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Formel 1: Ricciardo unter Druck

— 11.07.2016

„Ich habe es so satt“

Daniel Ricciardo gerät zunehmend unter Druck von Max Verstappen. Während das Team vom Youngster schwärmt, platzt dem Red-Bull-Star der Kragen.

„Der junge Holländer war ganz schön nervig da draußen“, sagte Nico Rosberg nach dem Großbritannien GP und seinem Duell mit Max Verstappen. Doch was Rosberg nach zwei spektakulären Überholmanövern als Kompliment für den 18-jährigen Youngster meinte, dürfte sich dieser Tage auch dessen Teamkollege Daniel Ricciardo denken. Schon nach dem Zeittraining am Samstag erklärte der Australier: „Es stinkt mir, dass Max mich geschlagen hat.“ Erstmals seit seinem Wechsel zu Red Bull im Mai hatte Verstappen das Qualifying-Duell für sich entschieden.

Ricciardo ist 2016 bisher der Pechvogel der Saison

Im Rennen steht es nun nach Silverstone sogar schon 4:2 für Verstappen! Alarmstufe rot also für Ricciardo, dem sein junger Stallgefährte mehr und mehr zusetzt. Auf der Insel jedenfalls machte Ricciardo keinen Stich gegen den Konkurrenten aus dem eigenen Team. Am Samstag beklagte der Australier noch Probleme in den langsamen Kurven, am Sonntag hatte er dann Pech mit der Strategie – wieder einmal: „Wir sind hinter dem virtuellen Safety-Car hinter Perez gefallen“, erklärte Ricciardo. Hintergrund: In Silverstone kürzt man durch die Boxengasse quasi ab. Als das Rennen eingefroren wurde, war der Zeitverlust für die Piloten auf der Strecke dadurch deutlich größer als für die Fahrer in der Boxenstraße. Das erwischte Ricciardo und Red Bull auf dem falschen Fuß.

„Im Nachhinein ist es leicht, sich darüber zu ärgern. Aber zu dem Zeitpunkt war es in Ordnung, denn das Safety-Car kam überraschend. Es ist einfach zur falschen Zeit herausgekommen“, verteidigte Ricciardo die Entscheidung des Teams. Dennoch: „Ich habe da über zehn Sekunden verloren“, lamentierte der 27-Jährige, der dann hinter dem Force India festhing. „Als ich endlich vorbei war, war mein Rennen einsam. Es war ein richtig langweiliger Grand Prix. Nach vorne ging nichts und viel passiert ist danach auch nicht mehr.“ Ricciardo: „Ich hatte niemandem zum kämpfen. Eigentlich wollte ich heute etwas Action haben, aber spannend war es nur mit den Bedingungen am Anfang.“

Galgenhumor: Jubel über Platz vier

Den Regen hatte der Red-Bull-Star zuvor als große Chance ausgemacht. „Um zu gewinnen brauchen wir Regen... oder die Mercedes müssen wieder falsch spielen“, hatte Ricciardo mit einem Grinsen in Bezug auf den Silberpfeil-Crash in Spielberg erklärt. Eine Mercedes-Kollision blieb aus, der Regen aber kam. Profitieren konnte davon aber allein Verstappen, der zunächst Dritter wurde und dann durch die Rosberg-Strafe auf Rang zwei rutschte. Frust hingegen bei Ricciardo: „Immer diese vierten Plätze. Ich habe es so satt“, sagte der Australier, ehe er Galgenhumor bewies: „Yeah! Wieder Vierter“, jubelte er mit beiden Armen in die Luft gestreckt, die Fäuste dabei ballend.

Max Verstappen lag in Silverstone einmal mehr vorne

Nach Australien, Bahrain, China und Spanien landete Ricciardo schon zum fünften Mal in zehn Rennen auf dem unliebsamen vierten Platz. Erst einmal konnte er 2016 aufs Podest fahren, als das Team mit einem verpatzten Reifenstopp in Monaco den Sieg vertändelte. Zum Vergleich: Verstappen, überhaupt erst seit sechs Rennen bei Red Bull, fuhr in dieser Zeit schon dreimal aufs Podium, holte dabei einen Sieg in Barcelona. Red-Bull-Teamchef Christian Horner ist ganz entzückt von seinem Nachwuchsstar. „Sein Überholmanöver gegen Rosberg, außenherum in Becketts, war sensationell“, jubelte der Brite nach dem Rennen in Silverstone. Horner hofft, dass dem Höhenflug Verstappens nun auch einer des ganzen Teams folgt.

Immerhin: Ferrari, der Hauptgegner im Kampf um Platz zwei in der Team-WM, hatte Red Bull in England klar im Griff. „Wir sind jetzt fast bei Halbzeit der Saison und sechs Punkte an ihnen dran. Das ist nichts. Hier waren wir bei freier Fahrer deutlich schneller als sie. Das zeigt den Fortschritt, den wir in den letzten Monaten gemacht haben.“ Was Horner zudem positiv stimmt: „Die Strecken, auf denen wir jetzt fahren: Als nächstes kommt Budapest – der Kurs ist ein bisschen wie in Monaco, nur ohne Mauern – und etwas später dann Spa. Das sollte uns entgegenkommen.“ Auch für Ricciardo ist das eine Chance: Nicht nur gegen Mercedes und Ferrari, sondern vor allem, um gegen Verstappen zurückzuschlagen. In Budapest und Spa holte der Australier 2014 immerhin seine beiden letzten GP-Siege.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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