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Formel 1: Regeln für 2017 bleiben

— 27.04.2016

Keine Einigung bei Motoren

Bei der Diskussion um die Zukunft der Formel 1 sind sich die Entscheider mal wieder nicht einig. Mit diesen Regeln soll nun ab 2017 gefahren werden:

Sie sind sich nur einig, dass sie sich nicht einig sind: Die Formel-1-Kommission hat sich gestern in London nicht auf eine neue und verbesserte Version der Aerodynamikregeln ab 2017 einigen können. Das berichtete Motorsport-total.com gestern und das kann AUTO BILD MOTORSPORT bestätigen.

ABMS erfuhr außerdem: Eine Abstimmung kam gar nicht zustande, weil F1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone offenbar "vergessen" hatte, die in der Kommission sitzenden Streckenpromoter einzuladen. Trotzdem wurde festgelegt, dass der sogenannte 'McLaren-Kompromiss' beibehalten wird. Mercedes konnte sich mit dem Gegenvorschlag, bei den aktuellen Regeln zu bleiben, also nicht durchsetzen.

Bernie Ecclestone sorgte mal wieder für Verwunderung

Damit werden 2017 aller Wahrscheinlichkeit nach diejenigen Regeln eingeführt, die der FIA-Weltrat bereits im März abgesegnet hatte (siehe unten und Titelfoto). Die neuen Technikvorgaben sollen die Autos um mehr als drei Sekunden schneller und im Aussehen aggressiver machen. Doch zuletzt hatten insbesondere Mercedes und ein Großteil der Fahrer Bedenken geäußert. Durch den stark erhöhten Abtrieb dürften die Autos noch leichter zu fahren und schwerer zu überholen sein.

"Wenn du 30 Prozent mehr Abtrieb auf die Autos packst, geht das in die falsche Richtung", kritisiert deshalb der WM-Führende Nico Rosberg. "Wir wollen mehr Zweikämpfe sehen, aber Abtrieb ist genau das, was uns daran hindert. Man kann die Autos auch auf mechanischem Wege schneller machen."

Auch bei den Motoren gibt es weiter nichts Neues. Die FIA hatte besseren Sound, einen Leistungsangleich, Preissenkungen auf zwölf Millionen Euro pro Jahr und eine Motorengarantie für bedürftige Teams gefordert. Insbesondere die letzten beiden Punkte bleiben offenbar strittig. Zumindest diesbezüglich hofft man nun auf eine weitere Email-Abstimmung am 30. April - bei der dann auch die Promoter abstimmen dürfen.

Die neuen Regeln im Überblick:

Frontflügel: Der neue Frontspoiler soll in einer Delta-Form gebaut sein. Das heißt: Seine Spitze soll 20 cm über das vordere Ende der Endplatten herausragen. Dadurch, wie auch durch die neue Breite von 1,80 Metern (statt 1,65 Meter), dürfte ein aggressiverer Look entstehen. Das Problem: Je breiter der Frontflügel, desto anfälliger wird er auch für Verwirbelungen eines vorausfahrenden Fahrzeuges sein. Das wiederum erschwert Überholmanöver.

Luftleitbleche und Seitenkästen: Die seitlichen Luftleitbleche feiern womöglich ein Comeback, um den Luftfluss entlang der Seitenkästen zu verbessern. Die Seitenkästen selbst wirken schlanker aufgeräumter. Das verbessert die Aerodynamik. Die Gesamtbreite der Karosserie soll indes bei minimal 1,40 und maximal 1,60 Metern bleiben. Allein der Unterboden würde auf 1,80 Meter erweitert und ragt damit über die Seitenkästen hinaus. Das kommt dem Topspeed zugute.

Reifen und Fahrzeugbreite: Die maximale Fahrzeugbreite wird von 1,80 auf zwei Meter ansteigen. Schuld daran sind breitere Reifen. Vorn wächst die Auflagefläche von 270 mm auf 320 mm. Die Folge: Das Handling des Autos soll sich dramatisch verbessern. In Kurven wird es stabiler liegen als bisher. Dadurch kann der Fahrer mehr attackieren und schneller durch die Kurven fahren.

Hinterreifen: Wie vorne werden die Pneus auch hinten breiter. Die Lauffläche wächst von 325 auf 405 mm. Die größere Auflagefläche soll dem höheren Drehmoment, das der Hybridmotor mit sich gebracht hat, Rechnung tragen. Gleichzeitig bauen die Gummis mehr mechanischen Grip auf und erhöhen so auch in langsameren Kurven die Haftung.

Diffusor: Der soll unterhalb des Autos weiter vorn beginnen - genau 175 mm vor der Hinterachse (derzeit direkt an der Hinterachse). Dadurch ist der Diffusorkanal länger. Seine Höhe wächst von 1000 auf 1050, die Breite von 125 auf 175mm.

Beam-Wing: Wieder erlaubt wäre der sogenannte Beam-Wing, ein zweites Heckflügelelement, das Stabilität und Effizienz des Hecks vergrößert. Der Abtrieb steigt. Das ist nicht gut für Hinterherfahrende.

Heckflügel: Der Heckspoiler soll wieder niedriger werden. Seine maximale Höhe sinkt von 95 auf 80 cm. Das allein würde die Effizienz des Heckflügels verringern. Deshalb rückt er weiter nach hinten und wird auch wieder breiter. Insgesamt wächst er von 80 auf 95 Zentimeter Breite. Die Endplatten werden in einem Winkel von 30 Grad nach hinten schräg gestellt. Dadurch wirkt das Heck angriffslustiger, ohne etwas von seiner aerodynamischen Effizienz zu verlieren.

Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Paolo Filisetti / Picture-Alliance

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