Formel 1, GP von Spanien 2009, Heidfeld vor Räikkönen, Kovalainen und Kubica

Formel-1-Saison 2009

— 11.05.2009

Überflieger Brawn GP

Auch im fünften Formel-1-Rennen der Saison konnte niemand den Brawn-Boliden Paroli bieten. Button und Barrichello zeigten den selbsternannten Favoriten von Mercedes, Ferrari und BMW die Grenzen auf.

Hatten die Verantwortlichen von BMW, Ferrari und McLaren-Mercedes nach den ersten Rennen noch geglaubt, dass sie die anfängliche Entwicklungslücke zu Brawn GP schnell schließen könnten, müssen die sogenannten Großen der Formel-1-Szene spätestens nach dem GP von Spanien ihr Versagen akzeptieren. "Ich glaube, dass wir in Monaco etwas besser aussehen werden", konstatiert Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug nach der erneuten Pleite in Barcelona am Sonntag, 10. Mai 2009. Selbstkritisch und fast schon sarkastisch fügt Haug hinzu: "Besser als hier (Barcelona, d. Red.) sollten alle anderen Rennen werden, aber das ist auch keine große Kunst." Beim GP von Spanien 2009 mussten sich die Silbernen sogar eine Überrundung durch den Überflieger der Saison gefallen lassen. Das war die Höchststrafe für den noch amtierenden Weltmeister Lewis Hamilton, der ohne Punkte auf Platz neun endete.

BMW kann es auch nicht besser

Auch bei der nationalen Konkurrenz von BMW hat man Probleme. Zwei Pünktchen holten die Weiß-Blauen auf dem Circuit de Catalunya durch Nick Heidfeld. Ein solches Ergebnis hätten die Münchner vor Saisonbeginn wahrscheinlich noch als Ausrutscher bezeichnet, man fühlte sich ja fast schon als Favorit auf einen Formel-1-Titel. Nach dem SpanienGP verbuchte BMW-Chef Mario Theissen den siebten Platz von "Slow-Nick" und Rang elf von Robert Kubica als großen Fortschritt.

BMW-Wunschtraum: Kubica vor Hamilton. Schönheitsfehler – es geht um Position elf.

Gemessen am katastrophalen Abschneiden beim Rennen von Bahrain (Heidfeld Letzter, Kubica Vorletzter) mag das sicherlich so sein, aber nach dem glücklichen zweiten Platz von Heidfeld in Malaysia hatte Theissen noch behauptet: "Ohne Diffusornachteil wären wir vorn dabei." Das dürfte angesichts der aktuellen Herstellerwertung, Platz sechs hinter Red Bull (2.), McLaren-Mercedes (4.) und Renault (5.) – alle ebenfalls ohne Doppeldiffusor – nicht mehr als ein Pfeifen im Wald gewesen sein. Und Theissen Einschätzungen werden auch einsichtiger: "Es wird nicht einfacher", kommentierte er den Ausblick auf den GP von Monte Carlo nach dem Ergebnis von Barcelona.

Der Abstieg der Roten

Das Chaos-Team der Formel-1-Saison ist aber sicherlich Ferrari. Der fehlende Doppeldiffusor mag sicherlich einiges entschuldigen, aber verlorene Radabdeckungen, falsch abgegebene Benzinmengen, katastrophale Qualifying-Strategien und ein F60, der offensichtlich auch technisch unausgereift nur hinterher tuckert, sind eine Blamage des erfolgreichsten Rennstalls der Königsklasse. Das Ferrari-Desaster in Kurzform: Zum Auftakt beide Ferrari draußen, Massa mit defekter Spurstange, Räikkönen kurz vor Schluss mit Problemen am Differenzial. In Sepang die Plätze neun (Räikkönen) und 14 (Massa), in China schon wieder ein Ferrari mit Defekt (Elektrik, Massa). Der Bahrain-GP: erste Punkte durch Kimi, immerhin ein sechster Platz, Massa unter ferner liefen am Ende auf 14.

Der Abstieg von Ferrari ist häufig ein Aufstieg. Der Aufstieg auf den Formel-1-Abschlepper.

Dann der Lauf in Barcelona, angekündigt war eigentlich der Doppeldiffusor, der kam allerdings nur abgespeckt, wohl aber kam der nächste Ausfall: bei Räikkönen quittierte erst das KERS, und dann die Hydraulik den Dienst und Massa rettet mit leerem Tank ganz knapp die Punkte vier bis sechs. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres hatte Ferrari 63 Zähler. Und dennoch macht der Iceman weiter in Optimismus: "Natürlich läuft bei uns dieses Jahr nicht alles rund, aber wir lernen aus diesen Dingen", bilanziert der Ex-Weltmeister die bisherige Saison.

Hier geht es zu den Bildern des Rennens .

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Sven-Jörg Buslau

Sven-Jörg Buslau

Fazit

Die Vielzahl der Neuerungen für die Saison 2009 hatte es schwer gemacht, Prognosen für dieses Jahr zu stellen. Aber dass der Abstand der Formel-1-Favoriten so eklatant ist, hätte ich mir nicht vorstellen können. Dass ein Newcomer, zugegebenermaßen mit einem dem genialen Ross Brawn an der Spitze, alles in Grund und Boden fährt, und dass die roten Bullen auch ohne den viel zitierten Doppeldiffusor BMW, Ferrari und Mercedes nur so um die Ohren fahren, hätte ich niemals vermutet. Ob die Silber-Rot-Weißblauen Hinterherfahrer wirklich etwas aus den vergangenen fünf Rennen gelernt haben, oder ob sie sich weiterhin mit Toro Rosso, Williams und Renault um die letzten Pünktchen schlagen, können sie in zwei Wochen am 24. Mai in Monte Carlo beweisen. Allein, mir fehlt der Glaube.

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