Heckspoiler Formel 1

Formel 1-Reglement 2011

— 05.01.2011

Streit um neue Heckspoiler

2011 ersetzt der verstellbare Heckflügel den justierbaren Frontflügel. Ziel: mehr Überholmanöver in den Rennen. Doch weil das System extrem teuer ist, ist F1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone dagegen.

Bernie Ecclestone (80) hat einen dicken Hals. Erst nachdem die FIA das Regelwerk für die neue Saison veröffentlicht hat, ist dem Formel 1-Chefvermarkter klar geworden: Die neuen Regeln kosten richtig Geld! Speziell geht es um den verstellbaren Heckflügel. Den dürfen die Fahrer während des Rennens nur dann verwenden, wenn sie an vorher ausgewählten Streckenpunkten weniger als eine Sekunde hinter ihrem Vordermann herfahren. Das Problem: Die neue Regel erfordert ein ausgeklügeltes System an Transpondern rund um die Strecke, die den Fahrern das Okay zum Verstellen des Heckspoilers geben. Und das ist teuer.

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Der verstellbare Heckflügel ersetzt ab 2011 auf freiwilliger Basis den justierbaren Frontflügel und soll mehr Überholmanöver ermöglichen. "Das hintere Element des Heckflügels kann zwischen zehn und 15 Millimetern flacher gestellt werden", erklärt Ferraris Chefdesigner Nikolas Tombazis gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT. "Das reduziert Abtrieb und Luftwiderstand und gibt dir auf der Geraden einen Vorteil im Vergleich zu dem Auto, dem du folgst." Erst beim Bremsen wird das System wieder deaktiviert. Elektronische Kontrollen melden dem Fahrer, wann er den Flügel verstellen darf. In der Qualifikation können die Fahrer ihre Heckspoiler jederzeit verstellen.

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Tombazis schlussfolgert: "Deshalb hätte jedes Team einen großen Nachteil, dass das System nicht entwickelt hat, und ich gehe davon aus, dass jeder damit fahren wird. Es wird Überholen leichter machen, aber nicht leicht. In Monaco wird Überholen weiter schwer sein, aber auf durchschnittlichen Strecken sollte ein schnelleres Auto ein langsameres jetzt leichter passieren können." Doch Bernie Ecclestone zeigte sich bei der letzten Sitzung der Teamvereinigung FOTA nicht gerade begeistert. Das Problem: Die Entwicklung des verstellbaren Heckflügels hat die Teams schon so viel Geld gekostet, dass man sich auf eine Abschaffung nicht einigen wollte. Möglich wäre lediglich ein anders definierter Einsatz.

Neu ist 2011 außerdem: Das Energierückgewinnungssystem KERS (80 Zusatz-PS für 6,7 Sekunden pro Runde) darf auf freiwilliger Basis nach einem ersten Versuch 2009 auch 2011 wieder eingesetzt werden. Für mehr Spielraum in Sachen Gewichtsverteilung wurde deshalb das Mindestgewicht der Autos von 620 auf 640 Kilo erhöht. Doppeldiffusor und F-Schacht sind ab sofort verboten. Bridgestone-Reifen werden durch Pirelli-Einheitsreifen ersetzt. Jeder Fahrer, der in der ersten Qualifikationsrunde langsamer als 107 Prozent der Bestzeit gefahren ist, darf am Rennen nicht teilnehmen.

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

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