Schumis Formel-1-Debüt 1991

Formel 1: Schumachers erster Sieg

— 22.08.2017

Schumi gewann nur, weil er einen Fehler machte

Vor 25 Jahren sicherte sich Michael Schumacher seinen ersten von 91 Formel-1-Siegen. Der Belgien-GP war turbulent – und auch Schumi nicht ohne Fehler.

30. August 1992. Für die meisten ist die Formel-1-Saison schon gelaufen. Nigel Mansell hat sich zwei Wochen zuvor in Budapest zum bis dato schnellsten Weltmeister aller Zeiten gekürt. Noch nie dominierte ein Fahrer die Formel 1 so sehr wie der Schnauzbartträger. Aber da ahnte auch noch keiner, wozu Michael Schumacher in Zukunft im Stande sein würde.
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Es war erst ein Jahr her, als der junge Deutsche sein Formel-1-Debüt gegeben hat. Jetzt der nächste Schlag: Sieg mit 23 Jahren, im 18. Formel-1-Rennen seiner Karriere, im mittelprächtigen Benetton-Ford, bei schwierigen Mischverhältnissen.

Schumi qualifizierte sich für Startplatz drei, hinter Nigel Mansell und Ayrton Senna – den Legenden des GP-Sports. Senna übernahm die Führung, aber Mansell quetschte sich schon in Runde zwei in der ultraschnellen Blanchimont-Kurve wieder an Senna vorbei. Dann begann es zu regnen. Die meisten Fahrer wechselten auf Regenreifen. Nicht so Senna: „Ich musste etwas anderes machen als Nigel.“ Der Brasilianer spekulierte auf einen nur kurzen Regenschauer, aber verpokerte sich. Mit Trockenreifen hatte er bei Nässe keine Chance mehr.

Vor 25 Jahren feierte Schumi seinen ersten Formel-1-Sieg

Regen auf der Ardennen-Achterbahn in Spa – das heißt höchste Rutsch- und Crashgefahr. Schumi hat zu kämpfen, ständig beschlägt sein Visier. In Runde 30 der große Schreck: Vor Stavelot rutscht er aus, muss durchs Gras, fällt hinter Teamkollege Martin Brundle zurück. Ein Fehler, der ihm den Sieg bringt. „Als ich seine Reifen sah, merke ich, dass sie schon Auflösungserscheinungen zeigen. Wir haben dasselbe Auto, dasselbe Setup – also müssten meine Pneus im selben Zustand sein“, erklärte er nach der Zieldurchfahrt.

Mama Schumacher beim falschen Rennen

Schumacher kommt an die Box, wechselt auf abtrocknender Strecke zurück auf Slicks – und zieht damit das Goldene Los. Schumacher erklärte später: „Es war ein Wochenende, wo einfach alles gepasst hat. Ich bin immer zur richtigen Zeit mit den richtigen Reifen unterwegs.“ Mansell kommt dem Kerpener am Schluss noch nahe, aber ein gebrochener Auspuff kosten den Renault-Motor 1600 Umdrehungen. Und: „Ich hätte ohnehin noch zulegen und ihn auf Distanz halten können.“

Den Moment der Zieldurchfahrt beschrieb er so: „Herzklopfen, Lachen, Tränen – und alles gleichzeitig. Ich kann mein Gefühl als Formel-1-Sieger überhaupt nicht beschreiben.“

Einziger Wehrmutstropfen: Mama Elisabeth ist nicht da. Sie reiste zuvor nach Budapest, zu ihrem ersten Live-Besuch, der mit einem Ausfall von Sprössling Michael endete. „Es tut mir Leid, dass meine Mutter das falsche Rennen miterlebt hat.“

Schumis Sieg verbessert auch seinen Kontostand: 5000 US-Dollar Prämie bekommt er pro WM-Punkt. Der Sieg damals bedeutet zehn Zähler, ist also 50.000 Dollar wert. Peanuts im Vergleich zu dem, was er später verdienen wird. Er holt noch 90 weitere Siege, führt damit überlegen die Bestenliste der Formel 1 an.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Getty Images

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