Formel-1-Saison 2009

Formel-1-Saison 2009: Ferrari

— 25.02.2009

Zugpferd für Massas Revanche

Felipe Massa will endlich Formel-1-Weltmeister werden. Teamchef Domenicali traut aber auch Ex-Weltmeister Räikkönen ein Comeback zu. Die Zuverlässigkeit steht bei Ferrari allerdings an oberster Stelle.

Dieser F60 – benannt nach Ferraris 60. Formel-1-Saison – musste sich gleich nach seinem extrem frühen Rollout am 12. Januar 2009 den Anfeindungen der Konkurrenz stellen. Die bemängelte fix die zu langen blanken Auspuffrohre (kein Anbauteil darf einen kleineren Radius als 75 mm haben). Doch schon bei der zweiten Ausfahrt waren die vorschriftsmäßig gekürzt. Überhaupt hat Ferrari den F60 auch deshalb als erstes Auto der neuen Formel-1-Generation fertig gestellt, um rechtzeitig auf Kinderkrankheiten reagieren zu können. Wie auf den beim Rollout demolierten Frontflügel. Die Ingenieure um Technikchef Aldo Costa (47) hatten so viel mit extrem flachen KERS-Batterien innerhalb des Frontspoilers (statt der standardmäßigen Wolframgewichte) experimentiert, dass sie die abtriebspendende Wirkung des Schneepflug-Flügels unterschätzten. Das Energierückgewinnungssystem – wegen Problemen bei Magneti Marelli von Ferrari selbst entwickelt und vor dem Motor unter dem Monocoque platziert – läuft trotz verspäteter Fertigstellung klaglos. "KERS hat mich positiv überrascht", bekennt Vizeweltmeister Felipe Massa. Teamchef Stefano Domenicali will es aber nur einsetzen, wenn es zuverlässig läuft. Die ersten Anzeichen stimmen zuversichtlich.

Kimi Räikkönen lebt auf einem anderen Planeten

Kimi Räikkönen, Bestverdiener der Formel-1-Saison 2009 (18 Millionen Euro), kommt weiter ohne Italienisch aus.

Jetzt arbeiten die Roten an der Gewichtsverteilung. Der Radstand wurde deshalb verkürzt, mehr Gewicht nach vorne verlagert. Die Nase trägt der neue F60 spitz und hoch. Der Frontflügel ist traditionsgemäß (nur) zweiteilig. Die Rückspiegel sind filigran in die seitlichen Leitbleche integriert. Die Seitenkästen extrem stark tailliert. Und die Vorderachse auf Kimi Räikkönens driftenden Fahrstil getrimmt. "2008 hatte Kimi große Probleme mit der instabilen Front", erklärt Teamchef Domenicali, "deshalb sind wir ihm 2009 stärker entgegen gekommen." Der 18-Millionen-Euro-Mann Räikkönen soll wieder um den Titel kämpfen. Deshalb verzeiht der Teamchef ihm sogar kleine Schwächen. "Wir können nicht erwarten", witzelt Domenicali, "dass Kimi mit einem Lächeln aus der Winterpause kommt und plötzlich Italienisch gelernt hat. Er lebt auf seinem eigenen Planeten." Auf die Frage, wie es dort aussehe, ringt sich der Iceman dann doch noch ein Lächeln ab: "Nett!"

Auch 2009 gibt es bei Ferrari keine Nummer eins

Wie gehabt: Auch in der Formel-1-Saison 2009 haben weder Räikkönen noch Massa einen Nummer-eins-Status bei der Scuderia Ferrari.

In der Ferrari-Box wird der Finne künftig mit seinem Ex-Dateningenieur Andrea Stella kommunizieren. Renningenieur Chris Dyer (41) wurde zum Einsatzchef des Renn- und Testteams befördert - Qualitätschef Mario Almondo (45) zurück in die Serienabteilung geschickt. Seine Aufgaben übernimmt Aldo Costa. Trotz der – von der FIA zugeteilten – niedrigeren Startnummer, Räikkönen Nummer drei – Massa Nummer vier, ist Kimi keineswegs die Nummer eins im Team. Ferraris Standardfloskel: "Beide Fahrer bekommen die gleichen Möglichkeiten, am Ende der Saison sehen wir weiter." Felipe Massa indes hat Großes vor: "Am Beginn meiner Karriere stand ich immer unter Druck, weil mir niemand etwas zugetraut hat. Jetzt muss ich keinem mehr etwas beweisen. Deshalb fühle ich mich mental stärker als je zuvor."
Christian Danner

Christian Danner

Fazit

Ferrari fährt seit 1997 um den Titel und das werden sie auch dieses Jahr wieder tun. 2008 war die Zuverlässigkeit ein Thema. Oft haben sie sich durch Teamfehler vertan. Ich bin aber sicher, daran wurde gearbeitet.

Autor: Bianca Garloff

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