Vergleich: Formel 1 2017 vs. 2016

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Formel 1: Renault und Honda

— 09.03.2017

Überfordert in der Königsklasse?

Honda und Renault kommen bei den Testfahrten in Barcelona weiterhin nicht in die Puschen. Das zeigt auch: Die Formel 1 ist wieder die Königsklasse.

Honda hat schon sechs Motoren verheizt, das Renault-Werksteam steht bei Triebwerk Nummer fünf. Und keiner der beiden Hersteller hat bisher auf einen Antriebsstrang die erforderlichen Kilometer gebracht. Nur vier Triebwerke sind pro Jahr und Auto erlaubt. Rechnet man die Kilometerleistung bei den Tests hoch, bräuchten beide Hersteller eher zehn Motoren für die kommende Saison. Jedes zusätzliche Aggregat zu den erlaubten vier bringt Startplatzstrafen mit sich.

Und: Die andauernden Problemen hemmen auch die Testmöglichkeiten der Honda- und Renault-Teams. Mit 382 Runden ist McLaren nach sieben Tagen das Schlusslicht. Mercedes hat schon fast drei Mal so viel getestet (989). Auch die drei Renault-Teams Red Bull, Renault selbst und Toro Rosso sind am Ende der Tabelle anzutreffen. Selbst Force India (Auspuffprobleme) und Williams (Stroll-Unfälle) kommen auf mehr Testkilometer als etwa Red Bull.

Auch der Renault bleibt immer wieder stehen

Beide Hersteller haben den Wegfall des Tokensystem, das die Entwicklung der Motoren begrenzte, genutzt und ein völlig neues Motorkonzept entwickelt. Doch beide scheinen damit Zuverlässigkeitsprobleme heraufbeschworen zu haben. Und die Leistung ist noch nicht abrufbar: Red Bull darf frühestens in Australien den Motor voll aufdrehen, McLaren schleicht ebenfalls im Schongang um den Kurs.

Red-Bull-Pilot Daniel Riccardo meint: „Ich sehe nicht, dass wir irgendwo noch zwei Sekunden aus dem Ärmel schütteln könnten, aber wir könnten schon mehr aus dem Wagen holen.“ Die Longrun-Zeiten zeigen zudem: Der Red-Bull-Rennwagen ist gut, aber der Renault-Motor bremst.

Doch die Fans dürften sich darüber eigentlich freuen: Es zeigt, dass die Formel 1 wirklich eine Königsklasse ist, in der man nicht einfach einsteigen und gewinnen kann. Die V6-Hybrid-Turbos mit Energierückgewinnungssystem sind extrem komplex. Sie sind mit fast 1000 PS wahre Technik-Wunder. Und: Ausfälle bringen dem Sport auch eine gewisse Würze. Dramatische Wendungen, emotionale Achterbahnfahrten, keine Berechnung: Genau das macht die Formel 1 aus.

Und: Ferrari hat gezeigt, dass man Mercedes durchaus einholen kann. Die Testzeiten sind gut, das Leistungsdelta der beiden Motoren soll nur noch bei rund 30 PS liegen.

Aber natürlich haben die desaströsen Vorstellungen gerade von Honda auch negative Auswirkungen: Neue Hersteller werden abgeschreckt: Denn Honda ist immerhin ein Hersteller, der in den späten 80er, frühen 90er Jahren die Formel 1 dominierte. Die Chance einzusteigen und sich eher zu blamieren, ist einfach zu groß.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-alliance

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