Formel 1: Die besten Bilder vom Kanada GP

Formel 1: Red Bull am Start im Vorteil?

Verstappen erinnert Lauda an Villeneuve

Max Verstappen strahlt mit Startplatz drei in Montreal. Warum der Holländer jetzt alles riskiert und wo noch Red Bulls Schwachstelle liegt.
Für Red-Bull-Pilot Max Verstappen (20) hat sich der dritte Platz im Qualifying zum Großen Preis von Kanada wie ein Sieg angefühlt: "Wir wissen, dass es gerade in Q3 sehr schwer ist, mit Mercedes und Ferrari mitzuhalten. Da haben wir einen entscheidenden Powernachteil. Aber wir können im Rennen um den Sieg mitfahren. Außerdem glaube ich, dass es ein Riesenvorteil beim Start für mich ist, im Gegensatz zu den Ferraris und den Mercedes mit den weicheren Reifen loszufahren."

Max Verstappen zeigt in Kanada eine gute Leistung

Die Ansage des Niederländers müssen Pole-Mann Sebastian Vettel und Valtteri Bottas, Vettels Nachbar in der ersten Startreihe, als Drohung verstehen. Verstappen will beim Start in Montreal alles riskieren, um nach der ersten Schikane in Führung zu liegen. Er kalkuliert bewusst, dass Bottas und besonders Vettel eher nachgeben werden als er, weil sie aufgrund des Punktestandes in der WM mehr zu verlieren haben.
Was Verstappen mit dem Powernachteil angedeutet hat, wird von Red-Bull-Chefberater Helmut Marko näher definiert. "Auch wenn ich mich ständig wiederhole, aber sowohl Mercedes als auch Ferrari haben diesen sogenannten Partymodus, der in Q3 aktiviert wird. Den hat Renault in dieser Form nicht. Bringt dieser spezielle Modus bei uns acht Hundertstelsekunden, sprechen wir bei Mercedes und Ferrari von zwei bis drei Zehnteln." Besserung ist kurzfristig nicht in Sicht. Erst in Monza will Renault die nächste Weiterentwicklung des Motors präsentieren.
Verstappen lässt sich davon aber nicht demotivieren. "Wir haben ein super Auto, dass haben wir in Monaco gesehen und auch hier. Kanada ist einer der ungünstigsten Kurse für uns und trotzdem bin ich Dritter im Qualifying. Da muss man zufrieden sein." Der Red Bull generiert so viel Abtrieb, dass er sogar mit wenig Flügel fahren kann, um auf den Geraden trotzdem schnell zu sein.

Verstappen will Vettel am Sonntag attackieren

Die harte Kritik am Niederländer ist indes wieder verstummt. Am Donnerstag war Verstappen von den ständigen, teilweise auch unfairen Fragen zu seinem Fahrstil so genervt, dass er mit einem Kopfstoß gedroht hatte, wenn diese nicht aufhören. "Das habe ich auch ernst gemeint", sagt er zu AUTO BILD MOTORSPORT, "nicht etwas wie manch andere Dinge, die auf Wetten mit Kumpels basieren." Hintergrund: Die Verstappens denken sich manchmal Begriffe aus, die Max dann bei der nächsten Pressekonferenz unterbringen muss. "Der Kopfstoß", wiederholt Verstappen, "gehörte aber nicht zu unserem Spiel."
Es gäbe keinen Grund seinen Fahrstil zu ändern. "Von Zero zum Hero und umgekehrt - das geht in der Formel 1 extrem schnell", grinst Verstappen. Ein Beispiel dafür gab Mercedes-F1-Chef Niki Lauda ab. Der Österreicher, der in den vergangenen Wochen einer der härtesten Kritiker Verstappens war, verglich ihn sogar mit Kanadas Legende Gilles Villeneuve. Als ihn ein kanadischer Fernsehsender fragte, wer ihn von der heutigen Fahrergeneration am meisten an das furchtlose Ferrari-Fahrgenie erinnert, musste Lauda nicht überlegen: "Max Verstappen." Der junge Niederländer reagierte extrem humorvoll, als er davon erfuhr: "Gilles Villeneuve sah sehr gut aus. Deshalb habe ich gegen den Vergleich nichts einzuwenden."

Autor: Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance

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