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Formel 1: Red Bull plant die Zukunft

— 09.06.2014

Mit Vettel, Ricciardo & Newey

Red Bull stellt nach dem ersten Saisonsieg die Weichen für die Zukunft. Daniel Ricciardo soll bleiben - mit Designer Adrian Newey hat man verlängert.

Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko brauchte nach Daniel Ricciardos Sieg beim Großen Preis von Kanada erst mal Ruhe für das Datenstudium. Der Grazer saß alleine an einem Tisch hinter dem Red-Bull-Motorhome, direkt am Wasser. Das erste Fazit, das ihm die Runden-, Boxenstopp- und Sektorenzeiten sowie WM-Tabelle sagten: „Jetzt stellt euch mal vor, Daniel hätte nicht zweimal null Punkte gehabt, dann wäre er jetzt noch dichter an Hamilton (kommt auf 118 Zähler - Ricciardo hält nun bei 69 WM-Punkten; d. Red.) dran.“

Renault weiter im Hintertreffen

Stolzer Sieger: Daniel Ricciardo bescherte Red Bull in Kanada den ersten Saisonerfolg 2014...

Marko ging kurz die Treppe hoch, um Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz sein Insiderwissen per Telefon weiterzureichen. Dann kam er wieder und nahm Glückwünsche entgegen. Die Freude über Ricciardo und den dritten Platz von Sebastian Vettel – sie war zwar da. Aber der Blick nach vorne zum Heimrennen in Österreich in zwei Wochen ließen ihn nicht vor Jubel abheben. „Auf dem Red-Bull-Ring gibt es lange Geraden und Bergaufpassagen. Da wird Mercedes nur dann wieder zu schlagen sein, wenn sie Probleme bekommen.“ Was Marko immer noch Sorge macht: „Renault gibt sich zwar Mühe. Aber große Fortschritte sind nicht zu spüren. In Bahrain fuhren die Mercedes uns noch weg, obwohl wir den Heckflügel flach stellen konnten. In Montreal konnten wir unter gleichen Umständen den Abstand halten. Aber ans Überholen war nicht zu denken.“

Ricciardo nach Sieg obenauf

Sebastian Vettel bestätigt: „Wir haben einen klaren PS-Nachteil.“ Die Konsequenz der Analyse: Für die Zukunft muss sich Red Bull überlegen, wie man auch aus eigener Kraft Mercedes wieder schlagen kann. Dafür stellt man schon vor dem Heimrennen die Weichen. AUTO BILD MOTORSPORT erfuhr: Die Option auf Kanada-Sieger Daniel Ricciardo wurde gezogen. Die Verlautbarung, dass der Australier bis mindestens Ende 2015 Teamkollege von Vettel bleibt, könnte schon während des Heimrennens am Red-Bull-Ring erfolgen. „Spätestens der Sieg hat doch gezeigt“, so Marko „dass es die absolut richtige Entscheidung war, auf Daniel zu setzen – trotz seiner Jugend und der dementsprechenden Unerfahrenheit. Wir sind sehr stolz auf ihn. Er ist unbekümmert und freut sich einfach im Moment seines Lebens.“

Weichen auf lange Sicht stellen

... zur Belohnung soll der Strahlemann aus Australien schon bald mit einem neuen Vertrag ausgestattet werden

Fernziel ist es sogar, Vettel und Ricciardo bis 2018 im Team zu halten. Die Chancen stehen gut. „So eine Phase schweißt zusammen“, bestätigte Vettel auf ABMS-Nachfrage. Noch mehr Geschmack will man den beiden mit einem neuen Konzept machen: Red Bull will langfristig nicht nur ein Getränkehersteller bleiben, sondern zusätzlich ein Technologie-Konzern werden. Dafür verlängerten die Österreicher den Vertrag mit Design-Genie Adrian Newey bis mindestens 2018. Aber mehr noch: Newey soll nicht nur oberster Techniker bleiben. Red Bull gab dem genialen Briten als Leiter eines neuen „Red-Bull-Technology-Center“ in der Fabrik in Milton Keynes eine zusätzliche Spielwiese. Bau von Segelyachten, Flugzeugen, exklusiven Sportwagen inklusive.

Zurück in die Zukunft

Offenbar denkt man bei Red Bull auf der Suche nach einer Lösung für das Renault-Problem sogar darüber nach einen eigenen Motor zu bauen. Dafür könnte Newey, der sich auch weiter um das Design der Rennautos kümmert, seinen ehemaligen kongenialen Partner Mario Illien gewinnen. Der Schweizer war Motorenchef bei Mercedes, als Newey von 1998 bis 2004 für McLaren-Mercedes arbeitete. „Es wäre nicht die schlechteste Idee“, gibt der Brite auf Nachfrage von ABMS sofort zu. Vorher wird aber noch Nostalgie betrieben: Beim Heim-Grand-Prix in zwei Wochen werden alle noch lebenden österreichischen Formel-1-Piloten mit ihren Originalwagen von früher fahren. Dieter Quester mit einem Surtees, Helmut Marko mit einem BRM, Niki Lauda mit seinem Ferrari von 1976 und Gerhard Berger mit dem Ferrari von 1988. Nach dem Ausflug in die Vergangenheit wird bei Red Bull sofort die Zukunft beginnen.

Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Getty Images

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