Formel 1-Saison 2011

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Formel 1-Saison 2011: Ausblick

— 16.03.2011

Vettel ist Favorit

Vor dem Saisonauftakt am 27. März in Melbourne gilt Weltmeister Sebastian Vettel im Red Bull als haushoher Favorit. Aber noch drei andere Deutsche können siegen.

Bestzeiten ist Sebastian Vettel (23) beim letzten Formel-1-Test vorm Saisonauftakt in Barcelona nicht gefahren. Trotzdem sprühte der Weltmeister enorme Zuversicht aus. Sein Motorsportchef Helmut Marko grinste gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT vielsagend: "Wir brauchen eben keine Vorstandszeiten." Internen Berechnungen zufolge ist der Red Bull auf einer aerodynamisch anspruchsvollen Strecke wie Barcelona in der Qualifikation derzeit rund eine Sekunde schneller als der Ferrari, auf Rang drei folgen der Mercedes und Nick Heidfelds Lotus-Renault mit 1,5 Sekunden Rückstand pro Runde. Doch Helmut Marko treibt noch mehr Sorgenfalten auf die Stirn der Konkurrenz-Bosse: "Ferrari und Mercedes hatten große Neuerungen zum letzten Test angekündigt", sagt er. "Die hatten wir auch. Aber wir legen in Melbourne noch einmal nach." Sebastian Vettel kann also mit einem guten Gefühl zum Saisonauftakt am 27. März 2011 nach Melbourne (Australien) fliegen.

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Der neue Silberpfeil MGP W02 gilt nach den letzten Testergebnissen durchaus als Podiumskandidat.

Auch Michael Schumacher (42) und Nico Rosberg (25) können aufatmen. War ihr Silberpfeil bis vor zwei Wochen gerade mal gut genug fürs Mittelfeld, ist er jetzt ein Podestkandidat. "Das ist der größte Sprung, den ich bei einem Auto von einem Test zum anderen je gesehen habe", sagt ein Mercedes-Insider. Nico Rosberg gibt zu: "Nach den ersten Tests habe ich mir wirklich Sorgen gemacht, zumal das Auto extrem langsam war. Aber jetzt bin ich wieder sehr optimistisch. Vor allem, wenn wir dieses Entwicklungstempo beibehalten können, was im vergangenen Jahr noch unsere Schwäche war." Ein neues Auspuffsystem, neue seitliche Luftleitbleche, talliertere Seitenkästen, modifizierte Front- und Heckflügel sowie überarbeitete Bremsbelüftungen machten aus der Silber-Gurke plötzlich doch wieder einen Silberpfeil.

Nick Heidfeld ist im Lotus Renault R31 ebenfalls schnell unterwegs und kann sogar vom ersten Sieg träumen.

"Ich schätze, dass Red Bull und Ferrari vorne liegen", bewertet Motorsportchef Norbert Haug. "Wir müssen sehen, dass wir in die enge Gruppe dahinter kommen und uns von da aus sukzessive steigern." Dass das möglich ist, glaubt auch Michael Schumacher. "Wir haben noch kein Siegerauto", sagt der Kerpener nach seiner Test-Bestzeit mit weichen Reifen und Sprit für gerade mal eine schnelle Runde an Bord, "aber es ist nicht falsch, uns jetzt ernst zu nehmen." Dass Nico Rosberg an Schumachers Zeit nicht rankam, hat nur einen Grund: Bei ihm funktionierte auf seiner schnellen Runde der verstellbare Heckflügel nicht. Der bringt rund 0,5 Sekunden pro Runde – exakt die Zeit also, die Rosberg auf Schumacher fehlte.

Auf ähnlichem Niveau fährt derzeit Nick Heidfeld. Bei Lotus Renault GP ersetzt der Mönchengladbacher den verletzten Robert Kubica und kann derzeit sogar von seinem ersten Sieg träumen. Heidfeld: "Ich zweifle sehr stark daran, dass wir das schnellste Team sind. Man muss aber nicht immer am schnellsten sein, um ein Rennen zu gewinnen." Bei McLaren-Mercedes dagegen herrscht Ratlosigkeit. Der MP4-26 kommt einfach nicht auf Tempo. Ex-Weltmeister Lewis Hamiltons (25) Erklärungsversuche klingen fast schon lächerlich: "Das Auto ist kein Desaster", sagt der Brite. "Es hat nur nicht die Performance, die wir uns erwartet haben." Mit dem Satz: "Das ist der schlechteste McLaren, den ich je gefahren bin", bringt der die Probleme schon eher auf den Punkt.

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Probleme bei McLaren: Der MP4-26 kommt einfach nicht auf Tempo.

Red Bull-Teamchef Christian Horner spekuliert jetzt schon, dass Hamilton angesichts des schlechten Autos mit Wechselgedanken spielt. "Man kann sich vorstellen, dass er nicht glücklich ist, wenn er noch ein dürftiges Jahr hat", sagt der Brite und gibt seinem Landsmann dennoch einen Korb. "Das bedeutet aber nicht, dass wir wollen, dass Lewis in unser Team kommt." Auf der Strecke werden sich Hamilton und sein Teamkollege Jenson Button mit den Williams, Saubers, Toro Rossos und Force Indias auseinandersetzen müssen. Dabei könnte der Weltmeister auch auf seinen Kumpel Adrian Sutil (28) treffen. Der Münchner liebäugelte zwar mit den Top Ten, musste seine Erwartungen nach den Tests aber nach unten schrauben. "Im vergangenen Jahr waren wir besser vorbereitet", gibt Sutil zu. "Derzeit haben wir noch einige Baustellen und es wird schwer unter die ersten Zehn zu fahren." Diese Probleme hätte Timo Glock (29) auch gerne. Glock wollte mit seinem Marussia-Virgin-Team eigentlich den Großangriff auf das Team Lotus von Heikki Kovalainen und Jarno Trulli starten. Doch nun rudert er zurück: "Aufgrund der Testergebnisse liegen wir immer noch hinter den Mittelfeldteams. Speziell Toro Rosso hat viel Speed dazu gewonnen. Sie sehen stark aus, aber Sauber auch. Ich hatte erwartet, dass wir auf diese Teams aufschließen könnten, aber sie haben große Fortschritte erzielt. Im Moment sieht es so aus, als wären wir hinter unserem Ziel." Ein Problem: Neben dem Schlusslicht HRT ist Glocks Virgin-Team die einzige Mannschaft, die auf das Hybridsystem KERS verzichtet.

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

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