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Formel 1: Renault holt FIA-Techniker

— 06.10.2017

Renault-Angebot ein fauler Kompromiss?

Renault hat die skandalträchtige Verpflichtung von Marcin Budkowski perfekt gemacht. Entgegenkommen bei Sperre nur ein Tropfen auf den heißen Stein?

Nun ist es fix: Das Renault-Werksteam holt Ex-FIA-Technikchef Marcin Budkowski. Vor dem Rennen in Suzuka brachten die Franzosen die heikle Verpflichtung, die zuletzt in Sepang schon für viel Aufregung gesorgt hatte (ABMS berichtete), unter Dach und Fach und bestätigten den Deal am Freitag offiziell.

Für viele im Fahrerlager ein Skandal! „Das ist eine große Sache“, findet Red-Bull-Teamchef Chritian Horner und befürchtet: „Es wird Proteste geben - spätestens wenn irgendwer ein Teil am Renault findet, das aussieht wie eines von seinen eigenen.“ Denn: Als Technikchef des Automobilweltverbandes hatte Budkowski Zugang zu den Geheimnissen aller Teams. „Er kennt alle Daten, weiß alles über die Autos“, so Mercedes-Sportchef Toto Wolff.

Mit allen Mitteln: Renault will die Top-Teams angreifen

Bei Renault ist man trotz der brisanten Personalie davon überzeugt, das Richtige zu tun. Teamchef Cyril Abiteboul verteidigt die Verpflichtung Budkowskis. „Wir wollen bis 2020 wieder ein Top-Team sein. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir auf dem Markt aggressiv vorgehen“, erklärt der Franzose. Zwar hat Abiteboul Verständnis für den Ärger der Gegner, stellt jedoch auch klar: „Jeder andere hätte ihn auch anwerben können. Die Formel 1 ist ein wettbewerbsorientiertes Umfeld und der Markt frei.“

Um guten Willen zu demonstrieren, bietet Renault der Konkurrenz trotzdem einen Kompromiss an. Stein des Anstoßes ist vor allem Budkowskis kurze Arbeitssperre von nur drei Monaten. „Normal sind in so einem Fall sechs, wenn nicht zwölf Monate“, meint Toto Wolff. Abiteboul beschwichtigt: „Wir befinden uns in sehr konstruktiven Diskussionen mit der FIA. Wir könnten Marcin schon im Januar kriegen, haben aber vorgeschlagen, die Sperre freiwillig zu verlängern, sodass er erst im April 2018 zu uns stößt. Das ist mehr als das doppelte der ursprünglichen Sperrzeit. Wir denken, das ist ein vernünftiger Zeitraum und ein mehr als faires Angebot von Renault an alle Beteiligten.“

Marcin Budkowski (l.) arbeitet in Zukunft für Renault

Allerdings auch eines, das Renault gar nicht so schwer fällt. „Die Entwicklungsrichtung für das nächstjährige Auto ist bereits eingefroren und komplett festgelegt. Darauf hat Marcin also sowieso keinen Einfluss mehr“, gibt Abiteboul zu und erklärt: „Für uns geht es in erster Linie um 2019.“ Laut dem Franzosen soll Budkowski auch keinen technischen Posten mehr bekleiden sondern eine „Management-Rolle“. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit, denn die besagte Position umfasst in erster Linie die Tätigkeit als Hauptverantwortlicher für die Entwicklung und Produktion des Chassis - also als Chef über alle Techniker in der Fabrik in Enstone.

Vor diesem Hintergrund klingen Abitebouls Worte fast grotesk: „Wir nehmen Marcin nur unter Vertrag, wegen seiner Fähigkeiten und Erfahrung in der Formel 1 - und nicht wegen dem, was er heute weiß. Es ist etwas rein langfristiges. Auch die anderen Teams wissen nur zu gut, dass der Einfluss sehr beschränkt ist, den so jemand haben kann. Er wird also keinen großen Unterschied machen.“ Genau deswegen hat Renault Budkowski bestimmt angeheuert...

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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