pressestimmen Australien GP

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Das Langzeit-Quali:
Von 1950 bis 2002 überlebte ein einziges Format: Am Freitag und Samstag gab es jeweils eine einstündige Qualisession, die insgesamt schnellste Zeit eines Fahrers wurde für die Erstellung der Startaufstellung herangezogen. Anpassungen gab es nur wenige. Zum Beispiel die Messmethode: Bis Ende der 50er Jahre wurde nur auf die Zehntelsekunde gestoppt, bis 1980 auf die Hundertstel, seit 1981 sogar auf die Tausendstel. Ab den 80er Jahren wurde außerdem die Anzahl der erlaubten Runden pro Fahrer und Sitzung auf zwölf beschränkt. Ab 1996 fiel außerdem das erste Qualifying am Freitag weg, jetzt gab es nur noch die einstündige Sitzung am Samstag.
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Besonders für die kleinen Teams war das Quali hart

Das brutalste Quali:
Aus Sicherheitsgründen fiel in den 70er Jahren die Entscheidung, nicht mehr als 26 Fahrer zu einem Formel-1-Rennen zuzulassen. Das Qualifying wurde daher auch zu einem Ausscheidungsrennen: Wer auf den Plätzen 27 aufwärts landete, musste wieder abreisen. Weil es in den 80er Jahren immer mehr neue Teams gab, wurde 1988 dann das härteste Qualifying der Geschichte eingeführt: Das Vorquali. 26 Plätze für eine Teilnahme am Qualifying waren für die besten 13 Teams des Vorjahres reserviert, doch die restlichen Rennställe mussten im Vorquali um vier Slots kämpfen.

Fahrer- und Teamnoten Australien GP

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Wer schnell genug war, durfte ins Qualifying, wo dann unter allen Teilnehmern die besten 26 ausgesucht wurden. Wer aber bereits im Vorquali ausschied, der musste schon am Freitag abreisen. Dem heutigen WTCC-Pilot Gabriele Tarquini erging es 25 Mal so. „Es war verrückt. Uns wurden sogar die Akkreditierungen für das Fahrerlager abgenommen, womit wir auch unsere Sponsoren nicht mehr herumführen konnten.“ Bis 1996 sah das Reglement ein Vorquali vor, aber weil viele Teams zusperrten, war schon ab 1993 keines mehr nötig.
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Die Fahrer gingen allein auf ihre schnelle Runde

Das Einzelzeitfahren:
Das Qualifying, das bis 2002 angewendet wurde, hatte ein großes Problem: Eine Rennstrecke wird mit jeder gefahrenen Runde schneller, weil immer mehr Reifengummi auf die Piste gelegt wird und dieser dann für mehr Haftung sorgt. Das führte dazu, dass vor allem die Topteams in den ersten Minuten des Qualifyings nicht gefahren sind. Um schon ab der ersten Minute Action zu garantieren, wurde 2003 das Einzelzeitfahren eingeführt. Gefahren wurde sogar zwei Mal: Am Freitag nach dem WM-Stand (der Führende zuerst), am Samstag nach dem Ergebnis des Freitags (der Schnellste zuletzt). Nur die Zeiten am Samstag zählten für die Startaufstellung, allerdings wurde mit einer zusätzlichen Regel für eine Durchmischung des Grids gesorgt: Die Fahrer mussten bereits auf ihrer Qualirunde die Benzinmenge mit sich führen, mit der sie das Rennen starten wollten.

Girls beim Australien GP 2016

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Kleinere Teams konnten also mit weniger Benzin (Nachtanken war noch erlaubt) pokern und sich mit einem leichteren Auto weiter vorne qualifizieren. Das System wurde immer wieder angepasst, 2004 fanden beide Qualis am Samstag direkt hintereinander statt. 2005 wurde die zweite Sitzung auf Sonntag gelegt - und beide Zeiten aus beiden Sessions addiert! Das sorgte aber für so viel Kritik, dass diese Regel schon nach dem sechsten Lauf in Monaco wieder gestrichen wurde und nur noch am Samstag ein einziges Einzelzeitfahren stattgefunden hat.

Viel Verkehr auf der Strecke - besonders in Q1

Das Ausscheidungs-Quali:
Seit 2006 gibt es nun das Ausscheidungsquali in drei Abschnitten: Je nachdem wie viele Fahrer pro Rennen gemeldet werden, fallen im ersten Abschnitt Q1 nach einer gewissen Zeit die langsamsten Fahrer aus, in Q2 die nächsten und in Q3 fahren dann die besten zehn Fahrer um die Pole-Position. Die Zeiten der Fahrer werden nach jedem Abschnitt gestrichen. Gefahren werden darf unbegrenzt, allerdings sorgt die limitierte Anzahl der Reifensätze dafür, dass nicht permanent Autos auf der Strecke sind. Für die Fahrer von Q3 gilt: Das Rennen muss mit dem Reifensatz gestartet werden, mit dem sich der Pilot auch qualifiziert hat.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance / Getty Images

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