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Formel 1: Rookie Stroll überragt in Baku

Nach Geheimtest aufs Podium

Lance Stroll war der Überraschungsmann auf dem Podium in Baku. Der erst 18-Jährige Williams-Rookie feierte seinen ersten Podestplatz in der Formel 1.
Von den Fans auf der offiziellen Webseite der Formel 1 wurde er zum Mann des Rennens gewählt: Lance Stroll ist in seinem achten Formel-1-Rennen in Baku aufs Podium gerast. Damit ist der Kanadier der zweitjüngste Fahrer der F1-Historie, der mit zur Siegerehrung durfte. Nur Max Verstappen war 2016 bei seinem Triumph in Barcelona noch jünger mit 18 Jahren und 228 Tagen. Diesen Rekord hat Stroll am Sonntag - mit 18 Jahren und 239 Tagen - nur denkbar knapp verpasst. Genauso wie den zweiten Platz im Rennen.

Bottas fing Stroll noch knapp vor der Zielflagge ab

Um gerade einmal 0,1 Sekunden musste sich der Williams-Pilot dem Mercedes von Valtteri Bottas geschlagen geben, der Stroll buchstäblich auf dem Zielstrich abfing. „Ich glaube, das war einer der knappsten Zieleinläufe überhaupt. Wir sind praktisch nebeneinander über den Strich gefahren“, sagte Stroll, der sich aber nicht über den in letzter Sekunde verlorenen zweiten Platz ärgern, sondern lieber über den gewonnenen dritten freuen wollte. „Ich hätte nie geglaubt, dass ich hier auf dem Podium stehe. Mir fehlen wirklich die Worte. Ich kann gar nicht realisieren, was da gerade passiert“, strahlte Stroll.
Spätestens als Rennsieger Daniel Ricciardo den Kanadier aber zum berüchtigen Shoey bat, war Stroll wieder voll da. „Es ist Strolls erstes Podium, also verdient er einen“, rief Ricciardo ins Publikum und fügte an: „Ist er überhaupt alt genug, um zu trinken?“ „Nein, ich bin zu jung dafür“, versuchte Stroll dem verschwitzten Rennstiefel irgendwie zu entgehen, genehmigte sich dann aber doch einen großen Schluck Schampus aus dem Schuh.
Neben der Freude stand dem jungen Kanadier am Sonntag aber auch die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Nach einem holprigen Saisonstart und einer Menge Kritik konnte Stroll zuletzt zweimal abliefern: Vor zwei Wochen beim Heimspiel in Kanada erzielte er seine ersten WM-Punkte, nun folgte sofort das erste Podium. „Das ist die natürliche Entwicklung, so kann es weitergehen. Eines Tages soll er schließlich Weltmeister werden“, lachte auch Vater und Förderer Lawrence Stroll nach dem Rennen bei Sky Sports.

Jubel bei Williams: Stroll mit seinen Mechanikern

„Es ging vor 10 Jahren los auf ein einer Kartstrecke in Kanada und jetzt stehen wir hier“, erklärte Stroll senior mit stolz geschwellter Brust. Seither hat der Mode-Milliardär nichts unversucht gelassen, um seinem Sohn den Schritt in die Formel 1 und dort auch den Erfolg zu ermöglichen. Bestes Beispiel: Wie erst am Wochenende in Baku bekannt wurde, absolvierte Stroll zwischen den Rennen in Kanada und Aserbaidschan einen geheimen Privattest in einem 2014er Williams auf der US-Grand-Prix-Strecke im texanischen Austin. Hat dieser Test dem Rookie etwa die nötigen Zutaten für das Wunder von Baku gegeben?
„Um ehrlich zu sein: Ich glaube, der Test hat überhaupt nicht geholfen. Außerdem war er schon seit neun Monaten geplant“, verriet Stroll senior. „Ich glaube, es ist einfach die Zeit, die Lance hilft. Jedes Rennen, jede Runde mehr, die er dreht, ist ein Fortschritt. Es gibt keine richtigen Testfahrten mehr in der Formel 1, also ist jeder Grand Prix ein Test für ihn.“ Und zwar ein enorm wichtiger, denn Stroll gibt zu bedenken: „Nie war es so schwer für einen Rookie wie dieses Jahr mit diesen Reifen und den neuen Autos.“ Insofern sei es auch egal, ob sein Sohn am Sonntag nun Zweiter oder Dritter geworden sei, wie Stroll erklärte: „Weil sich beides für uns wie ein Sieg anfühlt!“

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance / Getty Images

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