Formel 1-Saison 2011

Formel 1 KERS Fernando Alonso

Formel 1-Saison 2011

— 27.01.2011

So rüstet Ferrari gegen Red Bull

Am 28. Januar wird der neue Ferrari als erstes F1-Auto der Saison 2011 in Maranello präsentiert. Teamchef Stefano Domenicali fordert weniger Fehler als in 2010. Doch von Red Bull lassen sich die Roten schon wieder verunsichern.

Wer Fernando Alonso (29) beim traditionellen Ferrari-Ski-Event in Madonna di Campiglio erlebt hat, fühlte sich an Zorro erinnert. Mit seinem Schnauzer sah der Spanier aus wie der schwarz gekleidete Degenkämpfer, der sich für die Niederlage 2010 an Red Bull rächen will. Gefragt nach seinem größten Rivalen unter den fünf Weltmeistern im Feld, nannte er ausgerechnet Michael Schumacher. Eine Spitze gegen den amtierenden Champion und letzten Alonso-Besieger Sebastian Vettel, den er erst lobte, als er ausdrücklich nach dem Deutschen gefragt wurde. Alonso ist heiß auf seinen dritten WM-Titel. Dafür will und muss er den Italienern nach dem Strategie-Desaster beim Saisonfinale endlich Perfektionismus einimpfen. Er selbst hat sich ein Videostudium seiner Starts aus 2010 und ein intensives Simulatorprogramm verordnet.

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Domenicali: "Wir dürfen uns keine Fehler erlauben!

Die Strategieentscheidungen trifft in Zukunft Chefingenieur Pat Fry, den Ferrari auf Alonsos Empfehlung 2010 von McLaren abgeworben hat. Fry gilt Ferrari-intern zudem als neuer Ross Brawn, der alle technischen und strategischen Gruppen koordiniert. Denn: "Es gibt nur noch eine einzige One-Man-Show in der Formel 1 und das ist Adrian Newey", so Teamchef Stefano Domenicali. Doch ausgerechnet dessen Arbeitgeber Red Bull bringt Unruhe ins Ferrari-Team. Sportchef Dr. Helmut Marko hetzte, die Roten wollten Red Bulls Teamgeist abwerben. Speziell ging es um den Wechsel von Stratege Neil Martin von Milton Keynes nach Maranello. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo reagierte dünnhäutig: "Ich sehe Menschen, die WM-Titel gewonnen haben aber sich nicht wie Champions benehmen können."

Ferrari wirbt Red Bull-Stratege Neil Martin ab

Auch Domenicali rechtfertigte sich: "Der Wechsel von Ingenieuren ist doch ganz normal." Zumal Transfer-Protagonist Martin mit Red Bulls WM-Titel gar nichts zu tun hatte. Deshalb rudert Helmut Marko im Gespräch mit AUTO BILD MOTORSPORT nun zurück: "Das wurde von einer Zeitung alles aufgebauscht. Wir haben uns schon im Februar 2010 einvernehmlich von Neil Martin getrennt. Damals wussten wir zwar nicht, dass er später zu Ferrari gehen würde, aber wenn man sich scheiden lässt, spricht man ja auch nicht gleich über den neuen Partner."

Trotzdem schwingt bei Ferrari die Angst vor Red Bull mit. ABMS erfuhr: Die Roten haben Bedenken, dass Motor- und KERS-Kunde Toro Rosso wichtige Informationen über das Energierückgewinnungssystem an das Mutterteam weiterleiten könnte. Marko winkt ab: "Wir arbeiten beide mit der gleichen Basis von Magneti Marelli, aber bei deren Weiterentwicklung geht es wirklich nur um Nuancen. Und außerdem müssen wir uns doch nichts von Toro Rossos Kundenmotoren abschauen, die sowieso nicht auf dem gleichen Stand sind wie Ferraris eigene Triebwerke." Die nächste Spitze, die Unruhe ins Ferrari-Team bringen könnte.

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

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