Ross Brawn

Formel-1-Saison 2009

— 03.04.2009

Wirbel um Brawn-Diffusor

Ein Doppel-Diffusor sorgte für den Überraschungs-Doppelsieg von F1-Einsteiger Brawn GP in Australien 2009. Doch die Konkurrenz wittert Betrug. AUTO BILD MOTORSPORT erklärt, was Recht ist.

Mit einem neuartigen Doppel-Diffusor sorgt Formel-1-Urgestein Ross Brawn für viel Wirbel in der noch jungen Rennsaison und träumt wieder vom Gesamtsieg. Zwar entspricht dieser Diffusor dem Wortlaut des Formel 1-Reglements, aber nicht seinem Geiste. Deshalb muss Brawn dessen Einsatz gegen Kritik von allen Seiten verteidigen: "Innerhalb des Reglements ist es Sache der Teams, den maximalen Vorteil aus den Regeln zu ziehen. So ist es, seit ich in der Formel 1 arbeite." Für BMW-Motorsport-Direktor Mario Theissen ist der Diffusor einfach illegal. "Er würde ein teures Wettrüsten in Gang setzen und zu den gefährlich schnellen Ground-Effect-Autos der 80er Jahre führen."

"Brawn war einfach cleverer als andere"

Ein ranghoher FIA-Techniker stärkt gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT jedoch Brawns Position: "Die ganze Diskussion ist lächerlich. Brawn war einfach cleverer als andere. Deshalb sind die jetzt sauer." Unmittelbar nach dem Doppelsieg in Australien hatten Ferrari, BMW-Sauber, Renault und Red Bull Racing erfolglos gegen Brawns Doppel-Diffusor protestiert. Nun wird der Fall am 14. April 2009 endgültig vor dem FIA-Berufungsgericht in Paris geklärt. Formel 1-Experte Christian Danner erwartet ein salomonisches Urteil: "Die Dinger werden verboten, aber BGP darf die Punkte behalten."

Auch McLaren-Mercedes entwickelt Doppel-Diffusoren

Sicher ist das jedoch nicht, denn auch die anderen Teams entwickeln eigene Doppel-Diffusoren – unter anderem McLaren-Mercedes. Der Diffusor ist ein Strömungskanal unter der Fahrzeugzelle, der für mehr Anpressdruck sorgt. Ergebnis: Der Wagen "saugt" sich auf dem Asphalt fest und lässt sich so schneller um Kurven lenken. 2009 sollten die Diffusoren aus Kosten- und Sicherheitsgründen kleiner werden. Allerdings erlaubt eine Lücke im Reglement, dass ein zweiter, von außen unsichtbarer, Strömungskanal eingesetzt werden kann, der bis zu sieben Zehntelsekunden Vorsprung pro Runde bringt.

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