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Formel 1: Ricciardo disqualifiziert

— 16.03.2014

Spritfluss irregulär - Platz zwei futsch!

Dem Jubel vor heimischen Publikum folgte am späten Abend australischer Zeit die Ernüchterung: Daniel Ricciardo wurde vom Rennergebnis ausgeschlossen, verliert P2 – Schuld ist der Spritfluss.

Ganz bittere Stunden für Daniel Ricciardo: An seinem allerersten Rennwochenende für Weltmeisterteam Red Bull lieferte der 24-Jährige eine Weltklasse-Vorstellung ab, fuhr sowohl im Qualifying als auch im Rennen auf den bärenstarken zweiten Platz und musste sich am Sonntag nur Nico Rosberg im überlegenen Mercedes geschlagen geben. Grenzenlos war anschließend der Jubel beim immer breiter grinsenden neuen Sunnyboy der F1 und vor allem beim Großteil des frenetisch feiernden Publikums an der Strecke, das den Lokalmatadoren mit stehenden Ovationen minutenlang hochleben ließ.

Schock am späten Abend

Völlig losgelöst: Daniel Ricciardo war das ganze Wochenende in Top-Form, hatte sogar Sebastian Vettel im Griff. Auf dem Podium feierte er ausgelassen...

Schon bald nach Rennende kamen jedoch erste Gerüchte auf, der Red Bull Ricciardos zeige beim Check durch die Technik-Kommissare der FIA Auffälligkeiten. Diese bezogen sich auf den Spritfluss und wurden Ricciardo am späten Abend australischer Ortszeit zum Verhängnis, denn die Regelhüter stuften seinen RB10 als illegal ein. Unumstößliche Folge: Disqualifikation! Platz zwei und alle Punkte weg! Und Ricciardo, eben noch der Strahlemann, war Stunden später nur noch der traurige Held von Melbourne...

Durchflussmenge überschritten

Der Motorsportweltverband und seine Technischen Delegierten sahen es als erwiesen an, dass der Sprittdurchfluss am Red Bull des Lokalmatadoren die zulässige Durchflussmenge von 100 Kilogramm pro Stunde 'kontinuierlich' überschritten hat. Laut Artikel 3.2 des sportlichen und Artikel 5.1.4 des technischen Reglements ein klarer Verstoß, der nur mit einem Ausschluss geahndet werden kann, da Ricciardo ob des erzielten Vorteils womöglich mehr Leistung als erlaubt generiert werden konnte.

Konkurrenten rücken nach

... ehe ihn am Abend die harte Realität in Form einer Disqualifikation einholte. Seinen zweiten Platz erbt McLaren-Rookie Kevin Magnussen (im Bild hinten).

Durch die Entscheidung und die damit verbundene Herausnahme Ricciardos aus dem vorläufigen Endergebnis rutschen alle hinter ihm platzierten Piloten auf. Konkret bedeutet das: Platz zwei für Rookie Kevin Magnussen! Dessen Teamkollege Jenson Button komplettiert als Dritter nun das Podium. Ferrari-Star Fernando Alonso ist somit schon Vierter, gefolgt von Valtteri Bottas, Nico Hülkenberg, Kimi Räikkönen und den beiden Toro Rossos von Jean-Eric Vergne und Neuling Daniil Kvyat. Den letzten Punkt für Platz zehn erbt Force-India-Fahrer Sergio Perez, der das Rennen eigentlich nur als Elfter beendet hatte.

Red Bull legt Widerspruch ein

Ein letzter Hoffnungsschimmer bleibt dem enttäuschten Ricciardo allerdings noch: Sein Red-Bull-Team hat gegen das Urteil der FIA umgehend Widerspruch eingelegt. Die Verteidigungsstrategie der Truppe von Helmut Marko: Das Bauteil, das den Zufluss regelt, ist ein Einheitsteil und angeblich nicht geeignet für derlei exakte Messungen wie die von den Stewards vorgenommene. In einem Statement verkündete Red Bull: "Unregelmäßigkeiten bei der Messung des Spritflusses durch die FIA waren das ganze Wochenende über bei allen in der Boxengasse vorherrschend. Wir sind überzeugt davon, dass die in den Motor gepumpte Benzinmenge regelkonform war." Bekommt Red Bull Recht, könnte Ricciardo seinen zweiten Platz doch noch behalten... und wieder so strahlen wie nach der Zieldurchfahrt.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Getty Images

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