Formel 1: Robert Kubica

Vom Hospital ins Cockpit Vom Hospital ins Cockpit

Formel 1: Robert Kubica

— 13.06.2007

Vom Hospital ins Cockpit

Fast unverletzt hat Robert Kubica seinen schweren Unfall beim Großen Preis von Kanada überstanden. Vier Tage danach will er bereits wieder ins Cockpit.

Kaum aus dem Krankenhaus entlassen, kündigte der polnische Formel-1-Pilot sein Comeback an: Bereits am Wochenende (15.6. bis 17.6.2007) in Indianapolis will er wieder um WM-Punkte fahren. Die Diagnose der Ärzte kam einem Wunder gleich: keine Brüche, keine Kopfverletzungen, keine inneren Verletzungen. Der Formel-1-Rennfahrer Robert Kubica ist bei seinem schweren Unfall am Sonntag (10.6.2007) im Großen Preis von Kanada mit starken Blutergüssen davongekommen. Mindestens ebenso erstaunlich ist – zumindest für Außenstehende – die Reaktion des leicht verletzten Patienten: "Ich werde jetzt versuchen, mich auf den USA-Grand-Prix in Indianapolis vorzubereiten", kündigte der Pole nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus optimistisch an.

Indianapolis lockt mit ultraschnellen Vollgasgeraden

Im GP der USA 2006 erwischte es Juan Pablo Montoya. Er blieb unverletzt.

Ausgerechnet in Indianapolis, das am Sonntagabend (19.00 Uhr, Premiere und RTL live) wegen seiner ultraschnellen Vollgasgeraden wieder Millionen Menschen in den Bann ziehen wird. Auf dem "Motor Speedway" überschlug sich 2006 der Deutsche Nick Heidfeld mehrmals, er blieb aber unverletzt. Nach mehreren Karambolagen erreichten nur neun Boliden das Ziel. Und vor zwei Jahren verursachte ausgerechnet in Indianapolis ein plötzlicher Druckverlust im Hinterreifen einen heftigen Unfall von Ralf Schumacher. Im Freien Training hatte sich der Reifen von der Felge gelöst, der Toyota geriet in der Steilkurve des Brickyard bei Tempo 300 außer Kontrolle und prallte mit dem Heck voran in die Begrenzungsmauer. Im Jahr zuvor hatte sich Schumacher bei einem ähnlichen Crash zwei Wirbel gebrochen. Die Folge: sechs Rennen Pause. Ralf Schumacher nahm die Zwangspause damals hin, Robert Kubica will eine solche unbedingt vermeiden. Sein Mauerkontakt in Montreal bei Tempo 280 ließ ihn so gut wie unbeeindruckt. Dabei ist seine gelassene Reaktion nach den ungeschriebenen Gesetzen der Branche eher der Normalfall. Die Geschichte der Formel 1 beweist es.

Gilles Villeneuves Tod schockierte die Fahrer

Vor 25 Jahren starb in Montreal beim Großen Preis von Kanada der junge Italiener Riccardo Paletti. Im zweiten Formel-1-Rennen seiner Karriere war Paletti beim Start in das Heck des Ferraris von Didier Pironi gerast. Er war auf der Stelle tot. Das Rennen wurde nach der ersten Runde abgebrochen und, nachdem die Strecke wieder frei war, neu gestartet. Gefahren wurde über die komplette Distanz, alle Fahrer – inklusive Pironi – waren dabei am Start. Der Ferrari-Fahrer stellte im Rennen einen Rundenrekord auf. "Egal was passiert, in unserem Sport wird immer gefahren", sagt der frühere Formel-1-Pilot John Watson. Der Ire weiß, wovon er spricht. Knapp drei Wochen vor Palettis Tod war im Training zum Grand Prix von Belgien der Ferrari-Pilot Gilles Villeneuve tödlich verunglückt. Im Fahrerlager war man geschockt, das Rennen am Sonntag aber fand statt – vor ausverkauften Tribünen. Watson siegte.

"Es ist eine Frage, wie du deinen Beruf, den du liebst, verstehst"

Ayrton Senna starb 1994 am selben Wochenende wie Roland Ratzenberger.

Als 1994 beim Grand Prix von San Marino die Formel-1-Legende Ayrton Senna verunglückte, wurde das Rennen nach einer langen Unterbrechung zum zweiten Mal neu gestartet. Alle Teilnehmer konnten über das Fernsehen verfolgen, wie Rennärzte und Streckenposten verzweifelt versuchten, das Leben des Brasilianers zu retten. Als Senna dann per Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen und das Wrack seines Rennwagens von der Unfallstelle abtransportiert worden war, wurde der Grand Prix zum zweiten Mal neu gestartet. Sieger wurde Michael Schumacher, Sennas Teamkollege Damon Hill belegte Platz sechs. Am selben Wochenende war schon Roland Ratzenberger gestorben. "Es ist nicht eine Frage des Gewissens oder der mangelnden Pietät", erklärt der dreimalige Weltmeister Niki Lauda: "Es ist ein Frage, wie du deinen Beruf, den du liebst, verstehst." Auch Lauda kennt sich bestens aus. Der Österreicher war 1976 beim Grand Prix von Deutschland mit seinem Ferrari in eine Felswand gerast. Tagelang kämpfte er im Krankenhaus mit dem Tod, sogar die letzte Ölung erhielt er. Sechs Wochen später saß Lauda ausgerechnet auf dem superschnellen und extrem gefährlichen Kurs von Monza wieder in seinem Ferrari. Er sagt. "Ich war, trotz allem, was ich auf dem Totenbett erlebt hatte, noch nicht fertig mit der Formel 1."

Autor: Burkhard Nuppeney

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