Die besten Bilder aus Bahrain

Formel 1: Rosberg will Hamilton jagen

— 02.04.2016

Mercedes-Stars vor großem Kampf

Duell der Taten auf der Strecke, Duell der Worte daneben: Rosberg und Hamilton stimmen sich auf einen harten Schlagabtausch beim Bahrain GP ein.

Der Ton wird rauer, die Blicke düsterer und spätestens wenn am Sonntagabend in Bahrain das Flutlicht angeht, fehlt nicht mehr viel zur Atmosphäre vor einem Boxkampf. Allein: Der Ring heißt dann Bahrain International Circuit. Vor zwei Jahren entbrannte hier erstmals das große Duell zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg - dem Mercedes-Duo, das den Sport seither dominiert, den Silberfeinden.
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2014 lieferten sie sich in Sakhir einen knallharten Fight, damals beim dritten Rennen der Saison. 2015 hielt der geschlossene Burgfrieden ebenfalls nur bis zum dritten Lauf in China, dann fingen auf der Pressekonferenz nach dem Rennen wieder die alten Streitereien an. Vieles spricht nun dafür, dass Rosberg und Hamilton dieses Jahr schon beim zweiten Grand Prix die harten Bandagen auspacken.

Schluss mit lustig: Rosberg und Hamilton in Bahrain

"Es würde mich nicht wundern, wenn wir hier morgen auf der Strecke ihre Teile einsammeln können", sagt Paul di Resta. Der Schotte fährt für Mercedes in der DTM, war bis 2013 selbst für Force India in der Formel 1 unterwegs und kennt Hamilton und Rosberg bestens. Er glaubt: "Bei Mercedes ist schon wieder der interne Krieg ausgebrochen. Jeder der beiden guckt genau, was der andere macht, wer da ein Zehntel vorne ist und wer hier." Am Samstag im Qualifying war es Lewis Hamilton. Kein Zehntel war er vor Nico Rosberg, sondern 77 Tausendstel. "Weniger als ein Wimpernschlag", wie der deutsche WM-Führende es nennt.
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Umgerechnet gut eine Wagenlänge lag Rosberg auf dem 5,407 Kilometer langen Kurs hinter Hamilton. Es geht brutal eng zu zwischen den Silberpfeilen, die Rivalen treiben sich zu immer neuen Höchstleistungen. "Es war schon eine ziemlich kranke Runde. Das war mir klar, als ich die Zeit gesehen habe", kommentiert Hamilton seine Pole, die zeitgleich ein neuer Rundenrekord ist. Schneller als Mark Webber 2005, damals wohlgemerkt mit einem V10-Williams! Mit vier Zylindern weniger und elf Jahre später überquerte Hamilton am Samstag in Q3 vor Rosberg die Zielline und musste dann zittern. "Ich habe meine Daumen gedrückt, dass es reicht. Denn es war das ganze Wochenende über schon so: Wann immer ich eine Rundenzeit gesetzt habe, kam Nico und bumm: War er wieder schneller!"

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Nicht so am Samstag. "Ich dachte, ich bin auf Pole. War ich aber nicht. Enttäuschend", zollt Rosberg nach dem Tausendstel-Krimi Hamilton Respekt. "Es war eine tolle Runde von Lewis." Dabei hatte der Brite Extra-Druck, denn beim ersten Versuch in Q3 patzte er am Ausgang der Zielkurve, war zwischenzeitlich nur Vierter. "Umso größer war der Spaß und auch die Erleichterung, dass ich es am Ende doch noch zusammengebracht habe", strahlt Hamilton, der sich auch nach 51. Poles noch nicht an das Gefühl gewöhnen kann, 'P1' auf seinem Lenkrad-Display stehen zu haben. "Es fühlt sich immer noch an wie meine erste Pole, ich habe die ganze Auslaufrunde danach gebrüllt, bis ich keine Stimme mehr hatte..."

Etwas nüchterner sieht Rosbergs Einordnung der Startplätze aus. "Das hier ist die Strecke, auf der die Pole am wenigsten zählt", findet der Deutsche, der erklärt: "Man kann hier überholen und auch über die Strategie gibt es morgen noch viele Möglichkeiten." Hamilton entgegnet: "Mir ist schon klar, warum Nico das sagt: Weil er hier letztes Jahr auf Pole stand... und ich gewonnen habe." Doch auf die leichte Schulter nehmen will Hamilton seinen Kontrahenten bei aller Stichelei nicht. "Nico war bis auf den letzten Run in Q3 das ganze Wochenende über schneller als ich. Ich hoffe das kommt im Rennen nicht wieder."
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Die Faust ist geballt, am Sonntag steigt der Kampf

Den Grundstein für eine gute Ausgangsposition im Duell der Silberfeinde muss Hamilton - anders als zuletzt in Melbourne - schon am Start legen. Der Brite weiß um Mercedes' Schwäche auf den ersten Metern. "Der Run zur ersten Kurve ist hier besonders lang und wir hatten seit Australien nur zwei Wochen, um das Problem zu beheben. Ich hoffe es wird besser - zumindest auf meiner Seite", kann er sich einen letzten Seitenhieb gegen Rosberg nicht verkneifen. Der Deutsche ist der Worthülsen derweil längst überdrüssig und haut lieber eine direkte Kampfansage raus. Was der Plan für Sonntag sei, fragt ein Reporter. "Ihn zu jagen...", entgegnet Rosberg mit starrer Miene und ohne Hamilton dabei auch nur eines Blickes zu würdigen.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance / Getty Images

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