Hamilton & Rosberg

Formel 1: Rosberg über Mercedes-Stallkrieg

— 12.05.2014

Lewis bekommt noch seine Frikadelle

Bei Mercedes tobt intern zwischen den Fahrern und unter den Ingenieuren ein erbitterter Kampf - Nico Rosberg klärt AUTO BILD MOTORSPORT auf.

Nico Rosberg gegen Lewis Hamilton: Auch beim fünften Rennen der neuen Formel-1-Saison ging die Mercedes-Dominanz weiter. Erneut siegte der Brite knapp vor dem Deutschen. Doch der Zweikampf zwischen den beiden Sternfahrern wird immer brisanter. Rosberg angriffslustig direkt nach dem Rennen: „Lewis ist auch nur ein Mensch, der Stärken und Schwächen hat. Und die kenne ich wie meine Westentasche.“ Im Parc fermé vergaß er seinem Teamkollegen zu gratulieren. Auf dem Podium herrschten gefühlte minus 20 Grad. Eiszeit nach der Hitze des Gefechts.

Kein Kuschelkurs erwartet

Auf der Strecke schenkten sich Hamilton (vorne) und Rosberg (hinten) in Spanien einmal mehr gar nichts

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff gibt zu: „Man kann nicht erwarten, dass die beiden auf Kuschelkurs gehen, wenn sie das Werkzeug haben, um zu siegen und die WM zu gewinnen. Deshalb ist die Intensität dieses Zweikampfes hoch und ich gehe davon aus, dass er sich auch noch zuspitzen wird.“ Als Motorsportchef ist der Österreicher derjenige, der das Duell managen muss. Auch um zu verhindern, dass die Gesamtleistung der Mannschaft unter den Spielchen der Fahrer leidet. Denn die ziehen alle Register.

Alle Daten werden offengelegt

Wolff: „Es gibt heutzutage Methoden den Teamkollegen in die Irre zu führen, die weit über die Abstimmung hinaus gehen, zum Beispiel wann man wie die zusätzliche Energie aus dem Hybridsystem abruft.“ Daten-Poker bei den Silberpfeilen! Nico Rosberg erklärt: „Es ist klar, dass immer alles offengelegt wird. Aber ein paar Vorteile versuche ich einfach für mich zu behalten. Die Menge an Daten ist so groß, dass man nicht immer alles finden kann, wenn man nicht darauf gestoßen wird.“

Chefstratege zwischen allen Fronten

Silber-Jubel: Wolff (li.) feiert mit den Konzernchefs Zetsche & Weber und seinem Fahrerduo Hamilton & Rosberg

Das Duell zwischen den Fahrern weitet sich deshalb auf das gesamte Team aus. „Da findet sogar ein Wettkampf unter den Ingenieuren in der Garage statt“, berichtet Wolff. „Es gibt die Motorenjungs auf der linken Seite und die Motorenjungs auf der rechten Seite und die duellieren sich genauso wie Nico und Lewis in ihren Autos.“ Nur ein Mann kämpft im Team der Silberpfeile gegen sich selbst: der Chefstratege. Rosberg verrät: „Der ist zweigeteilt. Auf der einen Seite versucht er die beste Strategie für meinen Teamkollegen zu entwickeln. Auf der anderen Seite unterstützt er mich, damit ich Lewis angreifen kann. Es hat Vor- und Nachteile, dass das nur ein Mann macht. Im Moment ist es für uns die beste Lösung.“

Wenn der Kühlschrank leer ist

Rosberg gegen Hamilton. Nur drei Punkte trennen die beiden Kampfhähne derzeit in der WM-Tabelle. Doch noch hat der knallharte Stallkrieg seine Grenzen. Rosberg: „Abseits der Rennstrecke sind wir trotzdem noch Nachbarn und wenn Lewis’ Kühlschrank leer ist, kann er weiter Frikadellen holen kommen.“ Kleiner Unterschied zu 2013: Da wurde Hamilton nicht nur versorgt, sondern durfte auch noch zusammen mit Rosberg und seiner Verlobten speisen...

Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Getty Images

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.