Red Bull

Formel 1: Schlamperei bei Red Bull?

— 10.07.2014

Vettel nicht absichtlich benachteiligt

Was ist nur bei Red Bull los? Sebastian Vettel landet ein ums andere Mal hinter Teamkollege Daniel Ricciardo - auch, weil der Deutsche immer die schlechtere Strategie bekommt.

Die Statistik spricht eine eindeutige Sprache: Fünfmal ist Sebastian Vettel (27) diese Saison gemeinsam mit Teamkollege Daniel Ricciardo (25) ins Ziel gekommen, fünfmal lag er dabei hinter dem jungen Australier. Grund dafür: Wenn Vettel nicht gerade mit einem technischen Defekt an seinem RB10 ausfällt (Monaco und Österreich), bekommt er zumeist die schlechtere Strategie. In Kanada kostete Vettel das die Sieg-Chance, sein Teamkollege gewann. In Silverstone raste Ricciardo mit einem Stopp aufs Podest – Vettel musste zwei Stopps machen, wurde nur Fünfter.

Villeneuve mit Unverständnis

Ex-Champion Jacques Villeneuve wundert sich über die anhaltenden Probleme bei Red Bull

Das Pech des Deutschen finden mittlerweile nicht nur seine Fans verwunderlich, sondern auch so mancher Experte im Fahrerlager. Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve (43), früher selbst großer Vettel-Kritker, schlägt sich auf die Seite des Heppenheimers und poltert in Bezug auf die vielen Strategiefehler: „So etwas darf Red Bull nicht passieren. Wenn sie es mit Absicht machen, ist es ein Grund für Sebastian das Team zu wechseln!“ Die Konsequenzen seien auch so schon schlimm genug. Villeneuve: „Damit schaden sie seinem Image. Einem Team, das viermal Weltmeister geworden ist, dürfen solche Anfängerfehler nicht passieren!“ Nicht nur der Kanadier fragt sich deshalb: „Wird da etwa nicht mehr sorgfältig genug gearbeitet?“

Marko mit Erklärungsversuch

Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko (71) rechtfertigt sich gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT: „Wir sind in diesem Jahr in einer ganz neuen Situation. Mit dem schwächeren Antrieb sinkt auch der Spielraum für Strategien. Wenn man nicht immer freie Fahrt hat, geht der Plan manchmal eben nicht auf.“ Marko stellt klar: „Wir benachteiligen Sebastian ganz sicher nicht absichtlich. Das weiß und versteht er auch.“ Dass sein Schützling 2014 langsamer fährt als in den vergangenen Jahren findet der Österreicher nicht. „Im Gegenteil: Sein Duell gegen Alonso hat mal wieder gezeigt, wer der Meister im Ring ist! Aber wie schon in Kanada war es auch diesmal wieder eine Verkettung unglücklicher Umstände, die ihn hinter Daniel gespült hat“, so Marko.

Vettel mit Kampfgeist

Und was sagt Vettel selbst zu seinem Pech? „Im Prinzip glaube ich, dass sich so was über die ganze Saison immer die Waage hält“, gibt sich der Deutsche gelassen und fügt kämpferisch an: „Natürlich ist bei mir extrem viel passiert – für die paar Rennen, die wir bis jetzt hatten. Wenn du den Kopf aber in den Sand steckst und einfach aufgibst, kannst du nicht erwarten, dass es beim nächsten Mal besser wird.“ Was der Weltmeister selbst verbessern kann und muss: Noch immer ist sein Reifenverschleiß größer als der von Ricciardo. Deshalb hätte er in Silverstone auch gar nicht auf eine Einstoppstrategie wechseln können. Marko: „Warum das so ist, müssen wir jetzt analysieren und abstellen.“ Damit auch Vettel wieder um Siege kämpfen kann.

Autoren: Frederik Hackbarth, Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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