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Formel 1: Rosberg siegt in Russland

— 01.05.2016

Siebter Streich in Serie

Siebter Sieg in Folge für Nico Rosberg. Der Deutsche gewinnt auch in Russland. Lewis Hamilton nach Aufholjagd Zweiter, Sebastian Vettel mit Start-Crash.

Nico Rosberg ist in der Formel 1 einfach nicht aufzuhalten: Der Mercedes-Pilot siegte auch im vierten Rennen des Jahres in Sotschi und feierte damit saisonübergreifend seinen siebten Erfolg in Serie. Auch gelang ihm am Sonntag erstmals ein sogenannter 'Grand Slam' in der Formel 1, bestehend aus Pole, schnellster Rennrunde, allen Führungsrunden und dem Sieg.

Jubelsprung beim Sieger: Rosberg gewann erneut

Den Vorsprung auf Teamkollege Lewis Hamilton in der WM baute er damit auf 43 Zähler aus. Der Brite wurde in Sotschi nach einer Aufholjagd Zweiter - wegen Motorproblemen hatte er als Zehnter starten müssen. Kimi Räikkönen komplettierte als Dritter das Podest. Ferraris 700. Podiumsplatzierung in der Formel 1 dürfte am Sonntag aber nur ein kleiner Trost sein, denn Sebastian Vettel wurde bereits am Start von Daniil Kvyat ins Aus befördert.
Crash am Start in Sotschi: Kvyat schießt Vettel ab

"Ich hatte ein wunderbares Wochenende", jubelte Rosberg nach der Zieldurchfahrt. "Mein Auto war super, ich bin sehr glücklich und sehr dankbar." Eine Serie von sieben Siegen schafften in der Geschichte der Formel 1 davor nur Alberto Ascari, Michael Schumacher und zuletzt Sebastian Vettel im Jahr 2013. Mindestens vier Erfolge zum Start einer Saison gelangen vor Rosberg nur Ayrton Senna, Nigel Mansell und Michael Schumacher. Alle wurden in den entsprechenden Jahren auch Weltmeister. "Es sind aber erst vier von 21 Rennen absolviert", trat Rosberg auf die Euphoriebremse.
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Hamilton kämpfte sich vorbei an den Finnen auf P2

Doch Fakt ist auch: Rosbergs Gegner haben weiterhin kein Glück. Während Vettel schon am Start zweimal mit Kvyat aneinander geriet und lediglich drei Kurven weit kam, konnte Hamilton als Zweiter immerhin Schadensbegrenzung betreiben. Schon nach dem Chaos am Start war der Brite Fünfter, als das daraus resultierende Safety-Car abbog, machte er kurzen Prozess mit den beiden Finnen Kimi Räikkönen und Valtteri Bottas. "Das war ziemlich einfach", lachte der Weltmeister später. Allein: Seine Aufholjagd auf Rosberg musste er in der zweiten Rennhälfte abbrechen. Erneut spielte die Technik an seinem Silberpfeil nicht mit.
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Mercedes informierte seinen Weltmeister am Funk über ein Wasserdruck-Problem und bremste ihn zur Sicherheit ein. Hamilton, der bereits auf acht Sekunden an Rosberg herangefahren war, musste in der Folge abreißen lassen und fuhr am Ende 25 Sekunden hinter seinem Teamkollegen über den Zielstrich. "Nach den Ereignissen vom Samstag bin ich froh, überhaupt hier zu stehen. Wir haben als Team viele Punkte geholt", machte Hamilton gute Miene zum bösen Spiel. Wirklich gefährdet war Mercedes' Doppelsieg wegen des mangelnden Drucks von Ferrari nicht.

Kimi Räikkönen (r.) mit Staatschef Wladimir Putin (l.)

"Natürlich ist es nicht ganz das, was wir wollen. Wir wollen Rennen gewinnen und zwei Autos vorne dabei haben", spielte der drittplatzierte Kimi Räikkönen auf Vettels Startunfall an. "Ich war zu Beginn gut unterwegs, bin an Valtteri (Bottas; d. Red.) vorbeigekommen." Doch Räikkönens Landsmann schlug im Finnen-Duell zurück. "Nach dem Re-Start hat uns etwas der Speed gefehlt, Valtteri hat mich also wieder gekriegt und als ich erneut kontern wollte, kam schon Lewis von hinten. Ich hatte Untersteuern, bin zu weit rausgekommen und er hat mich geschnappt", so der Ferrari-Fahrer.

"Für Williams hat die Pace heute unterm Strich gereicht, aber für Mercedes waren wir nicht schnell genug", stellte Räikkönen fest, der hinter den Silberpfeilen den letzten Siegerpokal auf dem Podium abstaubte, auf dem sich auch Wladimir Putin die Ehre gab.
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Russlands Staatschef kam allerdings erst spät. In Runde 47 nahm Formel-1-Chef Bernie Ecclestone ihn in einer Ehrenloge in Empfang. Gerade noch rechtzeitig, um Sieger Rosberg die Trophäe zu überreichen. Weniger zu feiern als sein Landsmann und Namensvetter Rosberg hatte am Sonntag Nico Hülkenberg. Der 100. Grand Prix des Deutschen wurde einer seiner kürzesten. Auch er fiel einer Startkollision zum Opfer und hatte nach zwei Kurven Feierabend. Pascal Wehrlein im Manor beendete das Rennen als einziger Deutscher neben Rosberg - nach einer Panne beim Reifenwechsel jedoch nur auf dem 18. und letzten Platz.

Ergebnis - Russland GP 2016:

1. Nico Rosberg (Wiesbaden) Mercedes 1:32:41,997 Std. (Schnitt: 200,482 km/h)
2. Lewis Hamilton (England) Mercedes + 25,022 Sek.
3. Kimi Räikkönen (Finnland) Ferrari + 31,998
4. Valtteri Bottas (Finnland) Williams + 50,217
5. Felipe Massa (Brasilien) Williams + 1:14,427 Min.
6. Fernando Alonso (Spanien) McLaren Honda + 1 Runde
7. Kevin Magnussen (Dänemark) Renault + 1 Runde
8. Romain Grosjean (Frankreich) Haas + 1 Runde
9. Sergio Perez (Mexiko) Force India + 1 Runde
10. Jenson Button (England) McLaren Honda + 1 Runde
11. Daniel Ricciardo (Australien) Red Bull + 1 Runde
12. Carlos Sainz jr. (Spanien) Toro Rosso + 1 Runde
13. Jolyon Palmer (England) Renault + 1 Runde
14. Marcus Ericsson (Schweden) Sauber + 1 Runde
15. Daniil Kvyat (Russland) Red Bull + 1 Runde
16. Felipe Nasr (Brasilien) Sauber + 1 Runde
17. Esteban Gutiérrez (Mexiko) Haas + 1 Runde
18. Pascal Wehrlein (Worndorf) Manor + 2 Runden

Ausfälle: Rio Haryanto (Indonesien) Manor (1. Runde); Nico Hülkenberg (Emmerich) Force India (1. Runde); Sebastian Vettel (Heppenheim) Ferrari (1. Runde); Max Verstappen (Niederlande) Toro Rosso (34. Runde)

Schnellste Rennrunde: Nico Rosberg (Mercedes) 1:39,094 Min.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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