Formel-1-Saison 2009, Williams-Toyota FW31

Formel-1-Saison 2009

— 20.01.2009

Williams stellt den FW31 vor

Der britische Formel-1-Rennstall Williams hat seinen Neuwagen für die Saison 2009 präsentiert. Der FW31 geht in Punkto KERS eigene Wege und soll mit Nico Rosberg und Kazuki Nakajima an alte Erfolge anknüpfen.

Bei Williams setzt man große Hoffnungen in das Formel-1-Jahr 2009. Die Regeländerungen für die neue Saison sollen der Traditionsmannschaft aus Großbritannien die Chance bieten, auch ohne ein Super-Budget wieder nach vorne zu kommen. Schon früh setzte man voll auf die Entwicklung des neuen Autos. Beim FW31, den man in aller Frühe am 19. Januar 2009 in Portimão vorstellte, beschritt man in manchen Bereichen andere Wege als die Konkurrenz. Vor allem beim Energierückgewinnungs-System KERS kocht Williams sein ganz eigenes Süppchen. Im Gegensatz zu vielen anderen Teams, die auf Batterien oder Kondensatoren setzen, verwendet Williams ein Schwungrad zur Speicherung der Bremsenergie. Probleme mit Überhitzung und möglichen Elektroschocks umgeht man somit, allerdings ist das mit hoher Drehzahl rotierende Schwungelement vor allem bei einem Unfall nur schwer zu kontrollieren.

14 Monate Schwerstarbeit stecken im FW31

14 Monate harte Arbeit stecken im FW31, der den Anschluss an die "großen" Formel-1-Teams wieder herstellen soll.

Das Team um Formel-1-Urgestein Frank Williams hatte die neuen Flügel für die Saison 2009 schon sehr früh erstmals gezeigt. Bereits Anfang November 2008 schickte man Testfahrer Jonathan Kennard auf dem Flugfeld von Kemble erstmals mit den neuen Aerodynamik-Teilen auf den Asphalt. Die Optik des Williams FW31 überrascht daher nicht allzu sehr - einzig die Schaufel-Nase ist neu. Das Auto trägt bis zum Saisondebüt am 29. März 2009 in Melbourne eine Winterlackierung, erst in Australien wird man das endgültige Design zeigen. 14 Monate lang hat man laut Technikchef Sam Michael mit dem Entwurf und Bau des FW31 verbracht. "Das Design und die Produktion ist bei einem heutigen Auto viel komplexer als noch vor zehn Jahren", erklärte der Brite zu den intensiven Arbeiten der vergangenen Monate.

Neues Auto - Alte Fahrer - Hohe Ziele

Einzig die breite Schaufel-Nase unterscheidet den FW31 von den Boliden der Formel-1-Konkurrenz.

Williams setzt auch 2009 auf die Motorpower von Toyota und kombiniert dieses Triebwerk mit dem eigenen Hybridsystem. Inwiefern dies zu Problemen führt, ist bislang nicht absehbar. Die ersten Testkilometer absolvierte Nico Hülkenberg. Der GP2-Rookie ist für das Williams-Team auch 2009 als Testpilot im Einsatz. Die Einsatzfahrer Nico Rosberg und Kazuki Nakajima wollen mit dem FW31 an die goldenen Williams-Zeiten der 90er Jahre anknüpfen. Im der Saison 2008 hatte es für die Mannschaft aus Grove mit 26 Punkten nur zum achten Rang in der Konstrukteurs-Wertung gereicht. Nummer-Eins-Fahrer Nico Rosberg landete in der Endabrechnung auf Platz 13, Nakajima wurde 15. der Fahrer-Werung.
Sven-Jörg Buslau

Sven-Jörg Buslau

Fazit

Als einziges Formel-1-Team setzt Williams bei KERS auf ein Schwungrad als Energiespeicher. Es ist erfreulich, dass ein kleiner Hersteller den Mut besitzt, eigene Wege zu gehen. Dem englischen Traditions-Rennstall und der Formel 1 bleibt zu wünschen, dass sich dieser Mut bezahlt macht, denn nur dann werden vielleicht auch andere Teams zukünftig die ausgetretenen Pfade bei der Konzeption und im Design ihrer Autos verlassen. Und für eine größere Vielfalt in der Königsklasse zu sorgen. Nichts ist langweiliger als ein Rennen von 18 oder 20 fast gleich aussehender Boliden in unterschiedlichen Farben, die sich mangels technischer Unterschiede nicht überholen können.

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