Formel 1, Start Australien-GP 2008

Formel-1-Reglement

— 04.12.2008

Grün und günstig

Die Formel 1 soll spannender, preiswerter und ökologischer werden – und das möglichst gestern. Über die Umsetzung dieser ehrgeizigen Ziele streitet man sich heftig hinter den Kulissen.

Die Teams, der internationale Automobilverband FIA und Formel-1-Boss Bernie Ecclestone sind sich in keinem Punkt einig. Nun trifft sich die Vereinigung der Rennställe (FOTA) und in einer Woche (11. Dezember 2008) will der FIA-Weltrat in Monte Carlo alle Vorgaben für die Formel-1-Saison 2009 festschreiben, denn die Formel 1 soll 2009 vor allem grün und günstig sein.

Die umstrittenen Punkte

Auto: Vor allem die neuen Aerodynamik-Vorschriften machen den Teams große Sorgen. "Die Karten werden neu gemischt. Da sind jede Menge Überraschungen möglich", beschreibt BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. Und Paddy Lowe, McLaren-Chefingenieur, kommentiert die neuen Regeln so: "Nahezu alles ist betroffen. Ich denke nicht, dass es irgendwann einmal Veränderungen in diesem Ausmaß gegeben hat." Von dem neuen Flügel-Reglement wird vor allem eins erwartet: mehr Attacken auf der Rennpiste und häufigeres Überholen. Nach den Barcelona-Testfahrten stellte BMW-Pilot Nick Heidfeld fest: "Wir haben keine Anhaltspunkte, wo die anderen sind".

Sollte der Einheitsmotor für die Formel 1 kommen, wäre das für Fernando Alonso ein Grund zum Aufhören.

Kosten: Schon seit einigen Jahren will Max Mosley, Chef der FIA, die Kosten der Formel 1 senken. Die derzeitige weltweite Wirtschaftskrise verschärft nun den Druck zum Sparen in der Königsklasse. Erste Maßnahme: Die Motoren müssen in der Saison 2009 drei Rennen durchhalten, statt bisher zwei. Geplant ist die Herstellungskosten des Aggregats von derzeit 20 Millionen auf fünf Millionen Euro verbindlich zu begrenzen. Der Wunsch von Mosley und Ecclestone die Formel 1 mit einem Einheitsmotor auszutragen, wird von den Rennställen abgelehnt. Sogar Ex-Weltmeister Fernando Alonso bezieht in dieser Frage Stellung: "Wenn der Einheitsmotor kommt, wäre es an der Zeit über das Aufhören nachzudenken."

Umweltschutz: Schon in der kommenden Saison soll die Formel 1 ökologischer  werden. Für den grünen Touch soll "KERS" sorgen. Das Kinetic Energy Recovery System, kurz KERS, versorgt die Formel-1-Motoren mit Zusatz-Power, die aus der gespeicherten Energie der Bremsvorgänge stammt. Bei vielen Rennställen ist die Entwicklung dieses Systems für die Formel 1 aber noch in einer frühen Versuchsphase. Es ist daher unwahrscheinlich, dass zum Formel-1-Auftakt am 29. März 2009 in Australien alle Teams mit KERS ins Rennen gehen werden. Exemplarisch hat sich Renault-Teamchef Flavio Briatore beklagt: "Es wäre besser gewesen, wir hätten die Einführung von KERS um ein Jahr verschoben. Alle waren dafür, nur BMW nicht."

Wunschvorstellung Ecclestone: Nach jedem Rennen Medaillen am Hals der Formel-1-Piloten.

Attraktivität: Für den Motorsport-Fan sind attraktive Rennen und eine spannende Weltmeisterschaft das Salz in der Suppe der Formel 1. Etliche Maßnahmen sind angedacht: Die Team-Vereinigung FOTA möchte einen neuen Qualifying-Modus. Die Verantwortlichen stellen sich ein Ausscheidungs-Fahren am Samstag vor. Alle Boliden starten mit der gleichen Treibstoffmenge, am Ende jeder Runde scheidet der Langsamste aus und die letzten Sechs fahren um die Poleposition. Dieses Rennen könnte, so ist die Planung, mit Preisgeldern und eventuell mit einem WM-Zähler honoriert werden. Formel-1-Guru Bernie Ecclestone allerdings bevorzugt eine neue Wertung in der Fahrer-WM. Er will an die ersten drei Fahrer eines jeden Rennens Medaillen vergeben, Weltmeister ist dann der Pilot mit den meisten Goldmedaillen. Ecclestone wähnte sich der Unterstützung der Rennställe sicher, dem widersprach allerdings BMW-Teamchef Theissen: "Diese Aussage war etwas voreilig."

Der Motorsport-Anhänger freut sich auf eine spannende Formel-1-Saison 2009. Bleibt abzuwarten nach welchem Reglement.

Autor: Sven-Jörg Buslau

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