Formel 1

Formel 1: Rückkehr GP Frankreich

— 18.12.2016

167 Streckenvarianten möglich!

Der historischste aller Grand Prix kehrt 2018 in den Formel-1-Kalender zurück. Hier fand 1906 der erste Grand Prix aller Zeiten statt. Rückkehr nach Le Castellet.

Eine der größten Automobilnationen hat ab 2018 wieder einen Grand Prix: Frankreich. Gefahren wird auf der Strecke in Le Castellet, in der Nähe von Marseille – also im Süden des Landes. Auf der Anlage mit den zahlreichen bunt asphaltierten Auslaufzonen sind 167 verschiedene Streckenvarianten möglich, eine hat eine 1,7 Kilometer lange Gerade. Auf welcher der Frankreich-GP ausgetragen wird, steht noch in den Sternen. Was dafür komplett fehlt: Zuschauerplätze. Le Castellet wurde zuletzt vor allem als Teststrecke verwendet.

Die Formel 1 fuhr schon einmal in Le Castellet. Vier der 14 Ausgaben von 1971 bis 1990 gewann Alain Prost, auch das letzte Rennen 1990. Es war der 100. WM-Sieg für das Ferrari-Team. Nur ein Jahr zuvor gab es am Start den spektakulären Überschlag von Mauricio Gugelmin.

Der Frankreich-GP hat viele historische Rennen hervorgebracht. Das legendäre Rad-an-Rad-Duell zwischen Gilles Villeneuve und René Arnoux 1979 zum Beispiel. Mehrmals wechselten sie die Position und begeisterten mit einem knallharten Kampf die Fans. 1999 gewann Heinz-Harald Frentzen im Jordan-Mugen-Honda ein packendes Regenrennen. 2000 zückte David Coulthard den berühmten Mittelfinger in Richtung Michael Schumacher nach einem hart geführten Zweikampf. Historisch war Giancarlo Baghettis Sieg 1961 – einen Triumph im ersten WM-Rennen schaffte seither kein Fahrer mehr. 1908 gab es den ersten Mercedes-Sieg beim Frankreich-GP dank Christian Lautenschlager.

Start in Le Castellet 1978

Frankreich war aber auch der Schauplatz für eines der langweiligsten Rennen aller Zeiten. 1926 gingen nur drei Bugatti-Piloten ins Rennen, nur zwei kamen ins Ziel. Sieger Jules Gounon hatte aber 15 Runden Vorsprung auf Meo Constantini. Als die Fahrer während des Boxenstopps sogar gegessen und getrunken haben, waren die Fans stinksauer.

Der Große Preis von Frankreich 1906 war der erste Grand Prix in der Geschichte. Damals war Frankreich die führende Automobilnation. Beim jährlich stattfindenden Gordon-Bennett-Cup durften aber nur jeweils drei Fahrzeuge aus jedem Land an den Start gehen. Bei den Vorentscheidungsrennen in Frankreich nahmen 1904 gleich 29, ein Jahr später noch 24 Hersteller teil. Renault, Clément-Bayard, Brasier, Panhard, Lorraine-Dietrich, Hotchkiss, Darracq, Gabron-Brillié, Grégoire – sie alle waren dann 1906 beim Frankreich-GP am Start als der französische Automobilverband beschloss: Es gibt keinen Gordon-Bennett-Cup mehr, sondern einen Grand Prix und jeder darf starten. 32 Teilnehmer gingen auf die Hatz auf der 103 Kilometer langen Bahn. 1238 Kilometer mussten zurückgelegt werden, gestartet wurde um sechs Uhr morgens unter der Woche. Massenstarts gab es noch nicht, im 90-Sekunden-Intervall wurden die Fahrzeuge losgeschickt. Die Strecke wurde für das Rennen extra geteert, doch der Teer bröckelte in der sengenden Hitze. Die ausgelösten Steinschläge verletzten Fahrer und Material und führten zu zahlreichen Reifenwechseln. Genau das machte sich Renault zu Nutze: Michelin entwickelte abnehmbare Felgen, die die Reifenwechsel erheblich beschleunigten. Ferenc Szisz siegte im 90 PS starken Renault, der von einem 13,4-Liter-Vierzylinder angetrieben wurde. Also von einem wahren Hubraum-Monster. Die Siegprämie: 13 Kilogramm Gold...

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-alliance

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung