Formel 1: Schumi-Comeback

Formel 1: Schumi-Comeback

— 30.07.2009

Weber: "Ich dachte, es sei ein Fehler"

Gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT verrät Schumis Manager Willi Weber exklusiv, warum er sich zunächst vehement gegen ein Comeback gestellt hat – und nun an eine Siegchance Schumachers glaubt.

Das Schumi-Comeback in Valencia ist perfekt. Doch selbst Manager Willi Weber hat bis gestern nicht daran geglaubt. "Ich dachte, es sei ein Fehler", sagt Weber gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT. "Die Vorbereitung im Auto fehlt, außerdem kennt Michael die Strecke nicht." Aber der Schumi-Manager freundet sich langsam mit dem Comeback-Gedanken an: "Michael ist topfit, hat immer noch diesen riesigen Kampfgeist und begreift sehr schnell. Das unbekannte Auto und die neue Strecke sollten also kein Problem sein, wenn er am Freitag genug zum Fahren kommt." Weber hatte bis zuletzt behauptet, ein Comeback in Valencia sei ausgeschlossen.

di Montezemolo und Domenicali klopften Schumi weich

Alte Verbundenheit: Michael Schumacher, hier mit Ferraris F1-Teamchef Stefano Domenicali, will sein altes Team nicht im Stich lassen.

"Auch ich habe erst am Mittwoch von seiner positiven Entscheidung erfahren", behauptet der Berater. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo und  F1-Teamchef Stefano Domenicali hätten den Kerpener weichgeklopft. Weber: "Wenn zwei Italiener mit Engelszungen auf dich einreden, kannst du gar nicht mehr nein sagen. Außerdem arbeitet Michael jetzt schon seit 15 Jahren mit Ferrari zusammen. Das ist wie eine große Familie. Wenn die deine Hilfe braucht, stehst du hinter ihr." Schon am Montag habe es lange Telefonate zwischen di Montezemolo, Domenicali und Schumacher gegeben.

Manager Willi Weber: "Er kann tatsächlich siegen!"

War zunächst gegen Schumis Rückkehr: Manager Willi Weber schloss ein Comback zunächst kategorisch aus.

Gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT bestätigte der Ferrari-Teamchef dann am Dienstag im Budapester AEK-Krankenhaus: "Es besteht eine sehr gute Chance, dass Michael bald wieder in einem Ferrari sitzt." Und ergänzt inzwischen: "Ich stehe voll hinter Michaels Entscheidung. Natürlich erwartet jeder, dass er gewinnt. Aber ich sage: Er kann tatsächlich siegen!" Erstens sei da immer noch der Schumi-Faktor, zweitens sei der Ferrari F2009 mittlerweile wieder ein Siegerauto. Felipe Massa entgegnete sogar im Krankenbett, als er von Hamiltons Sieg in Ungarn erfuhr: "Das wäre mein Rennen gewesen."

Schumis Vorbereitung

Wie genau sich Schumi nun auf sein Comeback vorbereitet, soll in dieser Woche entschieden werden. Rundstrecken-Tests im aktuellen Renner sind verboten. Den letzten Aerodynamik-Test in Vairano fuhr Testpilot Marc Géne. Möglich ist aber wohl auch, dass Schumacher in älteren Ferrari-Modellen testet, um vor allem seinen bei einem schweren Motorradunfall Anfang des Jahres in Mitleidenschaft gezogenen Nacken zu trainieren. Den Mittwochabend verbrachte der siebenmalige Weltmeister jedenfalls noch in Italien. Um 19.30 Uhr verließ er das Ferrari-Werksgelände in einem blauen Lancia in Richtung Modena.

Seit dem Karriereende hat sich viel verändert

Glaubt an Siege: Weber glaubt nach anfänglichen Zweifeln sogar daran, dass Schumi wieder Rennen gewinnen kann.

Die Straßen rund um Maranello kennt er wie seine Westentasche. Doch in der Formel 1 und sogar bei Ferrari wird für Schumacher vieles neu sein. Das Auto. Die profillosen Reifen. Die Mannschaft: Ex-Strategiechef Luca Baldisseri arbeitet nur noch in der Fabrik. Und sein ehemaliger Renningenieur Chris Dyer ist mittlerweile zum Cheforganisator des Rennteams befördert worden. Deshalb muss Schumi mit Massas Renningenieur Rob Smedley Vorlieb nehmen. Dazu kommt: Es wird Schumis erstes Rennen ohne Ex-Teamchef Jean Todt und Superhirn Ross Brawn. Vor allem also muss er aufpassen, dass er nicht an der falschen Box anhält. Vor der des Brawn-Teams nämlich.

Autor: Bianca Garloff

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