Rossi

Formel 1: Rosberg-Nachfolger

— 12.01.2017

Zanardi will Valentino Rossi

Alessandro Zanardi legt Mercedes nahe, Motorrad-Ass Valentino Rossi als Ersatz für Nico Rosberg zu nehmen. Rossi schon mit mehreren Formel-1-Tests.

Noch immer hat Mercedes keinen Nachfolger für den zurückgetretenen Weltmeister Nico Rosberg bestimmt. Valtteri Bottas wird derzeit als Favorit gehandelt. Allein: Hätte Ex-Formel-1-Pilot Alessandro Zanardi, der im November von ABMS für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, das Sagen bei Mercedes, säße 2017 der neunmalige Motorrad-Weltmeister Valentino Rossi im zweiten Silberpfeil neben Lewis Hamilton.

„Für mich wäre Valentino die logischste Wahl“, erklärt er im Interview mit La Gazzetta dello Sport und präzisiert: „Sein Einstieg in die Formel 1 würde für einen Zuschauerboom sorgen. Kannst du dir vorstellen, was ein einziger Sieg von Valentino in einem Mercedes für ein Medieninteresse entfachen würde?“

Der Wuschelkopf ist nicht nur einer der erfolgreichsten Motorrad-Rennfahrer aller Zeiten, sondern bei den Fans auch extrem beliebt. Im Februar wird der Italiener 38 Jahre alt. Mehrmals hat Rossi bekundet, nach seiner Motorrad-Karriere in den Rundstreckensport wechseln zu wollen.
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Seit 2004 wurde er mehrmals mit einem Formel-1-Wechsel zu Ferrari in Verbindung gebracht. 2006 hat er in Valencia an einem offiziellen Formel-1-Test teilgenommen, war dabei nur eine halbe Sekunde langsamer als Michael Schumacher, aber schneller als etwa die Red-Bull-Piloten Mark Webber und David Coulthard, sowie Toyota-Fahrer Jarno Trulli.

Rallye-Gaststarts waren ebenso erfolgsversprechend wie auch bisherige Rundstreckenrennen von Rossi. 2009 absolvierte er sein erstes beim Sechs-Stunden-Rennen in Mugello, als er in der GT3-Klasse in einem Ferrari 430 GT3 Platz drei erzielte. Und auch zu Mercedes hatte Rossi bereits beste Kontakte: 2006 bestritt er in Hockenheim einen DTM-Test für die Schwaben. Und: Mercedes-Sportchef Toto Wolff soll Rossi eine F1-Probefahrt angeboten haben, die er im Sommer 2017 absolvieren darf.

Nach drei Vizemeisterschaften in Folge will Rossi 2017 aber nochmal nach dem zehnten Motorradtitel greifen. In der ewigen Bestenliste der meisten Siege liegt Rossi mit 114 nur noch acht hinter Giacomo Agostini – der übrigens nach seiner Motorrad-Karriere ebenfalls noch Formel-Rennen fuhr und mit einem Williams-Ford auch bei einem nicht zur WM zählenden Grand Prix am Start stand. Der einzige Fahrer, der mit dem Motorrad und dem Formel-1-Wagen Weltmeister werden konnte, war Henry Surtees (F1-Champ 1964).

Kommentar von ABMS-Redakteur Michael Zeitler

Im Rahmen unserer Race Night im November habe ich Alessandro Zanardi live kennen gelernt. Es hat sich genau das bestätigt, was mir beim genauen Verfolgen seiner Karriere ohnehin klar war: Dieser Mann lebt und liebt den Rennsport, er ist ein Racer vom Herzen. Der Mann träumt nicht, sondern er zeigt jedes Jahr wieder, wie Träume wahr werden.

Dieser Mann also würde als Mercedes-Teamchef Valentino Rossi ins Fahrzeug setzen. Und er hat damit Recht: Rossi würden vielleicht die entscheidenden Zehntelsekunden im Kampf gegen Lewis Hamilton fehlen, aber sein Motorrad-Rivale Jorge Lorenzo hat bei einem Test des Mercedes-Wagens 2016 festgestellt: Dieser Flitzer ist einfach zu fahren. Rossi würde – das hat er bei seinen Ferrari-Tests bewiesen – recht schnell auf ein professionelles Niveau kommen. Und dann gilt, was Zanardi gesagt hat: Die Formel 1 wäre auf einen Schlag um hunderttausende Fans reicher, nur ein einziger Sieg würde in die Geschichtsbücher der Formel 1 eingehen, es gäbe nur Gewinner, keine Verlierer. 

Autor: Michael Zeitler

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