Sauber

Formel 1: Sauber gerettet

— 20.07.2016

Saubere Übernahme

Trotz des letzten Platzes in der Formel-1-Konstrukteurswertung hat Sauber nun wieder eine Perspektive. Mit einem neuen Investor soll es jetzt aufwärts gehen.

Aufatmen beim Traditionsteam Sauber: Die Formel-1-Geschichte des Rennstalls geht auch nach 23 Jahren weiter. Heute wurde offiziell verkündet, dass die Schweizer Investorengruppe Longbow Finance 100 Prozent des Sauber-Teams gekauft hat. Teamgründer Peter Sauber, der 1970 mit einem eigens gebauten Sportwagen als Schweizer Meister die Historie der Mannschaft begründete, scheidet aus dem Vorstand komplett aus. Seine Rolle übernimmt der Italiener Pascal Ricci.

Monisha Kaltenborn verliert zwar ebenfalls ihre 30 Prozent des Teams, bleibt aber Chefin. „Wir sind sehr glücklich, dass wir eine Einigung mit Longbow Finance S.A. erzielen konnten, die die Zukunft von Sauber in der Königsklasse des Motorsports sicher“, zeigt sie sich zufrieden. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass Longbow Finance S.A. der perfekte Partner ist, um das Team in der Formel 1 wieder konkurrenzfähig und erfolgreich zu machen."

Die Sauber-Übernahme ist eine gute Nachricht für alle Mitarbeiter: Schon der Juni-Lohn wurde erstmals seit Monaten wieder pünktlich überwiesen. Mit dem finanziellen Aufwind soll es nun auch sportlich wieder nach vorn gehen. Ziel eins: mit Aerodynamikupdates wieder das Manor-Team einfangen und die rote Laterne in der Konstrukteurswertung abgeben.

Besonders gut sind die Entwicklungen auch für Marcus Ericsson: Weil hinter der Übernahme auch Investoren aus Schweden um den Verpackungshersteller Tetra Pack stecken, dürfte seine Zukunft als Sauber-Fahrer auch über 2016 hinaus gesichert sein.

Kommentar von AUTO-BILD-MOTORSPORT-Redakteur Michael Zeitler

Monisha Kaltenborn hat es geschafft und das Sauber-Team gerettet

Die Formel 1 ist wieder spannend, die Talfahrt bei den TV-Quoten ist beendet und mit der Rettung des Sauber-Teams ist klargeworden: Formel-1-Teams können auch heute in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld noch gerettet werden! Und dazu braucht es eben keine ölreichen Scheichs, russische Oligarchen oder marketinggetriebene Konzerne – ein Schweizer Team kann von einer Schweizer Investment-Gesellschaft gerettet werden, weil sich die Formel 1 eben doch lohnt.

Longbow Finance ist eine solide Lösung: Die Investmentfirma existiert seit 1963 und wird im Verwaltungsrat unter anderem von Raymond Bär geführt. Der ist mit seiner Bank Julius Bär seit Jahren als Investor im Rennsport bekannt: Julius Bär ist unter anderem Partner der Formel E und versucht die Elektro-Rennserie in die Schweiz zu bringen, wo Autorennen seit Jahrzehnten ja eigentlich verboten sind.

Applaus also für Monisha Kaltenborn, die eine Lösung an Land gezogen hat, die Sauber nicht nur kurzfristig überleben lässt und den über 300 Mann starken Standort in Hinwill sichert. In den vergangenen Monaten stand sie wegen der sportlichen und wirtschaftlichen Talfahrt ihres Teams heftig in der Kritik. Die Tatsache, dass Longbow Finance ihr als Teamchefin weiterhin das Vertrauen ausspricht, zeigt aber: Ihre Arbeit wird geschätzt.
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Autor: Michael Zeitler

Fotos: Hersteller, picture-alliance

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