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Formel 1: Red Bull war nervös

— 30.10.2017

Was war nur mit Renault los?

Was für eine Zitterpartie für Max Verstappen: Zwar gewann er am Ende mit rund 20 Sekunden Vorsprung, aber die Renault-Motoren platzten reihenweise...

Eigentlich hätten sich Max Verstappen und Red Bull keine Sorgen machen müssen. Der Niederländer hat jedes Mal gewonnen, wenn sein Kollege Daniil Kvyat im Vorfeld seinen Platz räumen musste. Das war vor dem Rennen in Mexiko wieder der Fall. Dass Verstappen siegen würde, war also irgendwie klar...
Dreikampf in Mexiko: Spiegelbild der Saison 2018?

Und trotzdem war es, als führe Verstappen in den 80er Jahren, als Defekte in der Formel 1 noch an der Tagesordnung waren. Nach dem Start war der Holländer stets in Front, rund 20 Sekunden vor dem Rest des Feldes. Und doch war es ein nervenaufreibendes Rennen. Red-Bull-Teamchef Christian Horner: „Noch nie waren wir so nervös. Wir hatten permanent die Temperaturen und Drücke im Auge.“

Grund: Renault platzten reihenweise die Motoren. Vier Motorschäden bei sechs Fahrern. Dazu zahlreiche Defekte in den Trainingssitzungen. Selbst Motorwechsel wie bei Daniel Ricciardo und Brendon Hartley halfen nichts: Ihre frischen Aggregate verabschiedeten sich in den Runden fünf beziehungsweise 30.

Max Verstappen gewann seinen dritten Grand Prix

Williams-Technikchef Paddy Lowe weiß: „Die Anforderungen für den Motor sind in Mexiko wegen der Höhe von über 2200 Metern über dem Meeresspiegel extrem. Die Luft ist dünner, der Sauerstoffgehalt niedriger und die Turbine muss für das Verdichten der Luft im Turbolader höher drehen. Dazu gibt es auch noch lange Beschleunigungsphasen und harte Bremspunkte.“

Pro Sekunden finden in einem Motor 200 Zündvorgänge statt. 2600 Grad Celsius heiß werden die Gase innerhalb des Motors. Trotzdem: Noch nie hatte Renault in einem Mexiko-Rennen unter dem aktuellen Turboreglement einen Motorschaden. 2016 kamen bis auf Pascal Wehrlein, der Opfer einer Kollision wurde, alle Fahrer ins Ziel.

Das Renault-Problem: Die Turbine drehte für das Verdichten der dünnen Höhenluft rund 6000 Umdrehungen pro Minute höher als gewöhnlich (normal: rund 102.000 Umdrehungen/Minute). Die dadurch entstehenden Schwingungen belasteten die Welle, die Turbine und Verdichter miteinander verbindet, zu stark. Renault-Sportchef Cyril Abiteboul sprach von Simulationsfehlern im Vorfeld.

Während ein Renault-Motor nach dem nächsten das Zeitliche segnete, fuhr Verstappen an der Spitze unaufhaltsam weiter. Dabei war der Red Bull-Pilot 2017 bisher der Ausfallkönig schlechthin. Mit 3542 Rennkilometer absolvierte er bisher weniger als zahlreiche Fahrer, die gar nicht bei allen Rennen dabei waren – etwa Pascal Wehrlein, Daniil Kvyat, Fernando Alonso oder Jolyon Palmer.

Red Bull forderte Verstappen daher auf, langsamer zu fahren. Doch die Rundenzeiten wurden trotzdem immer besser. Verstappen entschuldigte sich per Funk. Red-Bull-Berater Dr. Helmut Marko zu ABMS: „Wir mussten ihn einbremsen um den Motor zu schonen. Da hat er gefragt, wie langsam er denn noch fahren soll.“

Der Sieg macht Verstappen Hoffnung für 2018. Die Pechsträhne scheint vorbei zu sein. Keiner hat in den letzten vier Rennen mehr Punkte gesammelt als Verstappen: 80:70 im Vergleich zu Lewis Hamilton, Sebastian Vettel kommt sogar nur auf 42 Zähler.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Red Bull Content Pool; F1/Twitter

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