Formel 1 Reifen

Formel 1: Reifen 2017

— 27.01.2017

Regenrennen unmöglich?

Die Reifen sind 2017 völlig neu, nicht nur optisch durch breitere Maße. Sie sollen haltbarer werden. Aber das Problem bei Regenrennen wird sich verschärfen.

Wer Bilder von Formel-1-Autos aus den 70er Jahren sieht, dem fällt sofort auf: Die Reifen waren vor allem hinten richtig, richtig fett. Um das Tempo der Flitzer zu reduzieren, wurden die Pneus in den letzten Jahren per Reglement schmaler. 2017 die Kehrtwende: Vorne wachsen sie sechs Zentimeter in die Breite (30,5 cm), hinten sogar um acht Zentimeter (40,5 cm).

Mit breiteren Reifen steigt der mechanische Grip des Fahrzeugs. Dieser Schritt wird benötigt, um die Rundenzeiten 2017 wie geplant um drei bis fünf Sekunden zu senken. Doch das wird nicht die einzige Änderung sein: Reifenlieferant Pirelli will 2017 auch haltbarere Reifen mit einem breiteren Temperatur-Nutzungsfenster konstruieren.

Die Pirelli-Reifen werden 2017 wieder für Diskussionen sorgen

Red Bull, Ferrari und Mercedes haben dafür insgesamt 12.148 Testkilometer absolviert und dabei 96 Reifen-Prototypen getestet. Projektleiter Mario Isola weiß: „Es handelt sich um komplett neue Mischungen mit sehr geringem Verschleiß. Die Fahrer hatten uns dahingehend bestimmte Anforderungen gestellt, weil sie Abtrieb verloren haben, wenn sie im Rennen einem anderen Auto gefolgt sind. Sie rutschten mehr und die Reifen überhitzten.“

Haltbarere Reifen heißt aber auch: Die Zahl der Boxenstopps wird 2017 sinken. Weil nicht nur der mechanische Grip am Auto erhöht wird, sondern auch der aerodynamische Abtrieb, werden die Autos anfälliger in verwirbelter Luft. Das erschwert das Überholen. Weil durch weniger Stopps auch strategische Elemente wegfallen dürften, fürchtet Pirelli, dass es 2017 zu wenig Action geben wird.

Doch eine Unbekannte bleibt: Die Testträger von Red Bull, Ferrari und Mercedes haben maximal zehn Prozent mehr Abtrieb generiert, als die Fahrzeuge 2016. Tatsächlich sollte der Abtrieb 2017 aber um 30 Prozent steigen – am Ende der Saison sogar um noch mehr. Das sorgt für höhere Belastungen für die Reifen, weil die Kurvengeschwindigkeiten steigen. Das könnte doch wieder für mehr Verschleiß sorgen.

Pirelli-Sportchef Paul Hembery fürchtet noch ein anderes Problem: Regenrennen. Schon 2016 war selbst bei leichten Niederschlägen die Sicht durch die aufwirbelnde Gischt der Formel-1-Wagen äußerst schlecht. 2017 wird sich das Phänomen wegen der breiteren Reifen verstärken. Hembery erklärt gegenüber GPUpdate.net: „Es wird viel Wasser aufgewirbelt werden. Pro Reifen erwarten wir 25 Prozent mehr Wasser – was eine Menge ist.“

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-alliance

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