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Formel 1: Rosberg Champion - Kommentar

— 27.11.2016

Der verdienteste Weltmeister

Nico Rosberg ist der neue Weltmeister. Die Erfüllung eines Kindheitstraums, vor allem aber die Belohnung für eine Karriere voll harter Arbeit - ein Kommentar.

Es ist das Ende des Schattenmannes: Nico Rosberg hat sich befreit. Vom Druck, als Sohn des Weltmeisters Keke Rosberg ebenso den Titel holen zu müssen wie sein Vater. Aber auch von seinem Image als ewigem Zweiten, der immer im Schatten steht. Und doch wurden auch nach dem Finale in Abu Dhabi vereinzelt Stimmen laut: Lewis Hamiltons Technikpech sei der WM-Ausgang zu verdanken, immerhin hat der Brite 2016 am Ende sogar einen Sieg mehr als Rosberg. Ist sein Titel deshalb unverdient?

Bei der Beantwortung dieser Frage kann man sich getrost an Niki Laudas Jargon bedienen: Schwachsinn! Das ganz Jahr über, vor allem aber seine ganze Karriere lang hat sich Rosberg diesen Erfolg hart erarbeitet und erkämpft.

Am Ziel: Nico Rosberg ist Formel-1-Weltmeister

Das zeigt schon der Beginn: Der F1-Einstieg des Deutschen erfolgte 2006 im hinteren Mittelfeld – anders als etwa bei Hamiltons Premiere ein Jahr später mit Top-Team McLaren. Im lahmen Williams drehte Rosberg dennoch bei seiner Premiere in der Königsklasse die schnellste Rennrunde. Danach wurden Glanzlichter schwieriger, es folgten noch drei weitere Jahre voller mittelmäßiger Autos aus Grove, vieler technischer Ausfälle und Frust – dennoch setzte Rosberg immer wieder vereinzelte Highlights. Mal ein Podium, mal eine Punktefahrt mit unterlegenem Material.

2010 wurde er so als erster Pilot für das neue Mercedes-Werksteam verpflichtet – nur um kurze Zeit später Michael Schumacher vor die Nase gesetzt zu bekommen, der Rosberg in Sachen Aufmerksamkeit sofort die Show stahl. Doch der Wiesbadener grämte sich nicht. Im Gegenteil: Er machte die Not zur Tugend, zog seinen Vorteil daraus, in Ruhe arbeiten zu können und schaute sich von Schumacher derweil alle positiven Eigenschaften ab, wie Akribie und Perfektionismus. Am Ende war Rosberg der einzige Teamkollege des Rekordweltmeisters in der Formel 1, der diesen je schlagen konnte – und das in allen drei gemeinsamen Jahren bei Mercedes. Eine kaum hoch genug zu bewertende Leistung.

Von Michael Schumacher lernte Rosberg eine Menge

Allein: Sie ging mal wieder unter. Denn nicht Rosberg wurde in Deutschland als legitimer Nachfolger Schumis gehandelt, sondern längst Sebastian Vettel. Der Red-Bull-Shootingstar raste in Wunderautos von Star-Designer Adrian Newey zu vier Titeln in Serie, während sich Rosberg im damals noch flügellahmen Silberpfeil eher mit anhaltender Kritik am zunächst mäßig erfolgreichen Werksprogramm der Stuttgarter auseinandersetzen musste.

Sex on Fire! Sehen Sie im Video: So ausgelassen feiert Rosberg selbst seinen Titel:



Als sich das lange Warten auf die erste eigene Titelchance, mit der sich Rosberg in den Jahren 2010 bis 2013 auch immer öffentlich getröstet hatte und dafür oft belächelt worden war, endlich auftat – nämlich mit dem Beginn der Hybrid-Ära 2014 – hatte längst ein anderes Kaliber im Auto neben ihm Platz genommen: Lewis Hamilton!

Damals wie heute beste Feinde: Hamilton vs. Rosberg

Der Kart-Kumpel von einst wurde, spätestens als klar war, dass beide sieg- und titelfähiges Material unter sich hatten, zum erbitterten Rivalen. Rosberg verlor den ersten WM-Kampf der beiden knapp. Auch wegen technischer Gebrechen an seinem Auto in Silverstone und Abu Dhabi – und weil ihn Niki Lauda nach einer leichten Kollision der von da an „Silberfeinde“ genannten Stallkollegen in Spa voreilig zum Prügelknaben erklärte, woraufhin das Team schlecht zurückrudern konnte, ohne das Gesicht zu verlieren.

Rosberg schluckte auch das, genauso wie die Titelniederlage, zu der 2015 noch eine weitere hinzukam. Die meisten anderen Piloten wären daran zerbrochen. Nicht so Stehaufmännchen Rosberg, der immer weiterkämpfte gegen Hamilton, den aktuell wohl schnellsten aller F1-Fahrer, der über eine fliegende Runde immer dieses eine Zehntel gottgegebenes Talent in der Hinterhand hat. Dass Rosberg ihn nun trotz dieses Defizits geschlagen hat, macht es umso beeindruckender, den Titel umso wertvoller. Seine Fähigkeiten bei der Abstimmung, die langen nächtlichen Sitzungen mit den Ingenieuren, aber auch Rosbergs Konstanz und seine Fähigkeit, Rennen taktisch zu fahren, haben sich spätestens am Sonntag voll ausgezahlt.

Pure Emotion: Rosberg kann den Triumph kaum fassen

Dass er die letzten vier Saisonrennen hinter Hamilton als Zweiter ins Ziel fuhr: Nichts weiter als Makulatur – und vor allem eine Milchmädchenrechnung aller Kritiker. Wer weiß, wie Rosberg gefahren wäre, wenn er anders hätte fahren müssen? Musste er aber nicht. Ab dem Japan GP wusste der Silberpfeil-Star, dass zweite Plätze zum Titelgewinn reichen. Diesen Plan hat der neue F1-Professor und damit legitime Nachfolger von Alain Prost perfekt in die Tat umgesetzt. Ein gutes Pferd springt eben nur so hoch, wie es muss – es sei denn, es handelt sich dabei um den Jubelsprung von seinem Silberpfeil Sonntagnacht in Abu Dhabi...

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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