Formel 1: Audi, Aston Martin und Co. im Formel-1-Look

Formel 1: Regelrevolution geplant

— 07.11.2017

Mehr Crashpotenzial für Kurve eins

Die neuen Formel-1-Chefs wollen die Formel 1 spannender machen. Ein Diskussionspunkt: Bald könnten drei Autos nebeneinander in die Rennen starten.

Der Start eines Formel-1-Rennens ist meistens der spannendste Moment eines Grand Prix. Kaum erlischt die Ampel, geht es um Tausendstelsekunden Reaktionszeit der Fahrer. 20 Autos oder rund 20.000 PS düsen auf einmal los. Die Fahrer fächern sich auf, raufen um Positionen und müssen sich wie in ein Nadelöhr durch die erste Kurve zwängen. Es herrscht höchste Crashgefahr. Die neuen Formel-1-Chefs suchen nach Wegen und Möglichkeiten, wie sie die Formel 1 noch spannender und vor allem unberechenbarer machen könnten. Ein Vorschlag: In Zukunft sollen drei statt wie bisher zwei Formel-1-Flitzer nebeneinander ins Rennen starten. Das berichteten unsere Kollegen von BILD und das kann AUTO BILD MOTORSPORT bestätigen.

Die Teams schlagen Alarm: Das erhöht das Unfallrisiko und sorgt damit für steigende Kosten. Die neuen Formel-1-Chefs wollen aber mehr an die Unterhaltung und weniger an die Teams denken. Und: Wenn das aktuelle Concorde Agreement Ende 2020 abgelaufen ist, können sie gemeinsam mit der FIA allein entscheiden. Wie ABMS erfuhr, soll es dann auch keine Strategiegruppe mehr geben, in der die Regeln gemacht werden.

Der Start soll noch spektakulärer werden

Es wäre nicht das erste Mal, dass die Formel 1 nicht in Zweierreihen startet. Bis 1973 durften die Renn-Veranstalter die Startaufstellung selbst designen. Das erste WM-Rennen 1950 in Silverstone wurde zum Beispiel so gestartet: vier Autos nebeneinander vorn, drei dahinter, vier wieder in Reihe drei und so weiter. In den 60er Jahren war es üblich, in der Formation 3-2-3 oder 4-3-4 loszudüsen. Erst nach dem Deutschland-GP 1973 wurde aus Sicherheitsgründen auf das 2-2-2-System von heute übergegangen, seit 1976 gilt es verpflichtend für alle Veranstalter.

Auch die Abstände zwischen den Startreihen liegen heute viel weiter auseinander als früher. 16 Meter sind es inzwischen, 1980 waren es noch 14, davor sogar nur zwölf Meter.

Und trotzdem zeigt die Statistik, dass Startunfälle damals weit seltener waren als heute. Sebastian Vettel zum Beispiel musste schon sieben Mal in Runde eins die Segel streichen, Teamkollege Kimi Räikkönen sogar 14 Mal. Die Weltmeister der 50er und 60er Jahre tauchen in der Liste der Ausfälle in Runde eins entweder gar nicht auf, oder haben nur ganz wenige Ausfälle verbuchen müssen. Im Fall von Jim Clark zum Beispiel nur einmal – durch einen Motorschaden.

Aber: Damals waren die Autos auch nur zwischen 1,50 und 1,80 Meter breit. Heute muss ein Formel-1-Auto zwei Meter breit sein.

Die Formel-1-Starts würden sich deutlich verändern. Plötzlich haben drei Fahrer sehr gute Karten, sich die Führung in der ersten Kurve zu holen. Dafür sinken die Chancen für die Piloten dahinter in Reihe zwei, weil nicht zwei, sondern dann drei Fahrer vorn als Barriere den Weg versperren.

Trotzdem: Die Formel 1 würde unberechenbarer werden – ganz wie die Formel-1-Chefs um Ross Brawn und Chase Carey wollen.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-alliance; Hersteller

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